KITZINGEN

Was nützt uns Claudia Schiffer im Federkleid?

Hingucken lohnt: Rund 200 Tiere präsentierten die Mitglieder des Kleintierzuchtvereins bei der Lokalschau im Bauhof der Stadt Kitzingen. Zu sehen gab es Kaninchen, Hühner, Enten und Tauben in allen Variationen, darunter auch vom Aussterben bedrohte Rassen.
Foto: RALF WEISKOPF | Hingucken lohnt: Rund 200 Tiere präsentierten die Mitglieder des Kleintierzuchtvereins bei der Lokalschau im Bauhof der Stadt Kitzingen.

Was hat Claudia Schiffer mit Rassegeflügel zu tun? Wer weiter liest, wird es erfahren und zwar von Dr. Klaus Damme, dem Leiter der Lehr- und Versuchsanstalt für Geflügelzucht in Kitzingen. Damme ist anerkannter Fachmann und war am Wochenende Schirmherr einer Lokalschau des Kleintierzuchtvereins Kitzingen (KLVZ) und Umgebung.

Rund 200 Tiere, darunter Kaninchen, Tauben, Hühner, Wachteln und Enten hatten die Mitglieder in einer Halle des städtischen Bauhofes in Kitzingen ausgestellt.

Da schnatterten Campell-Enten, es krähte das seltene deutsche Reichshuhn, gackerten Bielefelder Kammhühner, Bantam- und Chapo-Hühner, daneben gurrten zierliche Diamanttäubchen in ihren Käfigen, während Kaninchen der Rasse „Riesenschecke“ oder „Deutsche Großsilber“ zufrieden vor sich hin mümmelten.

Artenschutz wichtig

Kleintierzucht ist ein Hobby, das von vielen belächelt, immer weniger Anhänger findet, mit Blick auf den Artenschutz aber immer mehr an Bedeutung gewinnt, erklärten Klaus Damme und der Vorsitzende des Kleintierzuchtvereins, Uwe Hartmann, bei der Eröffnung.

Uwe Hartmann betonte die gute Beziehung und Zusammenarbeit zwischen Kleintierzüchtern und der Geflügelzucht, die sich seit der Gartenschau noch vertieft habe. Klaus Damme betonte, dass es zwischen den Hobbyzüchtern und den Nutztierhaltern viele Gemeinsamkeiten gebe. „Wir ringen beide um Nachwuchs“, sagte er. Es werde immer schwieriger, irgendwo einen Stall zu errichten, wenn nur die Gefahr drohe, dass ein Hahn krähen könnte. Auch durch die Vogelgrippe hätten viele Züchter ihr Hobby aufgegeben. Bei der Nutztierhaltung gehe der Trend – aus wirtschaftlichen Gründen – zu größeren Ständen, dazu kämen die Auflagen der EU zum Tierschutz, die in Deutschland, im Gegensatz zu anderen Ländern bereits umgesetzt seien, aber Marktanteile gekostet hätten.

Klaus Damme, selbst bekennender Hobbyzüchter („Wer infiziert ist, kommt nicht mehr davon los“) zollte den Mitgliedern des Kleintierzuchtvereins Respekt. „Es ist angesichts der ausgestellten Rassen und ihrer Vielfalt beachtlich, was ein kleiner Verein auf die Füße stellen kann.“

Was vor wenigen Jahren unwahrscheinlich schien, werde immer deutlicher. Inzwischen seien rund 30 Nutztiergeflügelarten wie Lachshühner, das „Deutsche Reichshuhn“, „Thüringer Barthühner“ oder „Westfälische Totleger“ als gefährdet oder stark gefährdet eingestuft. Dies habe die Gesellschaft zum Erhalt gefährdeter Haustierrassen festgestellt.

Sperma-Depot

Ähnliches gelte für die deutsche Pekingente, die Diepholzer Gans oder die bayerische Landgans. Bei den Kaninchen sei die komplette Angorazucht gefährdet, so der Fachmann. Es gebe Versuche eine Depotbank mit Spermareserven anzulegen, aber eine Rückzucht sei schwer.

In der Ausstellung waren viele „fast perfekte Tiere“ zu sehen, sagte Damme anerkennend. Während die Nutztierzucht durch Kreuzung verschiedener Rassen auf Leistung und Produktivität setze, stünde bei den Hobbyzüchtern die Schönheit und der Erhalt der Rasse im Vordergrund.

Damme forderte die Züchter auf, die Fruchtbarkeit ihrer Tiere im Auge zu behalten und setzte für den Erfolgreichsten einen „Preis für Fruchtbarkeit und Vitalität“ aus. Warum eine vorausschauende Zucht wichtig ist, machte Damme so deutlich: „Was nutzt uns eine Schönheit wie Claudia Schiffer im Federkleid, wenn sie keinen Nachwuchs mehr bringt.“

ONLINE-TIPP

Weitere Infos über vom Aussterben bedrohte Haustierrassen unter www.g-e-h.de/geh/index.phpInformationen

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