Erlenbach

Ein Bett im Weinberg: Hoteliers wollen sichtbar bleiben

Mit einer ungewöhnlichen Aktion versucht der Verband Christlicher Hoteliers ein Zeichen zu senden. Das Hotel Anker aus Marktheidenfeld beteiligte sich.
Johannes und Josef Deppisch vom Hotel Anker und Petra Rieckmann vom Verband Christlicher Hoteliers (VCH) trugen ein Hotelbett in den Weinberg am Erlenbacher Krähenschnabel. Mit der deutschlandweiten Aktion möchte der Verband ein Zeichen setzen und sichtbar bleiben.
Foto: Carolin Schulte | Johannes und Josef Deppisch vom Hotel Anker und Petra Rieckmann vom Verband Christlicher Hoteliers (VCH) trugen ein Hotelbett in den Weinberg am Erlenbacher Krähenschnabel.

Auf Usedom und am Bodensee war Petra Rieckmann dieses Jahr schon, und noch an einigen anderen Orten in Deutschland, immer mit ungewöhnlichem Gepäck im Transporter: einem Hotelbett. Am Montag baute Rieckmann das Bett im Weinberg von Josef und Johannes Deppisch am Erlenbacher Krähenschnabel auf. "Wir vermissen unsere Gäste" lautet die Aussage, die Rieckmann im Auftrag des Verbandes Christlicher Hoteliers (VCH) transportieren möchte. Das Hotel Anker in Marktheidenfeld ist hier Mitglied, die Familie Deppisch zögerte nicht lang, als Rieckmann sich und ihr Hotelbett angekündigte.

Josef Deppisch schildert die schwierige Lage, in der sich die Hoteliers derzeit befinden: Erst vor ein paar Stunden habe er eine Absage erhalten für eine Tagung, die eigentlich in den kommenden Tagen im Hotel Anker stattfinden sollte. Das Infektionsgeschehen lässt solche Veranstaltungen aktuell nicht zu. "Das ist auch für das Personal schwierig, dass sich gefreut hatte, endlich wieder arbeiten zu können", sagt Deppisch. Es sei nicht leicht, in diese Situation nicht den Mut zu verlieren. "Die Angestellen freuen sich im Moment über jedes Lebenszeichen, dass sie aus unserem Betrieb hören."

Als im November der "Lockdown light" angekündigt wurde, habe er noch damit gerechnet, dass das Geschäft im Dezember weitergehen, er Weihnachtsessen und Silvesterfeiern würde ausrichten können. Stattdessen hat er seit einem halben Jahr nur Geschäftsreisende als Gäste.

Gruppen buchen Urlaub direkt mit Ausweichtermin

Die darf er auch bewirten. Zum Glück, sagt Deppisch. So könne man immerhin die vier Kochazubis beschäftigen. "Aber man muss sich mal vorstellen, der Lehrling im ersten Jahr kennt die Küche im Normalbetrieb gar nicht." Rieckmann ergänzt, die Hektik einer Hotelküche können man nicht simulieren, diese Erfahrung fehle den Azubis. Zwei Lehrlinge machen im Sommer ihre Abschlussprüfung. Deppisch ist noch nicht sicher, ob er die zwei Ausbildungsplätze dann wieder besetzen wird. 

Froh sind Josef Deppisch und sein Bruder Johannes über den Weinhandel, der auch in der Krise gut läuft. Die ungeplante Pause haben sie für verschiedene Arbeiten am Hotel genutzt. "Wir müssen dringend wieder aufmachen", sagt Deppisch.

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Für den Sommer gibt es schon Anfragen, sollte das Hotel öffnen dürfen, ist Josef Deppisch zuversichtlich. Im Innenhof will er so bald wie möglich wieder einen Biergarten anbieten, auch Konzerte soll es geben, denen die Gäste von den Balkons der Zimmer zuhören können. "Manche Gruppen buchen zum Beispiel aktuell einen Aufenthalt für Juni, reservieren aber zeitgleich auch schon einen Ausweichtermin im Herbst", erklärt er. 

Für Petra Rieckmann und das Hotelbett geht die Reise als Nächstes nach Eisenach. Als Kritik an den Corona-Regeln wolle der Verband die Aktion nicht verstanden wissen, betont sie. "Unsere Hoteliers tragen die Maßnahmen mit und machen das Beste aus der Situation", sagt sie. 

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