Volkach

Zwischen Nostalgie und Hightech

Über die Reparatur des alten Feuerlöschbootes fachsimpeln in der Messehalle (von links) Albert Keen, Gerom Wieland, Marcel Wieland (Bootseigner), Gerald Pfaff und Tim Pfaff.
Foto: Peter Pfannes | Über die Reparatur des alten Feuerlöschbootes fachsimpeln in der Messehalle (von links) Albert Keen, Gerom Wieland, Marcel Wieland (Bootseigner), Gerald Pfaff und Tim Pfaff.

Neugierige Blicke, ausgiebige Fachgespräche und jede Menge Informationen standen im Mittelpunkt der 29. Modellbau-Ausstellung am Wochenende in Volkach. Im Blickpunkt der Traditionsmesse standen diesmal die riesige Lego-Eisenbahnanlage, die zum ersten Mal Kinderherzen höher schlagen ließ, ein moderner 3-D-Drucker und ein altes Feuerlöschboot.

Das kleine Feuerwehrboot von Marcel Wieland ist in die Jahre gekommen. Der Löschmonitor und die Steuerungseinrichtung an dem 25 Jahre alten Mini-Rettungsboot funktionieren nicht mehr. Weil der in Volkach lebende Lindacher aktuell wenig Zeit für sein Hobby hat, bietet die Modellausstellung die ideale Plattform für notwendige Reparaturen. Reichlich verbale Unterstützung erhält er von seinen Kumpels von der Sparte „Schiff“, die ihm auf der behelfsmäßigen Werft mit gezielten Tipps unter die Arme greifen. Der erste Erfolg stellt sich ein, denn die Lenkung funktioniert wieder.

Millimetergenau

Während Marcel Wieland weiter an seinem nostalgischen Einsatzboot herumbastelt, erklärt ein paar Meter weiter Martin Stahl die Funktionen seines hypermodernen 3-D-Druckers. „Die Grundvoraussetzung, um mit dem Drucker ein Ersatzteil zum Beispiel in Kunststoff millimetergetreu nachzubilden, ist eine dreidimensionale Vorlage“, sagt der Messtechniker aus Schweinfurt, der seit Jahren mit den Volkacher Veranstaltern befreundet ist.

Stahl und seine filigrane Herstellungsmaschine sind für viele Modellbauer ein Segen. Denn bei Vorhandensein einer guten Zeichnung in 3-D können Flieger, Auto, Lokomotive oder Schiff wieder ein perfekte Outfit erhalten. Martin Stahl verwendet einen aus Maisstärke hergestellten und biologisch abbaubaren Kunststoffdraht, der über eine Düse die Umrisse des zu fertigenden Teils modelliert und schichtweise aufbaut. Innen sind die Modellteile hohl, was Leichtigkeit mit sich bringt und genial für den Modellbau ist.

„Man kann Teile herstellen, die man sich im Handel nicht mehr bekommt“, nennt Stahl die Vorteile. Um zum heutigen Knowhow zu gelangen, „musste ich viel Lernaufwand betrieben“, erzählt der Spezialist. Sein Drucker sei so zuverlässig, dass das Ergebnis zu fast hundert Prozent positiv ausfällt. „Wenn es einmal nicht klappt, dann ärgert mich das schon gewaltig.“

Modellautos und Racecopter

Ärgern brauchte sich Stahl am Wochenende keineswegs, denn die Ausstellung war gut besucht. Vor allem am Sonntag strömten mehrere hundert kleine und große Besucher in die Halle. Schon auf dem Parkplatz vor dem Messegebäude waren die Motoren von Modellautos und Racecoptern, die im Außenbereich ihre Runden drehten, zu hören. Drinnen ging es gemütlich zu: Farbenfrohe Flugmodelle flankierten vielfältige Schiffsmodelle. Miniaturpanzer ratterten neben Baggern, Lastern und Raupen. Zeitlose Miniatureisenbahnen in allen Größen luden zum Innehalten ein. Bunte Drachen und zahlreiche Automodelle komplettierten das kurzweilige Angebot.

Filigrane Reparatur

Messechef Gerald Pfaff war zufrieden: „Die Stimmung bei Ausstellern und Besuchern war gleichermaßen gut.“ Glücklich war am Ende auch Modellbau-Kommandant Marcel Wieland. Nach ein paar Stunden filigraner Reparaturarbeit konnte er mit seinem putzigen Feuerwehrboot im Außenbecken wieder in See stechen. Das Boot reagierte wieder einwandfrei auf die Fernsteuerung. Lediglich der Löschmonitor muss sich einem weiteren Werkstattaufenthalt unterziehen.

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