Frammersbach

Frammersbach: Hoffen und warten auf bessere Holzpreise

Weißtannen sollen künftig helfen, den Wald widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen.
Foto: SymbolStefan Gregor | Weißtannen sollen künftig helfen, den Wald widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen.

Dank der Bundeswaldprämie für die nachhaltige Bewirtschaftung und den Erhalt von Wäldern bringt die gemeindliche Waldwirtschaft der Marktgemeinde Frammersbach knapp 65 000 Euro in die Kasse. Wegen der derzeit niedrigen Holzpreise sei es schon ein Wunder, wenn der Jahresbetrieb mit einer Null abschließt, informierte Thorsten Schwab von der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Main-Spessart West den Gemeinderat.

"Man sollte Holz nicht schlagen, wenn es keinen Erlös bringt", teilte FBG-Geschäftsführer Thorsten Schwab in der öffentlichen Sitzung mit. Elisabeth Ruby (CSU) wollte wissen, wie es zu diesen niedrigen Holzpreisen kommt. Derzeit berichteten die Medien über einen leer gefegten Holzmarkt. Das Holz werde nach China und in die USA exportiert. Der heimischen Wirtschaft fehle es.

Schwab erläuterte, dass der Holzmarkt in Deutschland von fünf, sechs großen Sägewerken beherrscht werde. Kleine örtliche Sägewerke gingen unter. Wer die Großen beliefere, habe keinen Einfluss darauf, wohin diese Betriebe das Holz weiterverkaufen.

Sägewerksindustrie bestimmt

Die FBG setzt laut Schwab auf eine Mischung und hat auch einen mittelständischen Sägewerksbetrieb als Kunden. Mit dieser Firma in Kleinkahl wolle die FBG längerfristig zusammenarbeiten und im Gegenzug stabile Holzpreise aushandeln. Ziel sei es, mehrere Kunden zu haben. Aber ganz komme man an der Sägewerksindustrie nicht vorbei.

Dass der Gemeinderat Interesse am Kommunalwald hat, zeigten etlich Beiträge und Fragen. Sie betrafen die Wirtschaftswege ebenso wie die Ökologie. Schwab antworte Sandra Völp (SPD) und Alfred Büdel (Freie Wähler), wie geschottert wird: So sparsam wie möglich, aber so stark wie es die jeweilige Belastung erfordere. Er bat um Verständnis, dass, je nach Arbeitsabläufen im Wald, nicht immer komfortable und fein geschotterte Wege fürs angenehme Radfahren möglich sind.

Werner Friedel (Grüne) fragte nach den Möglichkeiten, gemeinsam mit anderen angrenzenden Waldbesitzern größere zusammenhängende Flächen aus der Nutzung zu nehmen. Bürgermeister Christian Holzemer informierte, dass FBG und Gemeinde das Thema auf dem Schirm haben. Auf diese Weise könne sich die Gemeinde eventuell einbringen, sollte es zum Biosphären-Reservat im Spessart kommen.

Die voriges Jahr getätigten und in diesem Jahr vorgesehenen Arbeiten im Wald stellte Försterin Rebecca Thurner vor, die Nachfolgerin von Stefan Gruber. Neben dem Holzeinschlag wurden Wege gepflegt, Gräben gesäubert, die Verkehrssicherheit der Habichsthaler Straße hergestellt, der Jungbestand gepflegt und mit der Naturschutzbehörde Staubecken im Haurain angelegt.

20 000 Bäume pflanzen

Beim Fällen alter Bäume, der sogenannten Endnutzung (Zeitraum 2013 bis 2021), ist die FBG Stand 2020 mit über 10 000 Festmetern im Rückstand. Voriges Jahr wurden 6400 Festmeter gefällt, davon 4050 in der Endnutzung. Von Letzterer entfielen 71 Prozent auf vom Borkenkäfer befallene oder vom Sturm beschädigte Bäume. Für dieses Jahr ist laut Sitzungsunterlagen eine Holzernte von 5000 Festmetern geplant.

Gepflanzt werden sollen dieses Jahr 20 000 Bäume. 2020 waren es 24 000. Der Hauptanteil entfiel auf die Buche zur Verjüngung der für Borkenkäfer und Windbruch anfälligen Fichtenbestände. An zweiter Stelle stand die Eiche deutlich vor der Douglasie.

Als Bienenweide wurden Linden, Esskastanien, Bergahorn und Wildobst gepflanzt. Auch Walnussbäume waren dabei. Um den Wald widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen, wurden 500 Weißtannen gesetzt. Forstleute gehen davon aus, dass diese unempfindlicher gegen Trockenheit und Wärme ist als andere Bäume.

239 873 Euro Einnahmen und 174 985 Euro Ausgaben weist das Betriebsergebnis für 2020 aus. In diesem Jahr rechnet Thorsten Schwab mit Einnahmen von 231 710 Euro und Ausgaben von 183 331 Euro. Mit 48 380 Euro würde das Jahresergebnis um rund 16 000 Euro niedriger ausfallen als im Vorjahr. 

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