Karlstadt

Corona-Abschluss: Wie Schulen in MSP ihre Schüler vorbereiteten

Eine Umfrage unter den verschiedenen Schularten zeigt: Das Abschlussjahr steckte voller Herausforderungen, aber die Prüfungen liefen geregelt. Was stattdessen Probleme bereitete.
Schülerinnen und Schüler der FOS/BOS Marktheidenfeld diskutierten auf Englisch, um sich auf das Abitur vorzubereiten. Laut Schulleiter Fred Strauß haben sie auch das Homeschooling 'sehr gut mitgemacht.'
Foto: Stephan Berz | Schülerinnen und Schüler der FOS/BOS Marktheidenfeld diskutierten auf Englisch, um sich auf das Abitur vorzubereiten. Laut Schulleiter Fred Strauß haben sie auch das Homeschooling "sehr gut mitgemacht."

Die Abschlussklassen im Landkreis mussten während Corona einiges mitmachen: Vor Weihnachten ging es in die Homeschoolingphase bis Februar, danach je nach Möglichkeit in den Wechsel- oder Präsenzunterricht. Leiter verschiedener Schularten erzählen, wie die Prüfungen und die Prüfungsvorbereitung im von der Pandemie geprägten Schuljahr abliefen. 

FOS/BOS Marktheidenfeld: Probleme mit Praktika

Für Fred Strauß, Schulleiter der FOS/BOS Marktheidenfeld, war die Organisation der Prüfungen eine Herausforderung: "Das war das anspruchsvollste, weil die Schüler entscheiden konnten, ob sie sich vor der Abschlussprüfung testen lassen oder nicht. Die getesteten und die ungetesteten Schüler mussten getrennt geprüft werden", sagt er. Trotzdem erklärt der Schulleiter: "Wir haben alles gut über die Bühne gebracht." Kein einziger Schüler sei positiv gewesen, auch nicht bei den regelmäßigen Tests, die zweimal die Woche durchgeführt wurden. "Die Versorgung über das Landratsamt hat gut geklappt. Wir haben immer genug Tests und Masken für die Lehrkräfte zur Verfügung gehabt in der letzten Zeit", erklärt Strauß. 

Mehr Probleme habe die Organisation der elften Klassen bereitet: Die Schülerinnen und Schüler sollten im wöchentlichen Wechsel zwischen Schule und Praktikum unterrichtet werden. Nur habe es durch die Pandemie vor allem im sozialen Bereich kaum Praktikumsmöglichkeiten gegeben. "Da hatten wir extreme Probleme, Schüler unterzubringen. Als Ausweichmöglichkeit gab es das sogenannte Praktikum auf Distanz", sagt Strauß. Schülerinnen und Schüler hätten von Lehrkräften Arbeitsaufträge im Umfang von circa 35 Wochenstunden erhalten. Das sei für die Lehrkräfte extrem anstrengend und aufwändig gewesen. Aufgrund des Homeschoolings oder des Wegfalls der Praktika hätte niemand abgebrochen oder seinen Abschluss verschieben müssen. 

Mittelschule Zellingen: Keine neuen Inhalte im Homeschooling

An der Mittelschule in Zellingen waren die Prüfungen vergleichsweise einfach zu organisieren: Einerseits machten in diesem Jahr laut dem stellvertretenden Schulleiter Peter Stenglein nur 32 Schülerinnen und Schüler ihren Abschluss. Andererseits waren die Prüfungen später als in normalen Jahren und die schriftlichen Prüfungen konnten durch die niedrigen Inzidenzen ohne vorherige Tests ablaufen.

"Wir haben versucht, soweit es möglich war, neue Inhalte auf die Zeit nach dem Homeschooling auszugliedern."
Peter Stenglein, stellvertretender Schulleiter an der Mittelschule Zellingen

Trotzdem gab es einige Umstellungen. Einige Wochen lang musste Religion im Klassenverband unterrichtet werden statt wie sonst über Klassengrenzen hinweg je nach Konfession. "Das heißt, der Religionsunterricht der verschiedenen Glaubensrichtungen wurde zusammengelegt", erklärt Stenglein. Das habe gut funktioniert, aber die Lehrer mussten sich daher erst einmal mögliche Lehrinhalte überlegen. Im Sport waren dann die Mannschaftssportarten das Problem: In den Abschlussprüfungen konnten die Prüflinge nur in der Theorie bewertet werden. "Wir haben versucht, soweit es möglich war, neue Inhalte auf die Zeit nach dem Homeschooling auszugliedern", sagt Stenglein zur Prüfungsvorbereitung. So seien im Homeschooling hauptsächlich bestehende Inhalte geübt worden. Bestanden haben über 80 Prozent den qualifizierenden Hauptschulabschluss, weiß Stenglein bereits.

Gymnasium Lohr: Oberkante bei den Wiederholern

Abbrüche vor dem Abitur gab es auch am Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium Lohr keine: "Wir haben ein paar, die jetzt das Jahr wiederholen werden. Eklatant viel mehr würde ich nicht sagen, aber es ist die Oberkante von dem, was wir erwartet haben", erklärt der stellvertretende Schulleiter Volkhard Stierhof. Das Homeschooling habe für ihn eines deutlich gemacht: "Es gibt Schüler, die schon sehr weit sind in Sachen Selbstorganisation, Selbstmotivation und Studierfähigkeit. Für die war das überhaupt kein Problem. Und es gibt welche, da hätten wir uns gewünscht, sie näher führen zu können", erklärt er. 

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Insgesamt stellt Stierhof aber fest: "Der Schnitt war gut. Es ist alles ok." Zum Ablauf der Prüfungen erklärt der Konrektor: "Wir haben vorher getestet oder uns einen Test mit dem Nachweis über Coronafreiheit mitbringen lassen. Das hat auch gut geklappt." Die Schüler hätten eine Arbeitszeitverlängerung gehabt und alle mit Masken geschrieben. 

Realschule Karlstadt: Unterricht per Livestream

"Schwierig" betitelt Thorsten Stöhr, Schulleiter der Realschule Karlstadt, den Ablauf des vergangen Schuljahres. Der Wechselunterricht sei fast noch schwieriger als das Homeschooling gewesen. Jeden zweiten Tag seien Schülergruppen vor Ort gewesen, der andere Teil der Klasse zuhause. "Wir haben den Unterricht dann teilweise live gestreamt, aber Sie können sich nicht um beides hundertprozentig kümmern", sagt Stöhr.

In den letzten Wochen vor den Prüfungen war dann normaler Unterricht möglich. Mit der Prüfungsvorbereitung seien die Abschlussklassen gut hingekommen: "Die letzten Wochen hatten wir wie jedes Jahr Zeit, einfach nur noch Abschlussprüfungen zu üben. Es war nicht so, dass bis zum letzten Tag neuer Stoff gemacht werden musste", sagt Stöhr. Abbrecher waren hier ebenfalls kein Thema: "Alle, die am Anfang des Jahres in der zehnten Klasse waren, haben jetzt auch Prüfung gemacht." 

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