LAUDENBACH

Auf den Spuren jüdischen Lebens

Aktionstag auf dem Friedhof: Eine Gruppe des DGB nahm den Antikriegstag zum Anlass für einen historischen Rundgang zum Thema „Jüdisches Leben und Kultur in Laudenbach“. Das Bild zeigt die Gruppe auf dem jüdischen Friedhof von Laudenbach.
Foto: Armin Marschall | Aktionstag auf dem Friedhof: Eine Gruppe des DGB nahm den Antikriegstag zum Anlass für einen historischen Rundgang zum Thema „Jüdisches Leben und Kultur in Laudenbach“.

Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite. Beide Jahrestage machten den diesjährigen Antikriegstag am 1. September zu einem zentralen Ereignis zur Erinnerung und Mahnung. Eine Gruppe des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) nahm den Tag zum Anlass für einen historischen Rundgang zum Thema „Jüdisches Leben und Kultur in Laudenbach“.

Im Karlstadter Stadtteil hat sich ein in der Region einmaliges Ensemble erhalten: mit der ehemaligen Synagoge, der Mikwe, der Mazzenbäckerei und dem jüdischen Friedhof sind alle Stätten und Einrichtungen einer jüdischen Gemeinde erhalten geblieben. Dies beeindruckte auch die Mitglieder des DGB-Kreisverbands Main-Spessart bei der Führung in der Synagoge durch Georg Schirmer und der anschließenden Führung über den jüdischen Friedhof durch Georg Schnabel.

Der Vorsitzende des Förderkreises, Georg Schirmer, berichtete über die Geschichte der Synagoge und über die angestrebte spätere Nutzung des Gebäudes. Die Synagoge wurde im 17. Jahrhundert erbaut und nach ihrer Verwüstung 1938 als Lagerraum genutzt. Der Förderkreis wurde im Januar 2013 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Synagoge zu erhalten und zu sanieren. Sie soll später der Gemeinde für kulturelle und öffentliche Zwecke zur Verfügung stehen und für die Jugendarbeit genutzt werden.

Georg Schnabel ist ein ausgewiesener Kenner der Laudenbacher jüdischen Gemeinde. Er pflegt seit 30 Jahren den Friedhof und hat sich das Judentum zur Lebensaufgabe gemacht. Auf dem großen Verbandsfriedhof wurden über 400 Jahre lang die Verstorbenen aus den jüdischen Gemeinden der Region beigesetzt. Viele fast vergessene „Judenwege“ führen unter anderem deshalb nach Laudenbach.

Lena Werner, die Vorsitzende des DGB Main-Spessart, und Organisationssekretär Björn Worthmann bedankten sich bei Schirmer und Schnabel sowie bei den zahlreichen Teilnehmern. Zum Antikriegstag am 1. September fanden zudem eine Ausstellung in Schweinfurt zum Thema „Schweinfurt im Ersten Weltkrieg“ und in Aschaffenburg eine Kundgebung mit Friedenstrommlern statt.

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