Lohr

Eine Karikatur für den Prinzgemahl

Der Lohrer Künstler Roland Schaller mit der von ihm an Prinz Philip gesendeten Karikatur und dem Dankesbrief an ihn aus dem Buckingham Palace.
Foto: Wolfgang Weismantel | Der Lohrer Künstler Roland Schaller mit der von ihm an Prinz Philip gesendeten Karikatur und dem Dankesbrief an ihn aus dem Buckingham Palace.

Das britische Königshaus nahm am Samstag Abschied von Prinz Philip. Er wurde auf dem Gelände von Windsor Castle bestattet. Zu dem 99-jährigen dienstältesten Prinzgemahl in der Geschichte Großbritanniens, der als ganz besondere Persönlichkeit immer wieder in den Schlagzeilen aufgetaucht war, hatte auch der Lohrer Künstler Roland Schaller vor acht Jahren mit einer außergewöhnlichen Aktion Kontakt aufgenommen, woran er sich in diesen Tagen erinnerte.

Auf die Idee war er durch einen Zeitungsartikel zum diamantenen Jubiläum von Queen Elizabeth II. gekommen. Damals nahm Prinz Philip noch regelmäßig an der Seite seiner Gemahlin bei offiziellen Terminen teil.

Es wurde in dem Beitrag auch erwähnt, dass er seinen 91. Geburtstag feiere, in seinem weitverzweigten Stammbaum viele Deutsche vorkommen und er selbst über mehrere Jahre eine Eliteschule in Süddeutschland besucht habe. Außerdem las Roland Schaller, der Prinz sei schon seit Jahrzehnten ein großer Kunstliebhaber, der vor allem leidenschaftlich Karikaturen sammele.

Hager und humorvoll

Das ließ den Lohrer Künstler aufhorchen und er hatte einen Plan, den er sofort umsetzen wollte. Da der Prinz für seinen außergewöhnlichen Humor bekannt war und sich auch immer wieder mit recht eigenwilligen Sprüchen öffentlich hervortat, konnte sich Roland Schaller vorstellen, dass eine Karikatur als Geburtstagsüberraschung aus Deutschland bei dem Gemahl der Queen vielleicht gut ankommen würde.

Schaller war zu diesem Zeitpunkt gerade dabei, eine Karikaturen-Serie zum Thema "Museumsbesuche" abzuschließen. Daraus wählte er ein Blatt aus mit dem Titel "Ein Treffen mit Giacometti". Es zeigt eine überaus hagere Figur, die einer von den Plastiken des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti nachempfunden war.

Der Lohrer Künstler entschied sich für dieses Motiv und wollte es mit den besten Wünschen zum Geburtstag an das britische Königshaus schicken, weil er dachte, die schmale Gestalt komme der des hochgewachsenen Prinzen nahe. Außerdem hoffte er, dass dieser die bewusst übertriebene Anspielung auf seine Erscheinung auch humorvoll so nachempfinden würde.

Zunächst musste Schaller die genaue Adresse der königlichen Familie herausfinden, wobei ihm eine Anfrage bei der britischen Botschaft half, die ihn sofort informierte. Hier erklärte man ihm auch, die angemessene Anrede für Prinz Philip sei "His Royal High-ness". Aber er war sich nicht sicher, ob sein Geschenk den Gemahl der Queen überhaupt persönlich erreichen würde, der an seinem Geburtstag mit Geschenken und Glückwünschen sicher überflutet wurde. Mit einer Antwort von dem Prinzgemahl auf seine Geburtstagsüberraschung zu dessen 91. Ehrentag hatte der Lohrer Künstler schon gar nicht gerechnet. Doch es sollte anders kommen.

Antwort aus dem Königshaus

"Ich habe längst nicht mehr an diese verrückte und spontane Aktion gedacht, da lag vier Wochen später Post aus England im Briefkasten", beschreibt Roland Schaller diese überraschende Reaktion. Der Privatsekretär des Prinzen hatte ihm dessen Dank und Anerkennung in einem sehr persönlichen Schreiben mit der Bemerkung gesendet, die königliche Hoheit wolle die interessante Karikatur gerne in seine Kunstsammlung aufnehmen.

"Klar, dass ich mir dieses Schreiben gut aufgehoben habe", meint lächelnd der Lohrer Künstlerin, der sich sehr geehrt fühlte und sich jetzt anlässlich des Todes von Prinz Philip daran erinnerte, wie eine seiner Karikaturen den Weg zu den Kunstschätzen im Buckingham Palace gefunden hatte.

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