LOHR

Beleidigung bringt 34-Jährigen ins Gefängnis

Laut telefonierend brachte ein 34-Jähriger an einem Tag im Juli dieses Jahres Unruhe in die Lohrer Zulassungsstelle und beleidigte sogar einen Mitarbeiter mit der Bemerkung, er solle sich erst einmal Haare wachsen lassen, gefolgt von einem schlimmen Schimpfwort. Das brachte ihm nun eine Haftstrafe ein. Der Mitarbeiter der Zulassungsstelle hatte ihn mehrfach vergeblich gebeten, rauszugehen und schließlich angekündigt, die Polizei zu rufen.

„Wenn das so war, tut es mir leid“, sagte der Mann jetzt vor dem Gemündener Amtsgericht, erinnern könne er sich allerdings nicht. Da er weder einen Führerschein noch ein Auto habe, wisse er auch nicht, was er auf der Zulassungsstelle gewollt haben könnte. Erst als Richter Christian Spruß den Namen einer Bekannten des Angeklagten nannte, dämmerte es ihm. Die habe er an jenem Tag wieder getroffen und zur Feier des Tages ein paar Bier mit ihr getrunken, nachdem er sie über zehn Jahr lang nicht gesehen hatte. Problem daran: Der 34-Jährige muss Psychopharmaka einnehmen und hat ein Alkoholproblem, wegen dem er auch schon in Therapie war.

Zwei Zeugen – der beleidigte Mitarbeiter der Zulassungsstelle und ein Besitzer eines Oldtimers – waren sich sicher, dass es der Angeklagte war, der in der Zulassungsstelle verbal ausfällig wurde. Wie die Beweisaufnahme ergab, hatte er zwei Frauen zur Zulassungsstelle begleitet, weil eine ein Auto anmelden wollte. Sowohl der beschimpfte Mitarbeiter als auch Landrat Thomas Schiebel als sein Dienstherr stellten hinterher Strafantrag.

Was bei einem unbescholtenen Bürger vermutlich zu einer Geldstrafe geführt hätte, kam de 34-Jährigen aus dem Raum Lohr teuer zu stehen, weil er elf Vorstrafen hat. Die meisten davon nach Jugendrecht, aber auch drei Geldstrafen sowie zur Bewährung ausgesetzte zwölf Monate Freiheitsstrafe wegen Beleidigung und Bedrohung. Vor vier Jahren hatte er am Rand eines Fußballspiels einen anderen Zuschauer bespuckt und ein Messer gezogen. Die Bewährungszeit lief noch, als er im Juli auf der Zulassungsstelle ausfällig wurde.

„Eine Geldstrafe reicht hier nicht“, befand der Staatsanwalt in seinem Plädoyer und forderte zwei Monate Haft. Die ließen sich mangels günstiger Sozialprognose nicht zur Bewährung aussetzen, dass der Angeklagte vor sechs Wochen eine Ausbildung begann, reiche dafür nicht aus.

„Ich kann mich nur wiederholen, es tut mir leid“, sagte der ohne Anwalt erschienene junge Mann. Da er es wohl getan habe, müsse er auch dafür büßen.

Mit zwei Monaten Freiheitsstrafe folgte Richter Christian Spruß dem Antrag des Staatsanwaltes. Die Verteidigung der Rechtsordnung erfordere hier eine kurze Freiheitsstrafe.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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