Karlstadt

B26n-Variante für Karlstadt: Entlastung innerorts, mehr Verkehr auf Karolingerbrücke

Viele Ziele erreicht: Entlastung für Bodelschwingh-, Arnsteiner und Eußenheimer Straße, Lärmschutz für Heßlar und Schönarts. Viele Nachfragen der Stadträte.
B26n-Variante für Karlstadt: Entlastung innerorts, mehr Verkehr auf Karolingerbrücke

Volles Haus im Karlstadter Stadtrat: Vertreter des Staatlichen Bauamts Würzburg stellten am Donnerstagabend ihre favorisierte Trassenführung der B26n im Raum Karlstadt vor und nicht nur die Gremiumsmitglieder, sondern auch interessierte Bürger und Bürgermeisterkandidaten wollten sich das nicht entgehen lassen.

Verkehrsgutachter Alexander Goth erklärte, dass anfangs fünf mögliche Trassenführungen im Gespräch waren. Vorschlag 2 habe die günstigste Verkehrsprognose und größte Entlastung innerstädtischer Straßen ergeben, deswegen wurden davon drei mögliche Varianten genauer untersucht. Variante 2A beispielsweise ergebe Entlastungen in Brückenstraße (2000 Fahrzeuge weniger pro Tag), in der inneren Arnsteiner Straße (-400 Fahrzeuge), Bodelschwinghstraße (-100), inneren Eußenheimer (-1200) und Würzburger Straße (-700).

Variante 2C, die dieser Trasse noch eine Verbindungsrampe vom Kreisverkehr am Hammersteig zur Würzburger Straße hinzufügt, sorgt für stärkere Entlastung der Ortsstraßen (Brückenstraße -2600, innere Arnsteiner -500, Bodelschwinghstraße -800, innere Eußenheimer -3300) und für eine Verkehrszunahme um 1100 Fahrzeuge pro Tag auf der Würzburger Straße. "So soll es sein", sagte Bürgermeister Paul Kruck. "Das führt zur Bündelung des Verkehrs auf Bundesstraßen, nicht innerorts."

Lärmschutz für Heßlar und Schönarts

Max Endrich vom Staatlichen Bauamt erläuterte anschließend weitere Planungen zur favorisierten Variante 2C. Die Spange soll mit 500 Metern Entfernung nördlich von Heßlar verlaufen, ein Lärmschutzwall ist geplant. Bei Schönarts ließ sich die Trasse etwa 450 Meter von der Wohnbebauung fernhalten; auch dort ist ein Lärmschutz vorgesehen.  "Bei Karlstadt bleiben Flächen für ein mögliches Baugebiet Hirschfeld frei", so Endrich. 

Endrich hält den "Ringschluss um Karlstadt" für eine gute Lösung, den überregionalen Verkehr abzuwickeln. "Das hat Vorteile für Karlstadt", sagte er. Die Abstufung der Eußenheimer Straße und Arnsteiner Straße zu Ortsstraßen sei vorgesehen. Nördlich von Karlstadt werde der Verkehr aber zunehmen. Rund 7000 Fahrzeuge mehr werden täglich laut Prognose über die Karolingerbrücke fahren. Am Kreisverkehr vor Karlburg sei deshalb eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer  und eine Verlängerung des bestehenden Lärmschutzwalls sinnvoll.

Diskussion bei Bürgerversammlung am 9. Dezember

Diese Planung wird bei einer Bürgerversammlung am 9. Dezember im Historischen Rathaus vorgestellt. "Wir würden die Variante 2C weiterverfolgen", sagte Max Endrich. Er wies darauf hin, dass die Umsetzung von Bauabschnitt 2 ohne Pause gleich im Anschluss an Abschnitt 1 erfolgen soll. Auch Autobahnen würden "in mehreren Abschnitten geplant, aber durchgehend gebaut", beschwichtigte er die Stadträte. 

Horst Wittstadt wünschte sich eine Verkehrsprognose für Mühlbach und Laudenbach. Endrich konnte keine Zahlen vorlegen, sagte aber, es werde auch dort zu einer Entlastung kommen. Armin Beck fürchtete, dass das Naherholungsgebiet Saupurzel "komplett zerstört" würde, und kritisierte, dass keine Prognosen für die Stadtteile gezeigt wurden. Endrich erklärte, dass Straßenbau am Saupurzel nicht nötig sein werde: "Wir wollen auf der vorhandenen Straße bleiben." Die Auswirkungen der Verkehrszunahme auf das FFH-Gebiet werde zurzeit "sehr intensiv geprüft". 

Endrichs großes Versprechen

Max Endrich erklärte: "Sie haben schon recht, dass die Auswirkungen auf die Stadtteile berechnet, geprüft und abgewogen werden müssen." Aber die B26n sei "ein äußerst komplexes Mammutprojekt". Zuerst müsse die Basis, die Trassierung klar sein. Es sei schlicht nicht möglich "an allen Ecken gleichzeitig zu arbeiten". Nach eineinhalbstündiger Diskussion lehnte sich Endrich weit aus dem Fenster: "Ich verspreche Ihnen, dass wir das Bestmögliche für Karlstadt erreichen. Es wird keine Minimallösung geben."

Armin Beck (Grüne) überreichte dem Bürgermeister zum Abschluss des Tagesordnungspunkts einen von 200 Personen unterschriebenen Bürgerantrag an die Stadt. Dieser Antrag fordert die Stadt auf, gegen das Planfeststellungsverfahren zu klagen, falls einige vom Karlstadter Stadtrat per Beschluss im September 2018 geforderten Punkte nicht eingehalten werden: "gemeinsames Planfeststellungsverfahren von Arnstein bis Karlstadt", "Verschieben der Linienführung bei Heßlar nach Norden" und "Verzicht auf die Ausfahrt Karlstadt-Ost".

Einen Beschluss zur vorgeschlagenen Linienführung wird der Stadtrat erst nach der Bürgerversammlung fassen.

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