Gössenheim

Gössenheim ist auf der Datenautobahn

Gemeinsam drückten sie den gelben Knauf und gaben damit am Dienstag die Datenautobahn für Gössenheim frei (von links): Thorsten Schwab, Erich Fenn, Minister Markus Söder, Anja Binder, Thomas Schiebel und Jochen Lange.
Foto: Herbert Hausmann | Gemeinsam drückten sie den gelben Knauf und gaben damit am Dienstag die Datenautobahn für Gössenheim frei (von links): Thorsten Schwab, Erich Fenn, Minister Markus Söder, Anja Binder, Thomas Schiebel und Jochen Lange.

Ein weiteres Ortsschild ziert die Gemeinde Gössenheim. „Glasfaserort Gössenheim – Willkommen in der Zukunft“ ist dort zu lesen. „Breitband ist Zukunft, die Gemeinde Gössenheim hat dies erkannt und gehandelt“, sagte Bayerns Heimatminister Markus Söder am Dienstag in der Zehntscheune beim offiziellen Start der Breitbandversorgung in der Werntalgemeinde.

Mit einer Fördersumme von 570 000 Euro hat der Freistaat den Breitbandausbau unterstützt. „Das Geld ist gut angelegt“, befand Söder, denn „Breitband ist Zukunft.

„Nur wo Breitband vorhanden ist, werden Arbeitsplätze entstehen und erhalten.“
Markus Söder, Entwicklungsminister

Nur wo Breitband vorhanden ist, werden Arbeitsplätze entstehen und erhalten“, erklärte der Minister. Die Versorgung mit leistungsstarken Glasfaserverbindungen verglich Söder mit der Verkehrsanbindung durch Bundesstraßen oder durch Autobahnen: „Wer an einer großen Straße liegt, ist schneller unterwegs und hat die besseren Entwicklungschancen.“

Dabei wies der für die Landesentwicklung zuständige Staatsminister darauf hin, dass die durch den Breitbandausbau entstehenden Entwicklungsmöglichkeiten noch lange nicht vollständig ausgelotet seien. In Bereichen des Tourismus und der Telemedizin würden die Möglichkeiten derzeit forciert. Oder im Umgang mit Behörden werde das Internet künftig eine noch größere Rolle spielen. „Nur Trauungen sollten noch persönlich vorgenommen werden“, scherzte der Minister. „Breitband ist mehr, als nur ein paar Bilder von sich hin und her zu schicken.“

Die Förderprogramme des Freistaates würden das Ungleichgewicht zwischen den Metropolen und dem ländlichen Raum abschwächen, meint Söder. Den Ausbau bezeichnete der Minister als Revolution und „eine der größten Infrastrukturmaßnahmen der letzten 40 bis 50 Jahre“. Allerdings gebe es auch Schattenseiten, denn täglich erfolgen Angriffe auf die Datennetze von Behörden, Firmen und Privatleuten. Rund 40 000-mal pro Tag versuchten Hacker, unberechtigt an Daten zu kommen. „Datenkidnapping“, nannte Söder das. Sein Ministerium habe reagiert und rund 200 Planstellen geschaffen, um Angriffe wirksam abzuwehren.

Rund 70 Gäste waren zu der Veranstaltung eingeladen worden. Unter ihnen waren Vertreter von Behörden, Verbänden und der IHK. Die Politik vertraten Landtagsabgeordneter Thorsten Schwab, Unterfrankens Regierungsvizepräsident Jochen Lange, Landrat Thomas Schiebel. Hammelburgs Bürgermeister Armin Warmuth war mit Anja Binder und Stephan Dausacker von den Stadtwerken Hammelburg gekommen.

Der amtierende Bürgermeister Erich Fenn zeigte den Weg Gössenheims zum schnellen Internet auf. Die Erneuerung vieler Kanäle und die Versorgung mit Nahwärme erforderte das Aufgraben nahezu aller Straßen. So sei es nur logisch gewesen, gleich Leerrohre und Glasfaserkabel in die Häuser zu verlegen, denn rund 90 Prozent aller Gebäude in Gössenheim seien an die Nahwärme angeschlossen. Beim Breitbandausbau habe sich die Gemeinde für die Stadtwerke Hammelburg entschieden, die zuvor schon eine Reihe anderer Gemeinden in der Region mit Glasfaserkabel versorgt hätten.

Insgesamt 722 000 Euro hat die Gemeinde Gössenheim für den Datenautobahnanschluss aufbringen müssen. „Diese Größenordnung ist natürlich nicht so leicht zu finanzieren“, sagte Fenn. Den Bescheid über die Förderung des Freistaats hatte Bürgermeister Theo Gärtner im Oktober 2015 aus der Hand von Minister Söder entgegengenommen.

„Wir können mit Fug und Recht stolz darauf sein, eine der wenigen Gemeinden in unserer Republik zu sein, die ein zukunftsweisendes, superschnelles Datennetz jetzt schon zur Verfügung hat“, betonte Bürgermeister Fenn. „Ich kann sagen, Gössenheim ist für die Zukunft gut aufgestellt.“

Anja Binder, Geschäftsführerin der Stadtwerke Hammelburg, nannte den Anschluss an die Datenautobahn „wie Ostern und Weihnachten an einem Tag“. Bis zu 340 Haushalte könnten nun über Glasfaserkabel bis zum Endgerät in der Wohnung mit der Welt kommunizieren. Die ersten Kunden hätten davon schon Gebrauch gemacht. Weitere müssten Kündigungsfristen der bisherigen Anbieter einhalten, bis auch sie mit zu 100 MB/s surfen könnten.

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