Karlstadt

Chrom aus Karlstadt: Qualität seit 50 Jahren

Blick in die Werkshalle der Firma Imhof Hartchrom in Karlstadt: Die Maschine zum Polieren und Bandschleifen kann Bauteile bis maximal zehn Meter Länge aufnehmen.
Foto: Werner Imhof | Blick in die Werkshalle der Firma Imhof Hartchrom in Karlstadt: Die Maschine zum Polieren und Bandschleifen kann Bauteile bis maximal zehn Meter Länge aufnehmen.

Mit 313 Metern ist das Maha Nakhon das zweithöchste Gebäude in Bangkok. Wer dort mit dem Aufzug fährt, tut dies auch dank der Karlstadter Firma Imhof Hartchrom GmbH. Sie hatte im vergangenen Jahr einbaufertige Aufzugskomponenten für dieses außergewöhnliche Gebäude hergestellt. Solchen besonderen Leistungen geht jahrelange Aufbauarbeit voraus. Ihren Anfang nahm die Firmengeschichte am 15. Mai 1970, also vor 50 Jahren, als der 2010 verstorbene Senior-Chef Anton Imhof zusammen mit Peter Hofmann die Metallveredelung „Hofmann & Imhof“ gründete.

Beispiele für das Bauteilespektrum der Firma Imhof Hartchrom.
Foto: Werner Imhof | Beispiele für das Bauteilespektrum der Firma Imhof Hartchrom.

Chromglänzende Hydraulikstangen an Baggern waren ursprünglich das Kerngeschäft des Unternehmens. Auch heute findet sich kaum ein Baumaschinenhersteller, der nicht ein Produkt der Karlstadter Firma einbaut. So lieferte Imhof bereits 1997 die Kolbenstangen für den damals größten Hydraulikbagger der Welt, den RH 400 von O&K (heute Caterpillar). Er wiegt 980 Tonnen.

Das Verwaltungsgebäude der Imhof  Hartchrom GmbH in der Karlstadter  Schönerstraße.
Foto: Werner Imhof | Das Verwaltungsgebäude der Imhof  Hartchrom GmbH in der Karlstadter  Schönerstraße.

Die Teile der Karlstadter Firma  sind aber weit vielfältiger im Einsatz als nur in Baumaschinen. Neben Führungssäulen für Kunststoffspritzmaschinen und Saftpressen werden beispielsweise auch Walzen für Bäckereimaschinen und Druckmaschinen hergestellt. Zudem werden viele einbaufertige Komponenten für die Mobilhydraulik sowie die Baumaschinenbranche gefertigt. 

Polieren, Drehen, Reibschweißen

Zu Beginn wurden die gelieferten Bauteile im Hause Imhof ausschließlich hartverchromt. Dabei werden Stahlteile in Bäder mit Chromsäurelösung gegeben. Strom wird angelegt. Das Chrom lagert sich an den Stahlteilen an. Rasch wurde das Fertigungsprogramm um das Polieren und das Rundschleifen ergänzt.

Ein Hydraulikkolben mit vier Metern Länge kommt aus dem Chrombad.
Foto: Werner Imhof | Ein Hydraulikkolben mit vier Metern Länge kommt aus dem Chrombad.

Mit dem Kauf der ersten CNC-Rundschleifmaschine in Italien begann 1981 der Aufbau der CNC-Schleiferei. Dank moderner CNC-Maschinen beherrscht das Unternehmen seitdem die für die Hartverchromung von Oberflächen benötigte Schleiftechnik. Die Gründung des Tochterunternehmens „Imhof Maschinenbauelemente GmbH“ ermöglichte ab 1994 auch die komplette zerspanende Fertigung, also das Drehen sowie Spindeln von Bauteilen.

Das Reibschweißen komplettierte schließlich das stetig gewachsene Fertigungsportfolio und stellt bis heute für das Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal am Markt dar, betont die Geschäftsführung. So findet sich in ganz Europa kein Unternehmen in der Branche der Oberflächenbeschichtung, das die zu verchromenden Bauteile vorher auch selbst reibschweißen könnte. Reibschweißen bedeutet, dass zwei gegeneinander gepresste Teile bewegt werden, wobei sie sich durch die Reibungshitze miteinander verbinden.

Investitionen in neue Technik

Wie die Geschäftsführung weiter erklärt, hebt sich das Unternehmen durch die Fertigung von Großbauteilen von seinen Mitbewerbern am Markt ab. Es werden Werkstücke bis zehn Metern Länge, einem Durchmesser von 60 Zentimetern und einem Gewicht von fünf Tonnen bearbeitet. Um diese Marktposition bei den Großbauteilen weiter auszubauen, wurde 2015 in eine neue Rundschleifmaschine mit einer Spitzenweite von acht Metern investiert. Die Anschaffung einer neuen Drehmaschine mit dieser Spitzenweite ist derzeit in Planung. Aktuell werden zwei CNC-Schleifmaschinen für insgesamt eine Million Euro in Betrieb genommen.

Heute fertigt die Firmengruppe der Imhof Hartchrom GmbH auf einer Produktionsfläche von 4500 Quadratmetern in der Johann-Schöner-Straße mit insgesamt 70 Mitarbeitern in einer Drei-Schicht-Fertigung Maschinenbauteile nach Konstruktionszeichnungen der Kunden in gehärteter, geschliffener, verchromter beziehungsweise nitrierter Ausführung. Beim Nitrieren wird der Stahl gehärtet.

Zwei Generationen im Unternehmen Hartchrom Imhof: Vorne von links Julia Imhof, Martin Imhof, Susanne Imhof. Hinten von links Thomas Imhof, Peter Imhof und Werner Imhof
Foto: Imhof | Zwei Generationen im Unternehmen Hartchrom Imhof: Vorne von links Julia Imhof, Martin Imhof, Susanne Imhof. Hinten von links Thomas Imhof, Peter Imhof und Werner Imhof

Dritte Generation im Geschäft

Während in den vergangenen Jahrzehnten die Brüder Peter, Werner und Thomas Imhof die Imhof Hartchrom GmbH in zweiter Generation führten, wurde mit dem Einstieg der dritten Generation Susanne, Martin und Julia Imhof in das Unternehmen ein weiteres Kapitel in der Unternehmensgeschichte aufgeschlagen. Somit führen nun zwei Generationen gemeinsam das Familienunternehmen in die Zukunft. Coronabedingt musste die ursprünglich für Mai geplante Jubiläumsveranstaltung zum 50-jährigen Firmenjubiläum abgesagt werden.
Quelle: Imhof
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