Wiesenfeld

Dieses Christkind ist so echt, das hat sogar echte Haare

Das Wiesenfelder Christkind macht vor allem auf die kleinen Besucher großen Eindruck.
Foto: Tanja Schuhmann | Das Wiesenfelder Christkind macht vor allem auf die kleinen Besucher großen Eindruck.

Sie ist es zum fünften Mal: das Christkind, das am dritten Adventssonntag den Kindern bei der Lebenden Krippe in Wiesenfeld kleine Süßigkeiten verteilt. Inzwischen hat sich das Wiesenfelder Christkind an die Herausforderungen gewöhnt, hat schon Routine bekommen.

Aber als sie im Alter von sieben Jahren zum ersten Mal das Christkind für die Lebende Krippe im Karlstadter Stadtteil machen durfte, war sie „mega aufgeregt“, wie sie sagt. Damals durfte sie noch auf einem beigefarbenen Pferd mit eingeflochtenen LEDs in der Mähne zu ihrem Christkindsessel reiten. Durch die immer größere Zahl an Besuchern ist das allerdings mittlerweile zu gefährlich.

Mit einem weißen Kleid mit goldenen Sternen und einem Krönchen wird sie am Sonntag von zwei Engeln begleitet an ihren Platz neben dem Schäferwagen schreiten. Dort steht ein Korbsessel, auf dem ein wolliges Schaffell liegt. Und es wird sein wie in den vergangenen Jahren: Kaum hat sie Platz genommen, kommen auch schon die Kinder angelaufen. Wie eine Traube sammeln sich die Kinder um das Christkind.

Jeder darf sich eine Süßigkeit aus dem golden ausgekleideten Korb nehmen, dass das Christkind geduldig hält. Immer mit einem Blick darauf, dass jedes Kind etwas erhält. Nachdem alle Kinder versorgt sind, dürfen noch Fotos mit dem Christkind und den beiden Engeln gemacht werden. Viele Kinder verraten auch dem Christkind ihre Wünsche.

An ein dreijähriges Mädchen kann sich das Christkind besonders gut erinnern. Es meinte nämlich, dass die langen blond gelockten Haare des Christkindes nicht echt seien und zog mal kräftig daran. Erst als das Christkind „Aua“ sagte, merkte das kleine Mädchen, dass es an echten Haaren zog und an keiner Perücke.

Der Auftritt als Christkind wurde über die Jahre perfektioniert. Da es meistens ziemlich kalt ist, und man natürlich als Christkind nicht eine Jacke überziehen kann, trägt das Wiesenfelder Christkind Zwiebellook unter ihrem Kleid. Alles streng in Weiß gehalten. Wichtig sind natürlich goldene Schminke und goldener Nagellack. Die langen Haare werden zu besonders schönen Locken geformt. Bis das Christkind mit Haare stylen, Anziehen und Schminken fertig ist, vergehen da fast zwei Stunden.

„Das Schönste ist“, sagt das Christkind, „wenn die Kinder einen mit ihren großen Kulleraugen ganz ehrwürdig anschauen. Viele trauen sich erst gar nicht. Aber, wenn ich ihnen gut zurede und sie Unterstützung von den Eltern erhalten, kommen sie auch.“

Das Christkind kommt stündlich und verteilt Süßigkeiten. Während der Pausen schlendert es mit den beiden Engeln auch schon mal über den Weihnachtsmarkt und stärkt sich oder wärmt sich in der Schäferküche auf. „Besonders verzaubert ist die Atmosphäre, wenn die Lager und Schwedenfeuer an sind und ich an dem Platz an der Schäferhütte mit einer kleinen Laterne sitze“ schwärmt das Christkind. „Dann wird es wirklich weihnachtlich und es liegt eine ganz spezielle Stimmung in der Luft“.

Aber wer ist denn nun das Wiesenfelder Christkind? Die Wiesenfelder kennen es, obwohl es gar nicht aus Wiesenfeld ist, sondern aus Hausen. Selbst im Sommer, wenn das Christkind mit ihrem weißen Pony durch die Wiesenfelder Flur reitet, wurde sie schon angesprochen: „Du bist doch das Wiesenfelder Christkind, oder?“

Ja, und wie kann ein Christkind nur heißen? Natürlich – Angelina! Und dreimal dürft ihr raten, wann sie Geburtstag hat: in der Weihnachtszeit am 21. Dezember.

 

Anm. der Redaktion: Erzählt hat diese Geschichte die Christkind-Mutter Tanja Schuhmann, zugleich freie Mitarbeiterin der Redaktion.
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