Lohr

Fast jedes vierte Gebäude in der Lohrer City steht leer

Vision des Citymanagements ist eine unverwechselbare und lebendige (Innen-) Stadt Lohr für alle.
Foto: Thomas Josef Möhler | Vision des Citymanagements ist eine unverwechselbare und lebendige (Innen-) Stadt Lohr für alle.

Die Leerstandsquote in der Lohrer Innenstadt ist auf 24,5 Prozent gestiegen. Das sei "nicht wenig", die Quote sei in den letzten Monaten nach oben gegangen, räumte Simone Neubauer am Mittwoch im Ausschuss für Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur ein. Sie ist im Rathaus für Standortförderung und Citymanagement zuständig und gab einen Zwischenbericht über ihren Tätigkeitsbereich ab.

Etabliert hat sich nach ihren Worten das "Lohrer Netzwerkfrühstück" mit Unternehmern. Thematisch und organisatorisch sei man nach drei Treffen breiter aufgestellt, das vierte Treffen sei für November geplant. Noch im Aufbau befinde sich ein "datenschutzkonformer" Unternehmensnewsletter.

Zwei Sitzungen habe der Initiativkreis City- und Stadtmarketing mit Vertretern von Wirtschaft, Werbegemeinschaft, Verkehrsverein, Vereinen und Bereichen der Stadtverwaltung wie Kultur und Tourismus hinter sich gebracht, berichtete Neubauer. Es gebe zwei aktive Arbeitsgruppen.

Eine beschäftige sich mit der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt und der "Stadtmöblierung". Hier könnten demnächst Ergebnisse präsentiert werden. Die Aktion "Lohrer Lieblingsplätze" solle fortgeführt werden. Sie sei voriges Jahr gut angenommen worden. Die Arbeitsgruppe Weihnachtsmarkt habe bereits eine Lösung für die Veranstalterfrage gefunden. Neubauer zeigte sich zuversichtlich, "dass es in diesem Jahr mit dem Markt klappt". Demnächst werde ein Weihnachtsmarktverein gegründet, in dem Stadt, TSV Lohr und Werbegemeinschaft als Beiräte vertreten seien und Stimmrecht hätten.

Erste Erfolge sind sichtbar

Ob es schon gelungen sei, einen Leerstand wieder zu beleben, wollte Eric Schürr (Bürgerverein) wissen. "Es gab erste Erfolge", erklärte Neubauer. Sie verwies auf den "Waffelwerker" Andreas Leidlein, der seinen Laden an der unteren Hauptstraße eröffnet hat, und das neue Hörakustik-Geschäft von Matthias Döll an der oberen Hauptstraße. Allerdings seien auch viele Gespräche im Sand verlaufen. Denn die Unsicherheit bei Gründerinnen und Gründer sei in den letzten Monaten groß gewesen.

Eine Leerstandsbörse im städtischen Internetauftritt sei seit Januar online, aber bei den Meldungen sei man auf die Bereitschaft der Eigentümer angewiesen. "Hoffentlich bald sichtbar" wird nach Neubauers Worten die Leerstands-Schaufensteroffensive mit einer Beklebung von Schaufenstern leer stehender Geschäfte.

Starthilfe für Gründungen

Die "Lohrer Starthilfe" stellte Carina Killer von der Beratungsfirma Imakomm Akademie (Aalen) dem Ausschuss vor. Die Starthilfe soll Gründungen erleichtern und gegen den Leerstand wirken. Sie sei Ansprechpartner und vermittle diese auch. Für das kurzfristige Austesten von Geschäftsideen als Pop-Up-Konzepte gebe es Mietzuschüsse.

Drittes Standbein sei das Etablieren von Geschäften durch das vorübergehende Anmieten von Leerständen durch die Stadt und die Untervermietung auf maximal zwei Jahre mit Mietzuschüssen. Der Bewerbungszeitraum habe Anfang Mai begonnen und laufe bis Ende Juli. "Heute ist die erste Bewerbung eingegangen", konnte Killer berichten. Nach Ende der Bewerbungsfrist werde ein privat-öffentliches Gremium die eingegangenen Ideen bewerten. Die Jury besteht laut Killer aus dem Initiativkreis City- und Stadtmarketing. Die Beraterin hofft auf "erste Erfolge in diesem Jahr".

Markthalle: Vertrag ist in Arbeit

Geld für die Belebung der Innenstadt sollen zwei Fonds liefern. Nach Killers Angaben ist Lohr Programmkommune für den "Sonderfonds Innenstädte beleben" des Freistaats. Dazu kommt ein "Projektfonds Aufwertung Gesamterlebnis Innenstadt", der seit Anfang April aktiv ist und unter anderem die Neuauflage der "Lohrer Lieblingsplätze" finanzieren soll. Ob es dafür schon konkrete Planungen gebe, wollte Mathilde Lembach (Grüne) wissen. Laut Simone Neubauer wird gerade das Mobiliar angeschafft. Die Umsetzung sei wieder im August und September geplant, "Genaueres gibt's noch nicht".

Michael Kleinfeller (CSU) erkundigte sich nach dem Sachstand beim Projekt Markthalle im ehemaligen Kupsch-Markt am oberen Marktplatz. Bürgermeister Mario Paul hat nach eigenen Angaben vor wenigen Tagen mit dem potenziellen Betreiber, dem Start-up My Local Farm, und den Vermietern geredet. Beide Seiten hätten nach wie vor "hohes Interesse an einer Einigung". Zum Vertragsverhältnis müssten noch Detailfragen geklärt werden. Auch die Stadt habe an diesem Projekt "enorm hohes Interesse".

Weitere Artikel
Themen & Autoren / Autorinnen
Lohr
CSU
Gesellschaft und Kultur
Innenstädte
Mario Paul
Rathäuser
Standortförderung
TSV Lohr
Wirtschaftsausschüsse
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 50 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (2)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!