Lohr

Der Bär mit der Ukulele

Mit selbst gefilmten Musikvideos wächst die lokale Online-Fangemeinde von Werner 'der Bär' Hartmann in den lokalen sozialen Netzwerken. Der Heimleiter des Lohrer BKH hat selber 'einfach nur Spaß' an der Musik.
Foto: Frank Zagel | Mit selbst gefilmten Musikvideos wächst die lokale Online-Fangemeinde von Werner "der Bär" Hartmann in den lokalen sozialen Netzwerken. Der Heimleiter des Lohrer BKH hat selber "einfach nur Spaß" an der Musik.

Über 200 selber gespielte Lieder – vom Chanson bis zur Rocknummer – hat Werner Hartmann seit dem Beginn der Corona-Pandemie im März des vergangenen Jahres in Videoform über soziale Netzwerke hochgeladen. Der Leiter der Heime am Lohrer Sommerberg nennt sich selbst "der Bär". Anfänglich präsentierte er seine Werke noch ausschließlich einem erlesenen Kreis seiner Freunde, inzwischen hat er sich in der Lohrer Facebook-Gruppe "MainLohr Aktuell" seine eigene kleine Fangemeinde erspielt.

"Das war ein Kick für mich, endlich wieder auftreten zu dürfen – auch online", sagt der gebürtige Frammersbacher, der am 9. Februar seinen 59. Geburtstag feierte. Der Fundus an Songs, auf den der passionierte Musikliebhaber zurückgreifen kann, ist groß. Häufig beginnt Hartmann seine Nummern mit einer kurzen historischen Einleitung zum jeweiligen Stück. Seine Vorliebe steckt für den Musiker, der noch immer aktiv in der Band YEP spielt, "ganz klar in den 70ern". "Das ist die Musik aus meiner Jugend", sagt der Neil-Young-Fan, dessen Stücke Hartmann gerne intoniert.

Die Online-Auftritte begannen für Hartmann im Rahmen der ersten Ausgangsbeschränkungen. "Corona hat mich da voll getroffen. Da waren Ängste und Verunsicherung." Mit der Gitarre oder der Ukulele in der Hand, manchmal auch mit der Mundharmonika, lenkte sich der Sozialpädagoge ab. In den Vordergrund möchte sich Hartmann bei seinen Darbietungen nicht drängen. Rückmeldungen seiner Bekannten hätten allerdings schnell ergeben, dass die Musik auch diesen Ablenkung verschaffe und Spaß verbreite.

Aufnahme per Smartphone

Mikrofone und Verstärker benutzt Hartmann keine. Die Kurzvideos mit einem Lied nimmt er mit seinem Smartphone auf. "Ganz unverfälscht und so, wie ich Lust habe." Seit der Weihnachtszeit hat er die Frequenz der Veröffentlichungen gesteigert. Auch zur Motivation, selber wieder zu spielen, sagt er. Wie oft er zur Gitarre greift, hängt einzig und alleine von Hartmanns Laune ab. "Zur Zeit habe ich richtig Lust", gibt er an.

Dies hängt sicherlich auch mit der seit Mitte Januar bestehenden musikalischen Aktivität in "MainLohr Aktuell" zusammen, die ihm eine bisher unbekannte Zuhörerschaft ermöglicht. Diese honoriert die Beiträge des "Bären" mit zahlreichen "Gefällt mir"-Angaben und positiven Rückmeldungen. "Der Betreiber der Gruppe, Roland Scherg, hat mich angeschrieben, ob ich nicht Lust hätte, auch hier etwas zu posten", beschreibt Hartmann seinen Zugang zu der Gruppe mit mehr als 2600 Mitgliedern.

Und warum "der Bär"? Hartmann schmunzelt: "Wie viele andere kämpfe ich seit den Ausgangsbeschränkungen mit zunehmenden Kilos." Sein erstes veröffentlichtes Video war zudem das Lied "Probier's mal mit Gemütlichkeit" aus dem Dschungelbuch. Im Film gesungen von Balu, dem Bären. "Der Name hat zu mir gepasst."

Auch den jahrelang vernachlässigten Nutzen der Sozialen Netzwerke hat der Musiker mittlerweile erkannt. "Ich bin wieder in Kontakt mit einem Freund aus Irland, mit dem ich früher musiziert habe", sagt Hartmann. Auch mit weiter entfernt lebenden Bekannten habe er durch seine Videos wieder regelmäßig Kontakt.

Die Musik ist für Hartmann mehr als ein Hobby. Je nachdem wie er Lust hat, will er seine Aktivitäten fortsetzen. Wenn er seinen Zuhörern Freude bereiten kann, freut sich auch Hartmann. Am meisten freut sich "der Bär" aber, wenn er mit YEP endlich wieder live auf der Bühne stehen kann.

Werner Hartmann

Werner Hartmann spielt seit seinem 13. Lebensjahr Gitarre. Seit den 80er-Jahren trat er in diversen lokalen Cover-Bands auf. Am Lohrer Bezirkskrankenhaus arbeitet er seit 1993, seit 2010 ist er der Leiter des Heimbereiches.
Jahrelang musizierte der Sozialpädagoge in der "Summerhill-Band" mit anderen Angestellten bei Festen des Bezirkskrankenhauses. Mit seiner Band YEP spielt der Gitarrist und Sänger mit seinen drei Mitstreitern Rockmusik in akustischer Form.
Quelle: (frza)
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