Würzburg

Welches Tier passt zu mir?

Mehr als 13 Millionen Katzen, fast neun Millionen Hunde, fünf Millionen Kaninchen, Hamster und Meerschweinchen, dazu knapp fünf Millionen Ziervögel – die Deutschen halten rund 30 Millionen Haustiere. Im Idealfall verbringen die Tiere lange Zeit mit „ihren“ Menschen: Katzen können über 20, Hunde bis zu 19, Kaninchen bis zu elf und Meerschweinchen etwa acht Jahre alt werden. Man sollte sich also reiflich überlegen, ob ein Tier ins Leben passt – und welches.

Hund

Egal ob klein oder groß, ob Rassehund oder Mischling, Hunde sind anspruchsvoll. Sie wollen nicht nur um den Block geführt werden, bis sie ihr Geschäft erledigt haben. Hunde müssen rennen und mit Artgenossen toben, sie müssen körperlich und geistig beschäftigt werden. Und sie sind Rudeltiere, die nicht länger als vier Stunden allein sein wollen. Wer meint, dass sein Hund neun Stunden daheim schlafen soll, bezahlt die Fehleinschätzung oft mit zerlegtem Mobiliar. Natürlich kann man auch einen Hund haben, wenn man berufstätig ist. Dann muss aber ein Hundesitter her oder eine Hundetagesstätte – was Geld kostet.

Kinder sind übrigens keine verlässlichen Hundebetreuer. Ihre Interessen ändern sich schnell und allzu oft verdrängt die erste Liebe oder ein Sportturnier das Tier von Platz eins der Beliebtheitsskala. Kinder sind auch keine Hundeerzieher. Hundeschulen, wo die Eltern nachmittags Kind und Hund absetzen und nach einer Stunde wieder abholen, wissen ein Lied davon zu singen.

Katze

Katzen haben, wenn sie ausschließlich im Haus leben, ähnlich hohe Ansprüche wie Hunde: Sie wollen beschäftigt werden und sind nicht gerne allein. Deshalb sollte man Katzen nie allein halten, sondern mindestens im Doppelpack. Ein stabiler Kratzbaum und erhöhte Sitzplätze sind bei reiner Wohnungshaltung Pflicht. Sonst machen die Stubentiger während der Abwesenheit ihrer Besitzer Party: wetzen ihre Krallen an Polstermöbeln, rupfen Tapete von der Wand, klettern die Gardinen hoch. Und eine Katze, die sich langweilt oder vernachlässigt fühlt, bestraft das gerne mit Unsauberkeit. Und Katzenurin stinkt fürchterlich. Ist die Katze „Freigänger“, lebt sie, je nach Wohnlage, ziemlich gefährlich. Unfälle und Bissverletzungen nach Katzenkämpfen bedeuten teure Besuche beim Tierarzt. Und auch Freigängerkatzen brauchen eine zuverlässige Betreuung, wenn ihre Menschen in Urlaub sind.

Zwergkaninchen

Eines gleich vorweg: Kaninchen brauchen deutlich mehr Platz und Auslauf, als ihnen handelsübliche Käfige bieten. Außerdem sollte man Kaninchen nie allein, sondern immer wenigstens zu zweit halten. Dann liegt der Platzbedarf bei vier Quadratmetern, die aber auch nur dann ausreichen, wenn die Tiere zusätzlich Freilauf in der Wohnung oder, besser noch, im Garten haben, wo sie rennen und Haken schlagen können. Um sich halbwegs wohlzufühlen, brauchen Kaninchen im Gehege mehrere Ebenen und Verstecke. Da sind dann Heimwerker gefragt. Übrigens ändert auch gute Haltung nichts daran, dass die Tiere ziemlich anfällig für Krankheiten sind. Und die Reinigung der Gehege ist nicht wirklich was für empfindliche Nasen. Denn auch wenn sie so aussehen: Kaninchen sind keine Kuscheltierchen. Als Fluchttiere mögen sie es gar nicht, auf den Arm genommen zu werden. Außerdem sind sie dämmerungsaktiv und machen nachts und am frühen Morgen gerne Krach.

Meerschweinchen und Goldhamster

Was für Kaninchen gilt, gilt auch für Meerschweinchen: Es ist sträflich, sie allein zu halten, sie brauchen täglichen Freilauf und ein großes Gehege. Und am Ruf, dass sie verschmust und unkompliziert sind, ist nichts dran: Zum Kuscheln sind Meerschweinchen denkbar ungeeignet. Goldhamster übrigens sind auch nachtaktiv – am Tag sollte man sie in Ruhe lassen und beim Schlafen nicht stören. „Anfassen und Hochheben ist purer Stress für sie“, sagt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund.

Zeit, Geduld und der Plan B

Für alle Tiere gilt: Tierbesitzer brauchen, außer viel Zeit und Geduld für ihre vierbeinigen Mitbewohner, einem tierlieben Vermieter und Geld für Tierarztbesuche, auch einen Plan B. Was wird aus dem Tier, wenn die Familie auseinanderbricht? Wenn jemand ernsthaft erkrankt? Wenn ein Baby kommt? Ist das geklärt, steht der Anschaffung nichts mehr im Weg.

Und wo findet der verantwortungsbewusste Tierfreund dann seinen neuen Mitbewohner? Für Tierschützer ist das keine Frage: Bei den Tierschutzorganisationen gebe es Tiere eines jeden Alters, jeder Größe und fast jeder Rasse. Auf den Pflegestellen der kleinen und in den Tierheimen der großen Tierschutzvereine warteten viele Vierbeiner auf ein neues Zuhause. GISELA SCHMIDT

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