Laudenbach

Hydrogeologische Versuchsbohrungen in Laudenbach

Schweres Gerät wurde für die hydrogeologische Bohrungen zwischen dem Erweiterungsbereich des Steinbruchs und dem Laudenbachtal Richtung Stadelhofen aufgefahren.
Foto: Armin Marschall | Schweres Gerät wurde für die hydrogeologische Bohrungen zwischen dem Erweiterungsbereich des Steinbruchs und dem Laudenbachtal Richtung Stadelhofen aufgefahren.

Seit einigen Tagen bohrt die Firma Keller & Hahn GmbH aus Insingen zwei Versuchsbohrungen im Auftrag der Firma Schwenk. Überwacht wird dies von Cornelia Wolfram, Geologin und Sachverständige vom Wasserwirtschaftsamt.

Grund der Versuchsbohrungen ist der Erweiterungsbereich des Steinbruchs Richtung Laudenbacher Sprungs. Um das Versiegen des Laudenbachs zu vermeiden, wurden schon einige Untersuchungen vorgenommen und nun folgen die im Juli im Stadtrat vorgestellten Hydrogeologischen Versuchsbohrungen. Diese Bohrungen liegen zwischen dem Erweiterungsbereich des Steinbruchs und dem Laudenbachtal Richtung Stadelhofen, auf etwa halber Höhe des Hangs. Die Bohrungen dienen zur Detailerkundung der hydrogeologischen Verhältnisse und sollen die geologischen Erkenntnisse zum Schichtenaufbau und zur Grundwasserführung im Untergrund verfeinern. Der Enddurchmesser der Bohrung beträgt 12 Zentimeter und es wird bis zu 140 Meter tief gebohrt. Bei guten Bedingungen sind 3 Meter in der Stunde möglich.

Bohrtechnik

Das Bohrprinzip besteht beim Bohren mit Imlochhammer aus einer Kombination von Schlagen und Drehen. Im Gegensatz zum Außenlochhammer befindet sich der Bohrhammer direkt im Bohrloch. Diese sogenannten Imlochhämmer (englisch DTH=down the hole) sind mit dem sich drehenden Bohrgestänge verbunden.

Angetrieben wird der Imlochhammer direkt durch das Spülmedium. Hier kommt Druckluft zur Anwendung. Das Spülmedium wird durch Bohrgestänge, Imlochhammer und Bohrkrone gepresst und tritt mit dem gelösten Bohrklein durch den Ringraum zwischen Bohrgestänge und Bohrlochwandung, am Bohrlochmund wieder aus.

Hydrogeologische Bohrungen und Untersuchungen können mit Hilfe der Messmethoden der Bohrlochgeophysik zusätzlich erkundet und deren Aussagekraft verstärkt werden. Dabei können wichtige Erkenntnisse über die Art, Beschaffenheit, Lage und Mächtigkeit der grundwasserführenden und stauenden Schichten oder Kluftsysteme gewonnen werden.

In erster Linie müssen die hydrogeologischen Eigenschaften wie Porosität, Durchflussmenge, Permeabilität und kf-Wert der wasserwegsamen und wasserstauenden Bereiche im Untergrund erkundet werden. Außerdem kann die Qualität des Grundwassers und die mögliche Kontamination beziehunsweise Mineralisation durch Milieu Logs und Probenahmen inspiziert werden.

Parallel werden Untersuchungen am Laudenbach und den bestehenden zwei Grundwassermessstellen durchgeführt, um Beeinflussungen ausschließen zu können. Diese dienen zur Ermittlung der freien Grundwasseroberfläche in einem ungespannten Grundwasserleiter beziehungsweise der Grundwasserdruckfläche in einem (artesisch) gespannten Grundwasserleiter.

Die Bohrungen werden zu dauerhaften Grundwassermessstellen ausgebaut und dienen, zusammen mit den bereits vorhandenen zwei Grundwassermessstellen, zur Beobachtung des Wasserspiegels und der Wasserqualität.

Insbesondere sollen mit den Erkundungsmaßnahmen bisherige Aussagen zur Nichtbeeinflussung der Laudenbachquelle abgesichert werden.

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