Lohr

Glosse aus der Quarantäne: Gruseln mit Jungfrauen

An diesem schönen Herbsttag richtet sich unser Blick auf holde Maiden, die zum Verkauf stehen, und Schrecklichkeiten aus einem Ort namens Hausen.
So war das früher, speziell in diesem Fall vor zwölf Jahren, als in Fellen noch Jungfrauen analog versteigert wurden (Archivbild). Das ist wegen Corona vorbei und geschieht neuerdings digital.
Foto: Roland Bauernschubert | So war das früher, speziell in diesem Fall vor zwölf Jahren, als in Fellen noch Jungfrauen analog versteigert wurden (Archivbild). Das ist wegen Corona vorbei und geschieht neuerdings digital.

Nun, da des Nachts die Kälte ums Haus kriecht und wir des Morgens das fröstelnde Gruseln kriegen, da richtet sich unser Blick – nein, nicht in die USA, wo wieder mal die besten Katastrophenfilme abgedreht werden, sondern es richtet sich unser Blick ganz entsetzt nach Hausen, jenem Idyllisch gelegenen Ort auf der fränkischen Platte. Noch bis vor Kurzem hatte unsereins gereimt: In Hausen ist’s gut . . ., also was auch immer, bis plötzlich der Fernsehsender Sky seine Scheinwerfer auf Hausen gerichtet hat und uns damit eine völlig neue Perspektive beschert. Die achtteilige Serie „Hausen“ vereint laut Sender-Info „Horrorelemente, Mystery, Drama und dunkles Märchen zu einem geheimnisvollen emotionalen Kammerspiel“. Der Nervenkitzel läuft sogar im Nachmittagsprogramm.

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Clicken

Was Corona alles zuwege bringt, macht doch immer wieder staunen. So fand die traditionelle Jungfrauenversteigerung zur Kirchweih in Fellen am Freitagabend wegen Corona nicht mehr analog, sondern völlig digital statt. Was da über den Bildschirm flimmerte, war nur Auserwählten mit Zugangscode vorbehalten. Die 20 zu wählenden Damen im Alter zwischen Kirbjahrgang und 39plusX wurden diesmal ausgelost, um die Augen der in die Laptops starrenden Mann-Schaft nicht mit zu großer Auswahl zu überfordern. Wer sich dabei seine Jungfrau herbeigezoomt hat und ob die Versteigerungssumme, die als Spende an den Kindergarten geht, in Bitcoins entrichtet wurde, das werden wir noch aus der Berichterstattung erfahren. Und dann natürlich, auch traditionell wie alle Jahre, was die Leserinnenschaft von einer solchen Aktion hält.

Ran an die Adventskalender

Der schöne Herbst ist da, die Spessartbäume strahlen im bunten Laubkleid, und was gibt es da Herrlicheres als bei einer Wanderung durch das Blättermeer zu schlurfen und dabei über den einen oder anderen Steinpilz zu stolpern. Ein Traum! Gut, manche müssen in Quarantäne sitzen wie diese Rubrik und dürfen leider nicht raus. Die können sich – es ist höchste Zeit – vielleicht Gedanken über einen selbst gebastelten Adventskalender machen für die Liebste, den Schatz oder die Enkel beziehungsweise Oma und Opa. 

Natürlich geht es auch einfacher. Die Lions-Clubs im Landkreis sind da alle Jahre eifrig und bieten auch heuer – Corona zum Trotz – einen Benefizkalender an, mit dem sich nicht nur gemeinnützige Projekte unterstützen lassen, sondern es gibt auch was Schönes zu gewinnen. Beispielsweise tolle Reisegutscheine. Die sind ja drei Jahre gültig. Und bis dahin dürften auch wir wieder aus der Quarantäne sein. 

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