Hausen

Als Stargast war Gerd Müller in Hausen

Am 12. Juli 1992 wurde das neue Sportgelände des SV Hausen/Rohrbach eingeweiht. Zur Feier des Tages spielte der SV (vordere Reihe) gegen die Amateurmannschaft des FC Bayern München (hinten). Mit dabei war auch Gerd Müller (hinten, Zweiter von links). Links neben ihm ist SV-Mann Edmund Knöferl zu sehen
Foto: Repro: Wolfgang Dehm | Am 12. Juli 1992 wurde das neue Sportgelände des SV Hausen/Rohrbach eingeweiht. Zur Feier des Tages spielte der SV (vordere Reihe) gegen die Amateurmannschaft des FC Bayern München (hinten).

Normalerweise hätte der Sportverein Hausen/Rohrbach sein 70-jähriges Bestehen heuer im Juni in Verbindung mit dem traditionellen Buchentallauf mit einem dreitägigen Fest gefeiert.

Aber 2020 war kein normales Jahr. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten weder das Fest noch der Lauf stattfinden. Auch die für den Herbst vorgesehenen Ehrungen und Diavorträge fielen ins Wasser, und virusbedingt wird der SV in dieser Saison auch keine Faschingsveranstaltungen durchführen können.

Ein Blick zurück: Am 12. Februar 1950 gründeten 34 fußballbegeisterte Männer im damaligen Gasthaus Gold (heute: Zum Stern) den Hausener Sportverein (HSV). Als Sportplatz wurde der Eckersberg hergerichtet, als Umkleideraum diente das ehemalige Waldhaus, das im Forst ab- und am neuen Sportplatz neu aufgebaut wurde. Ab September 1950 beteiligte sich die 1. Mannschaft des Vereins – in den Farben Grün und Weiß – an den Verbandsspielen.

Weitere wichtige Ereignisse für den Verein waren der Bau des neuen Sportplatzes, der am 23. September 1959 eingeweiht wurde sowie die Errichtung einer Sporthalle. Diese wurde im Rahmen eines dreitägigen Festes, das vom 28. bis 30. Juni 1963 stattfand, feierlich den Sportlern übergeben.

Weitere Abteilungen

Bald schon stellte sich heraus, dass die Sporthalle zu klein war, was damit zusammenhing, dass neben dem Fußball weitere Abteilungen hinzugekommen waren.  1970 begann man damit, eine Erweiterung der Sporthalle zu planen. Der Hauptbau wurde 1972 fertiggestellt, 1973 und 1974 wurden weitere Räume angebaut und der Haupteingang verlegt.

Ein weiterer großer Schritt in der Vereinsgeschichte war der Bau eines neuen Sportgeländes mit Festplatz, welches am 12. Juli 1992 eingeweiht wurde. Zur Feier des Tages spielte die 1. Mannschaft des SV Hausen/Rohrbach gegen die Amateur-Mannschaft des FC Bayern München. Wie das Spiel ausging, daran erinnert sich der langjährige SV-Vorstand Edmund Knöferl heute nicht mehr. Aber eines weiß er noch genau: Mit in Hausen dabei war damals auch Gerd Müller, der vor wenigen Wochen 75 wurde. Der "Bomber der Nation", wie er genannt wurde, war damals mit den Bayern-Amateuren angereist, um seinen Fans in Hausen Autogramme zu geben.

Weitere Umbauten am Sportheim erfolgten um das Jahr 2000 herum. Neben einer Renovierung der Halle wurden auch die Duschen erneuert und ein Schiedsrichterraum eingerichtet.

Neuer Name

Dass der Sportverein heute einen anderen Namen trägt als in den Anfangsjahren, hängt damit zusammen, dass es 1968 zu einem Zusammenschluss mit der Schützenabteilung Rohrbach kam. Auch als die Schützenabteilung später wieder ausgegliedert wurde, blieb der Name Sportverein Hausen/Rohrbach bestehen.

Aktuell hat der Verein rund 450 Mitglieder und ist der größte Verein in Hausen. Er umfasst die Abteilungen Fußball (seit 2012 zusammen mit Steinfeld), Tischtennis, Breitensport und Fasching.

Wichtig sei dem Verein von jeher die Jugendarbeit gewesen, betont Edmund Knöferl. Die Umsetzung der verschiedenen Projekte erfolgte seinen Worten nach immer mit viel Eigenleistung – "sonst wär's nicht zu stemmen gewesen". Die Sporthalle des SV Hausen/Rohrbach wurde seinen Worten zufolge jahrelang auch für den Schulsport genutzt.

Ende Juni 1963 bekam der neue Sportplatz des SV Hausen/Rohrbach den kirchlichen Segen.
Foto: Repro: Wolfgang Dehm | Ende Juni 1963 bekam der neue Sportplatz des SV Hausen/Rohrbach den kirchlichen Segen.

Laut Knöferl fanden früher in der Sporthalle viele Großveranstaltungen mit Tanz statt, was dem Verein Einnahmen gebracht habe. Da dies heute nicht mehr der Fall sei, bedeute der Erhalt der Sporthalle mittlerweile eine große finanzielle Belastung für den Verein.

In diesem Jahr habe sich die Vorstandschaft leider mehr mit Hygienekonzepten beschäftigen müssen, als mit Sport, bedauert Knöferl. Im Freien sei zwar ein bisschen was gegangen, auch die Sportabzeichen habe man abnehmen können, ansonsten aber sei es schwierig gewesen.

Besonders hart hat es laut Knöferl die Faschingsabteilung getroffen. Normalerweise trainierten die Tanzgruppen den ganzen Sommer über – was heuer coronabedingt nicht möglich gewesen sei; "das ist schon schmerzhaft". Auch der Vereinsausflug habe nicht stattfinden können.

Titelbild des Protokollbuchs des SV Hausen/Rohrbach aus dem Gründungsjahr 1950.
Foto: Repro: Wolfgang Dehm | Titelbild des Protokollbuchs des SV Hausen/Rohrbach aus dem Gründungsjahr 1950.
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