Lohr

Fahrdienste ins Impfzentrum: Wer trägt die Kosten?

Wie kommen ältere Menschen, die noch alleine leben, ins Impfzentrum in die Spessarttorhalle nach Lohr, wenn sie keiner fahren kann? Und wer bezahlt es?
Impftermin erhalten: Doch für manche  Landkreis-Bewohner stellt sich die Frage: Wie komme ich hin und zurück? 
Foto: Lucia Lenzen | Impftermin erhalten: Doch für manche  Landkreis-Bewohner stellt sich die Frage: Wie komme ich hin und zurück? 

Rund 20 000 Menschen haben sich in Main-Spessart für einen Impf-Termin für die Covid-19-Impfung registriert. Was aber, wenn der Termin im Impfzentrum nicht wahrgenommen werden kann, weil der Impfling selbstständig nicht kommen und ihn auch kein Verwandter oder Bekannter bringen kann?  Immer wieder erreichen die Redaktion Anfragen zu diesem Thema.

Auf Nachfrage im Landratsamt Main-Spessart gibt Pressesprecherin Tina Starck Auskunft. So gebe es die Möglichkeit für gesetzlich Krankenversicherte Fahrten zum Impfzentrum für die Covid-19-Impfung  unter bestimmten Voraussetzungen erstattet zu bekommen. Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen weise auf eine entsprechende Empfehlung an die Kassen hin. Sie gelte für Personen mit eingeschränkter Mobilität, insbesondere für Personen, die laut ihrem Schwerbehindertenausweis eine außergewöhnliche Gehbehinderung haben, blind oder hilflos sind. Ebenso erfasst sind Personen, die Pflegegrad 4 oder 5 haben.

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Bei Pflegegrad 3 müsse laut GKV-Spitzenverband zugleich eine dauerhafte Beeinträchtigung der Mobilität vorliegen. Demnach sollten die Kassen für diese berechtigen Personen die Fahrkosten tragen, sofern diese nicht von mobilen Impfteams versorgt werden können oder keine Impfbusse oder ähnliche lokale Impfangebote vor Ort seitens der Behörden gemacht werden. Laut Landratsamt betone der Verband jedoch den Empfehlungscharakter: Die Leistungsentscheidung treffe letztlich allein die zuständige Krankenkasse im Einzelfall.

Einige Kassen würden auch auf die Möglichkeit der Kostenübernahme auf ihren Webseiten hinweisen, informiert Pressesprecherin Starck, so zum Beispiel die AOK . Letztlich sollte bei diesen Fahrten die Kostenübernahme bei der jeweiligen Krankenkasse vor der Fahrt abgefragt werden, empfiehlt das Landratsamt. Sollten die Kosten nicht übernommen werden, kann natürlich in Abstimmung mit der zu befördernden Person eine Privatrechnung gestellt werden.

Impfbusse können nicht angeboten werden 

"Neben Taxiunternehmen bietet das BRK hier im Landkreis einen Fahrdienst für Leute im Rollstuhl, Tragestuhl oder liegend an", so Starck. Das Impfzentrum selbst ist barrierefrei aufgebaut, direkt am Eingang stehen bei Bedarf Rollstühle bereit. Auch ist eine Begleitung durch einen Mitarbeiter des Impfzentrums beim Rundgang zur Unterstützung möglich.

Impfbusse, in denen direkt vor Ort in den Kommunen geimpft werden kann und die es in anderen Städten wie zum Beispiel in Außenbereichen Nürnbergs bereits gibt, seien nach genauer interner Prüfung aus organisatorischen Gründen derzeit nicht im Landkreis Main-Spessart vorgesehen.

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