Lohr

Ein Zeichen für Kunst und Kultur

Der Künstler Richard Kuhn mit seinem Bild in der Lohrer Stadthalle.
Foto: Thomas Kohnle | Der Künstler Richard Kuhn mit seinem Bild in der Lohrer Stadthalle.

Das Wetter ist trüb Anfang Februar. Durch die geschlossenen Läden wirkt die Stadt trostlos in Coronazeiten. Doch wer jetzt über die neue Mainbrücke fährt, den erwartet eine neue Sicht auf die Stadthalle. In einem Fenster auf der Galerie steht seit Freitag ein großformatiges Bild des Lohrer Malers Richard Kuhn, der bereits das Café Klinker mit Kunst ausgestattet hat.

Vier Frauen schauen einem entgegen. Ihre Blicke ziehen den Betrachter magisch an. Die Farben wirken vor allem im Dunkeln, wenn das Bild beleuchtet ist und das Blau im Hintergrund seine volle Intensität entwickelt. Stadthallenmanager Thomas Funck will mit dieser Aktion ein Zeichen für die Kultur setzen. Denn die Kunst fehlt. Ihre Wirkung ist wichtig für Menschen, davon ist er überzeugt. Und er will vermitteln, dass es noch viele Ideen gibt und die Kreativität nicht nachgelassen hat.

Das Werk hat noch keinen Titel, aber steht man direkt davor, erkennt man rechts unten ein Logo der Breakdancer Hot Potatoes. Für den Künstler soll dies eine Hommage an die Tänzer sein, die mit ihrer Gruppe Dreamscapes als Weltmeister gekürt wurden. "Sie haben für Lohr viel bewirkt", sagt Richard Kuhn. Er will das bewusst machen.

Das Bild ist auch eine Erinnerung an diese Zeit, in der Kunst und Kultur so eingeschränkt sind, dass man sie schon fast vergisst. Gegen diese Entwicklung arbeitet Richard Kuhn und hat eines seiner größten Bilder geschaffen. Exklusiv für die Stadthalle. Die Maße: Vier Meter breit und 2,40 Meter hoch. Die Technik: Acryl.

Richard Kuhn nimmt schnell Pinsel und Farbe, um noch etwas an seinem Bild auszubessern. Dann wird das Werk zusammengeschraubt. Es dauert eine Weile, bis es den richtigen Platz gefunden hat und perfekt in das große Fenster Richtung Main passt. Der Stadthallenmanager ist begeistert, dass die Kunst weithin sichtbar ist. Mit dem Künstler zusammenzuarbeiten, bereite ihm großes Vergnügen, weil es unkompliziert und angenehm sei.

Richard Kuhn hat freie Hand in der Wahl der Motive. Seine Motivation kommt aus dem Impuls, dass etwas passieren muss. Die Stadthalle ist ein Gebäude, das auch für ihn eine neue Herausforderung darstellt. Das Großformat liegt ihm und er schätzt die Idee von Thomas Funck, nach und nach die Wände der Stadthalle mit Kunst zu gestalten.

Die beiden planen mittelfristig eine Ausstellung, wenn Besucher wieder Zugang zu dem Gebäude haben. Man dürfe während Corona nicht stillstehen, finden beide. Es gehöre zu den Aufgaben der Lohrer Stadthalle, Kultur und Kunst zu vermitteln. Die Menschen würden Events und Veranstaltungen vermissen.

Das Gebäude solle nicht den derzeitigen Stillstand verkörpern, sondern ein Symbol dafür sein, dass künstlerische Ideen und das Potenzial der Kultur den Bürgern immer wieder bewusst werden. Die eindringlichen Blicke der Frauen auf dem Bild erinnern den Betrachter daran, dass Kunst glücklich machen kann.

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