KARLSTADT

Gemeinsam gegen Rassismus

Schule ohne Rassismus: Die Menschenkette war 2007 der Auftakt für die Aktion „Schule ohne Rassismus“ der Karlstadter Schulen.
Foto: ArchivGünter Roth | Schule ohne Rassismus: Die Menschenkette war 2007 der Auftakt für die Aktion „Schule ohne Rassismus“ der Karlstadter Schulen.

(cs) Aktionen zum gemeinsamen Projekt „Schule ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ organisiert der „Arbeitskreis Karlstadter Schulen“ wieder um den 27. Januar als Holocaust-Gedenktag zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Damit wird fortgeführt, was im Sommer 2007 mit einer riesigen Menschenkette begann.

Einen Schwerpunkt am zentralen Donnerstag bildet wieder ein Theaterstück. „Hexenjagd“ (wir berichteten von der Premiere), aufgeführt von der Theatergruppe der Mittelstufe des Johann-Schöner-Gymnasiums, wird am Donnerstag und Freitag von Schülern der Leo-Weismantel-Schule (7. bis 9. Klasse), der Mittelschule (M7, 8a, 8b und M9), der Realschule (8. Klassen) und des Gymnasiums (8. und 10. Klassen) besucht. Im Mittelpunkt stehen Ereignisse in Lohr aus dem Jahre 1626, bei denen 129 Personen der Hexerei bezichtigt und hingerichtet wurden.

An der Leo-Weismantel-Schule arbeiten die Klassen 1 bis 5 in drei Workshops an dem kleinen Theaterstück „Im Land der Blaukarierten", während eine 6. Klasse das Thema „Mein Innen und mein Außen“ in einem Kunstprojekt verarbeitet, das die Diskrepanz von äußerem Schein und innerem Zustand thematisiert. An der Mittelschule erstellt die Klasse G6 Collagen zu „Zivilcourage in Alltagssituationen“ und die 7. Klasse setzt sich mit Vorurteilen auseinander. Die M9 führt ihre Arbeit an Plakaten zu den Menschenrechten fort.

Am Gymnasium können die 5. Klassen in einem „Klassencheck“ auf der Homepage online ihr Zusammenleben beleuchten, die 6. und 7. Klassen sollen durch Mitschüler aus dem AK „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ mit einem Konflikt wie Mobbing, Ausgrenzung oder rassistischem Verhalten konfrontiert werden, den sie diskutieren und in einem Rollenspiel den weiteren Verlauf – eventuell eine Lösung – erarbeiten. Die 9. Klasse wird von Georg Schnabel über Kindertransporte in die Vernichtungslager der Nazis erfahren und die Q11 wird mit Ulrike von der Brelie Inhalte und Aussageweisen rechtsextremer Musik diskutieren oder sich mit Artikeln aus der letzten „Q-Rage“, der von Schülern gemachten Zeitung der Aktion „Schule ohne Rassismus“ beschäftigen.

In einem zweiten Theaterstück, dem englischsprachigen „Sticks and Stones“ des Whitehorse theatre, werden sich die M8 und die M10 der Mittelschule sowie die vier 9. Klassen des Gymnasiums am Montag, 31. Januar, in der Hauptschule auf Englisch mit dem Thema Bullying auseinandersetzen. Gesponsert wird der Eintritt durch die Elternbeiräte der Schulen.

Auch im Vorfeld hatte es bereits Aktionen zum Thema gegeben. Vor den Weihnachtsferien hatten zwei 4. Klassen der Grundschule Karlstadt die Synagoge und die „Stolpersteine“ in Wiesenfeld in Begleitung von Georg Schnabel besucht. Im Dezember führten Schüler des JSG unter Leitung von Cordula Herbst-Güse ihr Kindermusical nochmals für die Grundschüler auf. 350 Schüler und ihre Lehrkräfte ließen sich von dem Musical über Tiere begeistern, die zwar sehr verschieden sind, aber doch aufeinander angewiesen. Die 8. Klassen der Realschule hatten den Judenfriedhof in Laudenbach besucht. Im Dezember wurden in einer „Powerpause“, einer Aktion des Elternbeirats für gesundes Essen in der Pause, türkische Spezialitäten von den Eltern der türkischen Schüler angeboten.

Weitere Aktionen wird es in naher Zukunft geben. So wird es für die Realschüler bis zu zweier 7. Klassen Anfang März eine Moschee-Führung durch türkische Mitschüler mit Unterstützung durch den örtlichen Imam geben sowie ein Kurzprojekt zum Thema rechtsradikale Musik durch den Leiter der Big Band der Schule. Führungen der 9. Klassen zu den Stolpersteinen im Juli mit Georg Schnabel werden folgen.

Mit der Aktionswoche werden die gemeinsamen Aktivitäten der Schulen nicht enden. Der Arbeitskreis bemüht sich, weitere interessante Themen im zweiten Schulhalbjahr aufzubereiten und zum besseren Verständnis zwischen den Schülern soll der Schüleraustausch zwischen den Schulen intensiviert werden durch die Schülermitverwaltungen. Ende Februar ist dafür auch eine gemeinsame Ausbildung von Schülern als „activcoaches“ an der Jugendbildungsstätte in Würzburg geplant, sofern die Finanzierung klappt.

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