Kitzingen

Zukunft ungewiss: "WirKT" fällt auch im zweiten Anlauf durch

Um die Koordinierungsstelle für das Ehrenamt im Landkreis Kitzingen war zuletzt ein Streit entbrannt: Mit der Stelle geht es zwar weiter, doch statt der AWO zieht ab dem kommenden Jahr das BRK die Fäden.
Foto: Patrick Seeger | Um die Koordinierungsstelle für das Ehrenamt im Landkreis Kitzingen war zuletzt ein Streit entbrannt: Mit der Stelle geht es zwar weiter, doch statt der AWO zieht ab dem kommenden Jahr das BRK die Fäden.

Man hätte den Tagesordnungspunkt mit der Frage überschreiben können, ob die AWO noch zu retten ist? Zumindest was die Trägerschaft für die Koordinierungsstelle für Ehrenamtliche anbelangt. Seit acht Jahren gibt es diese Stelle unter dem Namen "WirKT". Stadt und Landkreis fördern diese Stelle, was dann regelmäßig zu der Frage führt, ob das Geld noch sinnvoll angelegt ist und ob man sich eine solche Stelle weiterhin leisten will. Jüngst beim Sozialausschuss des Landkreises gab es einen einschneidenden Beschluss: Ja, mit der Stelle geht es weiter. Aber: Der Träger wechselt. Statt der AWO hat nun das BRK für die nächsten zwei Jahre die Koordinierungsstelle in der Hand. Für die AWO stimmten 4:9 Kreisräte, für das BRK 9:4. 

Die Geschäftsordnung will es, dass über manche Themen gleich zweimal abgestimmt werden muss: Nach dem Fachausschuss befasst sich der Kreisausschuss noch einmal mit dem Thema. Meistens geht das geräuschlos und mit dem gleichen Ergebnis über die Bühne, weil man sich auf das verlässt, was vorher in den Fachgremien ausführlich erörtert wurde. Diesmal jedoch, als die Koordinierungsstelle auf der Tagesordnung des Kreisausschusses stand, war alles ein wenig anders. Das Fass, wer denn nun Träger sein soll, wurde erneut in Gänze aufgemacht. 

Das lag daran, dass die SPD - traditionell der AWO nahe stehend - noch einmal den Versuch unternahm, vielleicht doch alles auf den alten Füßen zu lassen: Kreisrätin Margit Hofmann sprach von einer "soliden Arbeit" der AWO und dass sie doch bitte weitermachen solle. Der stellvertretende Landrat Robert Finster bescheinigte der AWO eine "hervorragende Arbeit" und stelle die Frage in den  Raum, ob man der Stelle je "eine Chance gegeben" habe.

Diskussion um Trägerwechsel

Auch Kitzingens OB Stefan Güntner (CSU) warnte vor einem Wechsel: Den Trägerwechsel gebe es nicht 1:1, viele entstandene Strukturen würden mit dem Verschwinden von "WirKT" einfach wegfallen.

Auf der anderen Seite standen die Wechsel-Befürworter mit Josef Mend (Freie Wähler) an der Spitze. Der frühere Iphöfer Bürgermeister betonte, dass eben nicht eine 1:1-Übergabe angedacht sei. Vielmehr wolle man "neue Wege gehen, um das zu erreichen, was wir uns davon versprochen haben". Damit spielte er auf den Vorwurf vieler Kreisräte an, "WirKT" wirke zu wenig ins Land hinaus und habe sich überwiegend zu einer Kitzinger Institution entwickelt.

Die Abstimmung fiel dann ähnlich deutlich wie beim ersten Anlauf aus: Für die AWO stimmten drei von 13 Kreisräten. Die anschließende Abstimmung für das BRK ging dann mit 13:0 über die Bühne. 

Gerald Möhrlein, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes der AWO Unterfranken, zeigte sich auf Nachfrage dieser Zeitung "enttäuscht und verwundert". Die Stelle sei "für alle da" gewesen, die Kritik zu wenig auf dem flachen Land gemacht zu haben, könne er nicht nachvollziehen. Alleine bei Schulungen habe man in den vergangenen zwei Jahren 660 Teilnehmer gehabt. Die Unterstützung von Ehrenamtlichen sei wichtiger denn je - und hier sei man auf einem guten Weg gewesen und habe über Jahre Kontakte geknüpft und eine entsprechende Datenbank aufgebaut, so Möhrlein. So gebe es Kontakte zu 150 Vereinen und etwa 350 Ehrenamtlichen, die sonst nirgends organisiert seien.

Wie es damit nun weitergeht, ist völlig offen. Fest steht aber so viel: Die Geschäftsstelle mit dem bisherigen WirKT-Büro in der Marktstraße soll bleiben. Bei der AWO müsse man sich allerdings nach dieser Enttäuschung und den Vorwürfen erst selber noch einmal schütteln, ließ Möhrlein durchblicken. Was aus "WirKT" wird, ist demnach völlig offen. Wie der weitere Gang der Dinge aussehen könnte, hatte Josef Mend in der Kreisausschuss-Sitzung zumindest angedeutet: Er regte an, dass die Stadt ihren bisherigen Zuschuss erhöhen könnte, um "WirKT" zumindest für Kitzingen am Leben zu halten. 

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