Karlstadt

BNN-Projekt gegen die Verbuschung von Kalkstandorten vorangetrieben

Ein Meer aus Lerchensporn freut sich über mehr Licht am Boden des zuvor verbuschten Waldrandes
Foto: Saskia Becker | Ein Meer aus Lerchensporn freut sich über mehr Licht am Boden des zuvor verbuschten Waldrandes

Das BayernNetzNatur (BNN)-Projekt des Landschaftspflegeverbandes Main-Spessart war im vergangenen Winter 2020/21 wieder tatkräftig, um wichtige Biotopflächen im Muschelkalkgebiet des Landkreises zu pflegen und wiederherzustellen. Bei den gepflegten Flächen handele es sich – laut Pressemitteilung des Landratsamt Main-Spessart – überwiegend um verbrachte Kalktrockenrasen, die durch eine Nutzungsaufgabe im Lauf der Jahre zugewachsen seien.

"Durch eine solche Verbuschung verschwanden viele ehemals artenreiche Kalktrockenrasen oder wurden von anderen artenreichen Flächen isoliert. Dadurch schwand auch die Artenvielfalt in unserer Landschaft. Das BNN-Projekt stellt in Zusammenarbeit mit Pflegelandwirten die verbuschten Kalktrockenrasen wieder her, um die Artenvielfalt im Landkreis zu steigern", erläutert das Landratsamt.

Kalktrockenrasen seien besonders artenreiche Biotope, da unter den mageren und trockenen Bodenverhältnissen nur spezialisierte Pflanzen wie zum Beispiel Küchenschelle, Kalk-Aster oder Helm-Knabenkraut wachsen können. Diese Pflanzen zögen wiederum seltene Schmetterlinge, Heuschrecken und Bienen an, die sich auf Pollen und Nektar von diesen Pflanzen spezialisiert haben.

Landwirte unterstützen Landschaftspflegeverband

Zum Erhalt der Kalktrockenrasen sei eine regelmäßige Pflege notwendig, damit diese nicht mit Sträuchern zuwachsen. Darum habe im Winter 2020/21 der Landschaftspflegeverband zusammen mit lokalen Landwirten verschiedene Kalktrockenrasen im Landkreis in Teilbereichen aufgelichtet und durch Mahd pflegen lassen, heißt es in der Pressemitteilung. Die Pflegeschwerpunkte lagen in den Gemeinden Eußenheim, Karbach, Karlstadt und Karsbach.

Bei den Pflegearbeiten werden vorhandene Landschaftselemente wie Trockensteinmauern oder Lesesteinhaufen immer berücksichtig und wenn möglich freigestellt. Diese böten vor allem Reptilien und Insekten Rückzugsräume und Sonnenplätze, schreibt das Landratsamt: "Wiesenflächen werden abschnittweise gemäht, damit im Frühjahr frisches Grün nachtreiben kann und ab April und Mai die ersten Weidetiere über die Flächen ziehen können. Durch Beweidung wird die Verbreitung der Pflanzensamen über den Transport im Fell der Tiere gefördert. Da die Weidetiere über das Jahr verteilt mehrere Weideflächen benötigen, tragen sie so essentiell zur Verbreitung und dem genetischen Austausch von Populationen bei."

Weitere Informationen zum Projekt können auf der projekteigenen Homepage gefunden werden: www.kalklebensräume-msp.net

Ein regelmäßig erscheinender Newsletter, für den man sich auf der Homepage anmelden kann, berichtet über laufende und zukünftige Arbeiten und Veranstaltungen des BNN-Projektes.

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