Karlstadt

50 Jahre Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder in MSP

Wer Kinder hat, der weiß, dass in gewissen Entwicklungsphasen Sorgen und Probleme nicht ungewöhnlich sind. Nicht immer sind die Eltern alleine in der Lage,ok.  Lösungen für schwierige Familiensituationen zu finden.  Hilfe und Rat erhalten Eltern und ihre Kinder im Landkreis Main-Spessart bei der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder – schon seit 50 Jahren.
Mit dem Team der Beratungsstelle voll auf Kurs.
Foto: Andrea Stiel | Mit dem Team der Beratungsstelle voll auf Kurs.

Wer Kinder hat, der weiß, dass in gewissen Entwicklungsphasen Sorgen und Probleme nicht ungewöhnlich sind. Nicht immer sind die Eltern alleine in der Lage,ok.  Lösungen für schwierige Familiensituationen zu finden.  Hilfe und Rat erhalten Eltern und ihre Kinder im Landkreis Main-Spessart bei der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder – schon seit 50 Jahren.

Der geplante Festakt zum Jubiläum in diesem Monat könne derzeit "leider nicht stattfinden", teilt die Beratungsstelle mit. Doch eine Pressemitteilung erinnert an die Anfänge und stellt das vielfältige Angebot der Einrichtung dar. Der Anfang der Beratungsstelle 1970 mit nur zwei Nachmittags-Sprechstunden pro Monat war  bescheiden. Doch mit der steigenden Akzeptanz wurde die Fachstelle in den folgenden Jahren systematisch ausgebaut. Heute lassen sich jährlich bis zu 800 Familien beraten. Zwei Psychologinnen und ein Psychologe, drei Sozialpädagoginnen und eine Sekretärin sind in der Beratungsstelle beschäftigt.

Kostenfrei und vertraulich

Wie 1970 gilt noch heute: Alle Gespräche sind kostenfrei und vertraulich.  Ein Krankenschein oder eine Überweisung werden für einen Termin nicht benötigt. Bei der ersten Kontaktaufnahme werden in der Regel mit der Sekretärin alle organisatorischen Fragen geklärt. Neben der Hauptstelle in Karlstadt sind Außenstellen in Gemünden, Lohr und Marktheidenfeld regelmäßig besetzt sind. In der Regel werden Termine innerhalb von vier Wochen vergeben, dafür eingeplant sind rund eineinhalb Stunden. Für Krisensituationen gibt's Akut-Telefongespräche und kurzfristige Termine.  

Bis Ende der 90er war ein Schwerpunkt die Entwicklungsdiagnostik bei Kindergartenkindern und Diagnostik bei Schulschwierigkeiten. Da es bis kaum Therapieplätze im Landkreis gab, wurden Kinder und Jugendliche zuweilen auch längerfristig psychotherapeutisch begleitet. Den diagnostischen und psychotherapeutischen Anteil der Arbeit haben heute zum Großteil andere Stellen übernommen.  Die klassischen Familien- und Erziehungsthemen sind Schwerpunkte der Arbeit geblieben, der präventive Anteil sowie die Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen Stellen nimmt größeren Raum ein.

Problemfelder Pubertät und Scheidungen

Das erste Gespräch findet mit den Eltern oder einem Elternteil statt.  Gemeinsam mit den Ratsuchenden werden konkrete und selbst umsetzbare Lösungen erarbeitet. Wenn ein Elternteil gesundheitlich oder psychisch belastet ist oder die Familie sich durch äußere Umstände in einer Krisensituation befindet, brauchen diese Eltern zunächst das Gefühl, dass man sich Zeit nimmt und zuhört. Dann öffnen sie sich, so dass mögliche Lösungsschritte auf die Situation der jeweiligen Familie angepasst werden können. Die Pubertät ist eine Entwicklungsphase, in der besonders viele Eltern Hilfe suchen. Es ist nicht leicht für Eltern, mit den ständigen Gefühlswechseln der Jugendlichen zu leben und trotzdem im Gespräch zu bleiben.

Die Hälfte der Familien, die in die Beratungsstelle kommen, sind von Trennung und Scheidung betroffen. Die Beratungsstelle bietet dazu mit moderierten Elterngesprächen und Mediation eine Plattform für konstruktive Lösungen. 

Die individuelle Beratung wird ergänzt durch verschiedene Gruppenangebote:  Kindergruppen, die die soziale Kompetenz stärken oder Kindern helfen ihre Emotionen zu regulieren, eine Trennungs- und Scheidungsgruppe, Elternkurse und eine Integrationsgruppe für syrische Mütter und ihre Kinder. Neben diesen Angeboten auf freiwilliger Basis hat die Beratungsstelle in den letzten Jahren in Kooperation mit dem Familiengericht Gemünden und dem Amt für Jugend und Familien das Konzept der verpflichtenden Beratung entwickelt.

Bei der Kooperation mit dem Familiengericht handelt es sich um das Modul der Konfliktmediation bei (hoch) strittigen Eltern. Denn die psychischen Belastungen und Schäden für Kinder, deren Eltern sich dauerhaft bekämpfen, sind wissenschaftlich belegt. Das Gericht verpflichtet deshalb Eltern auch zu gemeinsamen Gesprächen in der Konfliktmediation. Das Amt für Jugend und Familien verpflichtet Eltern zu Gesprächen, wenn es um Themen des Kinderschutzes geht. Neben anderen Hilfen ist die Beratungsstelle hier ein Baustein des Hilfeplanes.  

Informationen zur Arbeit der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder auf der Webseite: www.erziehungsberatung-msp.de

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