Bronnbach

„Kunst + Krempel“: Schätze aus Familienbesitz gesucht

Schätze aus Familienbesitz bei Kunst und Krempel       -  Der „Kunst + Krempel“-Experte Frank Matthias Kammel (links) stellte mit Florian Maurice, Redakteur der BR-Sendung, das Fürstenzimmer des Kloster Bronnbach als Drehort vor.
Foto: Anna Baum | Der „Kunst + Krempel“-Experte Frank Matthias Kammel (links) stellte mit Florian Maurice, Redakteur der BR-Sendung, das Fürstenzimmer des Kloster Bronnbach als Drehort vor.

Ein kleines Gemälde, das den Großvater vor einer Felswand zeigt, hatte die Enkelin von Luis Trenker bei der Sendung „Kunst + Krempel“ dabei. Sie wollte es von Experten schätzen lassen. Es entpuppte sich als Gouachemalerei, ein Entwurf zu Trenkers Buch „Meine Berge“. Später ging es in einem Aktionshaus unter den Hammer und wurde für 72 000 Euro versteigert.

Das ist viel Geld für ein Erbstück, das lange unbeachtet an der Wand gehangen hat. Für den „Kunst + Krempel“-Experten und Kunsthistoriker Frank Matthias Kammel ist dieses Objekt aber nicht nur wegen des erzielten Preises wertvoll: „Es sind die Geschichten, die ein Stück interessant machen und mindestens genauso wertvoll sind.“ Eigentlich sieht er es deshalb lieber, wenn solche Schätze in der Familie bleiben oder den Weg ins Museum finden.

Frank Matthias Kammel ist Teil eines Expertenteams aus Sachverständigen und Kunsthistorikern, die für die Sendung des Bayerischen Rundfunks (BR) Gegenstände der Teilnehmer bewerten und einen ungefähren Wert nennen. Vom 7. bis zum 9. Juli wird die Sendung im Fürstensaal des Klosters Bronnbach bei Wertheim (Main-Tauber-Kreis) aufgezeichnet. Die knapp zwanzig halbstündigen Sendungen zeigt der Bayerische Rundfunk gemischt mit anderen Aufzeichnungen ab Ende Juli bis in das Jahr 2018 hinein jeden Samstagabend von 19.30 bis 20 Uhr.

Matthias Wagner, Eigenbetriebsleiter des Klosters Bronnbach, hatte es als Aufzeichnungsort für die Sendung vorgeschlagen. Er selbst war schon als Student bei „Kunst + Krempel“: „Mein Doktorvater hatte uns mitgenommen, weil wir da etwas lernen konnten.“ Deshalb habe er die Macher der Sendung ins Kloster eingeladen.

Bis Mitte Juni anmelden

„Die Sendung lebt nicht nur davon, dass wir schöne alte Dinge zeigen und Geschichten dazu erzählen, sondern auch davon, dass wir in historischen Räumen sind, die eine Ausstrahlung haben“, sagt Florian Maurice, Redakteur der Sendung. Wichtig ist ihm, dass Menschen aus der Region ihre Antiquitäten bringen. Ab sofort ist die Anmeldung bis Mitte Juni möglich, aber die Plätze sind begrenzt.

Jeder, der eingeladen ist, wird beraten – ob vor oder hinter der Kamera, entscheidet die Redaktion. Kein interessantes Stück wird außen vor gelassen. „Die Menschen haben oft eine ganz besondere Beziehung zu den Objekten“, sagt Maurice.

Die Begeisterung für Antiquitäten nehme zu, wie sich auch durch neuere Formate im Fernsehen zeige, so der Redakteur. Ein Auslöser dafür sei auch „Kunst + Krempel“. Die seit über drei Jahrzehnten ausgestrahlte Sendung, die lange Zeit konkurrenzlos war, ist laut Frank Matthias Kammel eine unterhaltsame Bildungssendung, „bei der man verdammt viel lernen kann“. Sein Fachgebiet sind Skulpturen und religiöse Volkskunst. Der Erfolg der Sendung liege in der Echtheit der Situation: „Kunst + Krempel hat etwas Entschleunigendes“, sagt der Experte, der seit 2001 bei der Sendung mitmacht.

Rund eine Million Zuschauer erleben jährlich mit, wie die Bewertungen teilweise sehr emotional vor der Kamera ablaufen. Auch wenn die Experten die Objekte im Vorfeld schon einmal sehen, findet der erste Kontakt mit den Besitzern vor der Kamera statt. Fachwissen trifft auf Geschichten und Erinnerungen. „Es ist für alle Beteiligten immer wieder überraschend, was dabei herauskommt“, sagt Florian Maurice. Die Experten kommen detektivisch zu ihrem Urteil. Das erzeugt Spannung. Nicht selten reagieren die Besitzer mit sprachloser Freude.

Teilweise in Klopapier eingepackt

Frank Matthias Kammel erwartet bei den Aufzeichnungen wieder die gesamte Bandbreite an Erbstücken, Dachboden- und Flohmarktfunden. Es werden Kunst auf Papier, Schmuck, Silber, Musikinstrumente, Uhren, Skulpturen und Gemälde begutachtet.

Kammel macht es Spaß, auf den Parkplätzen zu beobachten, wie die Teilnehmer ihre Gegenstände anliefern. „Ich erinnere mich, dass jemand aus dem Auto nicht nur eine Skulptur, sondern auch einen Schrank herausgeholt hat – und noch eine Sackkarre.“ Teilweise seien die Gegenstände ganz professionell verpackt. Manchmal aber auch nur mit Klopapier eingewickelt. Er ist schon gespannt, was im Juli aus den Kofferraumklappen auf dem Bronnbacher Parkplatz herausgehoben wird.

Wie meldet man sich an?

Schriftlich mit Foto des Objekts, Postanschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und dem gewünschten Veranstaltungsort an:

BR Fernsehen

Kunst + Krempel

81011 München

oder per E-Mail an:

kunstundkrempel@br.de

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Bronnbach
Anna Baum
Bayerischer Rundfunk
Familienbesitz
Felswände
Gemälde
Klöster
Kulturhistoriker
Musikinstrumente
Skulpturen
Volkskultur
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen