Lohr

Heiraten, um Land zu gewinnen

Mit den Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien befasst sich die neue Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde.
Foto: Wolfgang Dehm | Mit den Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien befasst sich die neue Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde.

Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der rund 400 Kilometer entfernten Grafschaft Loon in der heutigen belgischen Region Limburg geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, das sich im Lohrer Schloss befindet.

Bei der Eröffnung am Donnerstagabend erläuterte Landrat Thomas Schiebel den zahlreich erschienenen Besuchern, dass es den Grafen von Loon vor rund 1000 Jahren darum gegangen sei, "Land zu gewinnen". Das sei beispielsweise auf militärischem Weg möglich gewesen oder   einfacher und effektiver – durch Heirat reicher Erbinnen. Diesen Weg sei Graf Arnold von Loon gegangen, der Anfang des 12. Jahrhunderts die nicht namentlich bekannte Tochter des Grafen Gerhard von Rieneck geehelicht habe.

Nach Gerhards Tod erbte Arnold von seinem Schwiegervater die Grafschaft Rieneck, ihm folgten Sohn Arnold II und Enkel Ludwig. Im späten 12. Jahrhundert teilte die Familie den Besitz: Ludwig II erhielt Loon und Gerhard III den Rienecker Herrschaftsteil. Die Looner Linie starb 1336 aus, die Rienecker 1559 mit dem Tod von Graf Philipp III. Danach fiel der Löwenanteil der Grafschaft Rieneck an das Erzstift Mainz.

Museumsleiterin Barbara Grimm mit (von links) dem unterfränkischen Regierungspräsidenten Eugen Ehmann, dessen Amtsvorgänger Paul Beinhofer, Main-Spessart-Landrat Thomas Schiebel und dessen Amtsvorgänger Armin Grein.
Foto: Wolfgang Dehm | Museumsleiterin Barbara Grimm mit (von links) dem unterfränkischen Regierungspräsidenten Eugen Ehmann, dessen Amtsvorgänger Paul Beinhofer, Main-Spessart-Landrat Thomas Schiebel und dessen Amtsvorgänger Armin Grein.

Mit dem Hinweis darauf, dass die Grafen von Rieneck recht trinkfreudig gewesen sein sollen und im Lohrer Schloss mehr als 200 000 Liter Wein gelagert hätten, leitete Schiebel über zum Landratsschoppen, der anlässlich der Ausstellungseröffnung ausgeschenkt wurde – allerdings nicht in Rienecker Dimensionen.

Totenglocke (Jahr 1494) und Wetterhahn (Alter unbekannt, seit 1926 im Museumsbestand) der Lohrer Pfarrkirche St. Michael.
Foto: Wolfgang Dehm | Totenglocke (Jahr 1494) und Wetterhahn (Alter unbekannt, seit 1926 im Museumsbestand) der Lohrer Pfarrkirche St. Michael.

In der Ausstellung lasse sich viel lernen über unsere Geschichte, die ohne die Grafen von Loon und Rieneck anders aussähe, meinte Lohrs Bürgermeister Mario Paul.

Laut Theodor Ruf, Kreisheimatpfleger für den Altkreis Lohr, Mitglied des Geschichts- und Museumsvereins Lohr und Kenner der Geschichte der Grafen von Rieneck, wurde bereits im vergangenen Jahr in Belgien die Ausstellung "Limburg zwischen Stab und Thron – 1000 Jahre Grafschaft Loon" gezeigt. Diese Ausstellung sei der Anlass für die aktuelle Ausstellung "Die Grafen von Loon und Rieneck" im Spessartmuseum gewesen. Seinen Worten nach spielten bei einer Verehelichung in Adelskreisen zur damaligen Zeit vor allem machtpolitische Überlegungen eine Rolle, nicht Liebe.

Im Jahr 2008 habe das Spessartmuseum mit "Herren über Stadt und Wald" die erste Sonderausstellung über die Grafen von Rieneck gezeigt, sagte Museumsleiterin Barbara Grimm; nun gehe man mit "Die Grafen von Loon und Rieneck" in die zweite Runde. Die Schau begebe sich auf Spurensuche, zeige, was übriggeblieben sei. Highlights der Ausstellung seien ein Animationsfilm, der das Lohrer Schloss in seinem Zustand im Jahr 1559 zeige sowie ein protestantisches Glaubensbekenntnis aus der gleichen Zeit.

Grimms Dank galt Leihgebern, Sponsoren, dem Team des Museums sowie vielen anderen. Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung mit höfischen Klängen der Spessartspielleut Hans und Lissi Heiligenthal.

Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde.
Foto: Wolfgang Dehm | Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde.
Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde.
Foto: Wolfgang Dehm | Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde.
Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde. - Hier ist ein Reichsadlerhumpen aus der Zeit um 1650 zu sehen.
Foto: Wolfgang Dehm | Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde.
Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde.
Foto: Wolfgang Dehm | Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde.
Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde.
Foto: Wolfgang Dehm | Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde.
Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde. - Hier ein Animationsfilm, der den Zustand des Lohrer Schlosses vor gut 450 Jahren zeigt.
Foto: Wolfgang Dehm | Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde.
Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde.
Foto: Wolfgang Dehm | Um die Grafen von Rieneck und deren Ahnen aus der Grafschaft Loon im heutigen Belgien geht es in der neuen Sonderausstellung des Spessartmuseums, die am Donnerstag eröffnet wurde.
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