Marktheidenfeld

Corona bereitet türkisch-islamischer Gemeinde finanzielle Probleme

Der neue Imam Cuma Celic würde gern mehr Kontakt zu den christlichen Gemeinden aufnehmen, doch Corona macht es ihm schwer. Auch die Veranstaltungen fehlen dem Verein.
Ein halbes Jahr in Marktheidenfeld: Iman Cuma Celik war zuvor in Gunzenhausen (Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen) tätig.
Foto: Martin Harth | Ein halbes Jahr in Marktheidenfeld: Iman Cuma Celik war zuvor in Gunzenhausen (Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen) tätig.

Die Türkisch-Islamische Gemeinde in Marktheidenfeld hat seit einiger Zeit einen neuen Vorbeter. Im November hat Imam Can Nuh das DiTiB-Gemeindezentrum an der Marktheidenfelder Udo-Lermann-Straße verlassen und ist in die Türkei zurückgekehrt.

Danach hat die türkische Anstalt für Religion den 41-jährigen Cuma Celik für ein halbes Jahr nach Marktheidenfeld entsandt. Zusammen mit seiner Frau Yasemin und zwei Söhnen ist er aus Gunzenhausen (Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen) gekommen, wo er zuvor für zweieinhalb Jahre als Imam tätig war. Ursprünglich kommt Celik aus Hatay, einer südlichen, türkischen Provinz an der syrischen Grenze.

Fragt man den Imam, wie es ihm in Marktheidenfeld gefalle, dann gehen bei ihm beide Daumen hoch: "Alles in bester Ordnung". Eigentlich habe er sich für seine persönliche Übergangszeit noch viel vorgenommen. Auch Celik soll im Sommer mit seiner Familie wieder in die Heimat zurückkehren.

Kontakt zur Gemeinde über soziale Netzwerke

Er wollte gerne mehr öffentlich machen und Kontakte suchen, so auch zu den beiden christlichen Kirchen in Marktheidenfeld. Aber das Corona-Infektionsgeschehen lasse leider nicht viel zu, wenn Kontakte eben vermieden werden sollen. Die täglichen Gebetszeiten werden oft zu sehr einsamen Angelegenheiten. Zusammen mit seiner Frau ist Imam Celik aber für seine Gemeindemitglieder in den sozialen Medien im Internet präsent

Die Corona-Krise sei natürlich auch an der kleinen Türkisch-Islamischen-Gemeinde in Marktheidenfeld nicht spurlos vorbeigegangen. "Das trifft uns schon hart", sagt der Vorsitzende Vedat Karakoc. Man könne nicht wie gewohnt zusammenkommen. Größere Veranstaltungen fallen aus. Das Gemeindeleben ist stark eingeschränkt.

Gläubige müssen eigene Gebetsteppiche mitbringen

Damit brechen für den Verein auch Einnahmen weg, beispielsweise aus dem Verkauf von Speisen und Getränken. "Wir haben finanzielle Sorgen", bekennt Karakoc und spricht damit ein Problem an, das auch andere Vereine in der Stadt betrifft.

Für die Gebetszeiten, so auch für das Freitagsgebet, gelten in der Istiklal-Moschee im ersten Stock des Gemeindezentrums strenge Hygieneregeln. So bringe nun zum Beispiel jeder seinen eigenen Gebetsteppich von zuhause mit. "Wir achten auch besonders auf das Abstandhalten", betont Karakoc. Das habe zur Folge, dass weniger Gläubige zu den Gebeten kämen und kommen könnten.

Maximal um die 50 Personen seien gleichzeitig im gut gelüfteten Gebetsraum. Dabei hat der Vereinsvorsitzende eines bemerkt. Die Anzahl von Muslimen, die nicht der Gemeinde angehören, wächst. Immer mehr Flüchtlingsfamilien nähmen das religiöse Angebot in Anspruch. Sie seien aber nicht türkischer Herkunft und fänden deshalb wohl schwieriger in die Reihen des Vereins, vielleicht aber auch aus finanziellen Gründen.

Lesen Sie auch:

"Unser Aufwand für die Gemeinde wächst und unsere Kasse wird kleiner", fasst Karakoc seine Gedanken zusammen. Man werde nachdenken müssen, wie man dies künftig gestalten und verbessern könne. In der nächsten Zeit stehe aber zunächst der wichtige Fastenmonat Ramadan im Blickpunkt.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Main-Spessart und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren
Marktheidenfeld
Martin Harth
Christentum
Covid-19-Pandemie
Familien
Gläubige
Muslime
Ramadan
Social Media
Soziale Netzwerke
Söhne
Vereinsvorsitzende
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!