Karlstadt

Karlburger Ärztin rät: Nicht schief gucken – Mundschutz nähen

Petra Gehrsitz richtet einen engagierten Appell an alle, die nähen können: Näht Euch einen eigenen Mundschutz und tragt ihn auch, um andere zu schützen.
Man muss keine Modedesignerin sein wie Dorothea Michalk aus Dresden (im Bild), um sich selbst einen Mundschutz zu nähen. Damit schützt man vor allem andere, betont Allgemeinärztin Petra Gehrsitz aus Karlburg.
Foto: Robert Michael | Man muss keine Modedesignerin sein wie Dorothea Michalk aus Dresden (im Bild), um sich selbst einen Mundschutz zu nähen. Damit schützt man vor allem andere, betont Allgemeinärztin Petra Gehrsitz aus Karlburg.

Händewaschen und Abstand halten – daran haben sich viele Main-Spessarter schon gewöhnt. Anders sieht es mit dem Tragen eines Mundschutzes aus. "Hier besteht noch große Unklarheit", so der Eindruck von Dr. Petra Gehrsitz aus Karlburg. "Der normale Mundschutz dient nicht in erster Linie dazu, sich selbst zu schützen, sondern die anderen", betont die Allgemeinärztin. Dies sei den meisten Leuten nicht klar.

Dr. Petra Gehrsitz aus Karlburg
Foto: Lukas Will | Dr. Petra Gehrsitz aus Karlburg

"Man ist schon infektiös und scheidet Coronaviren aus, wenn man noch keine Symptome hat", erläutert Gehrsitz. "Coronaviren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt schon bei normalem Sprechen entsteht ein Tröpfchennebel – deshalb auch der Abstand von mindestens 1,50 Metern zwischen zwei Personen. Mit einem Mundschutz wird zumindest ein Teil dieses Nebels zurückgehalten und die Virusmenge sinkt."

Positiver Nebeneffekt

Darüber hinaus hat das Tagen eines Mundschutzes einen positiven Nebeneffekt: Er verhindert, dass sich die Person doch unbeabsichtigt ins Gesicht langt, während sie möglicherweise Viren an den Händen hat. "Da keiner weiß, ob er krank oder gesund ist, wäre das generelle Tragen einen Mundschutzes in der Öffentlichkeit eine wichtige Hygienemaßnahme", macht Gehrsitz deutlich.

Dass die Infektionsrate in Japan nicht so hoch ist, hängt ihrer Meinung nach mit dem verbreiteten Tragen des Mundschutzes und der allgemein hohen Hygiene dort zusammen.

"Leider werden bei uns  Leute, die mit Mundschutz unterwegs sind, noch schief angeguckt und teilweise als Hysteriker angefeindet", bedauert die Ärztin. "Dabei wäre es eine wichtige Schutzmaßnahme." 

Anleitung zum Selbernähen

Da industriell hergestellter Mundschutz zur Zeit sehr knapp ist, sollten solche "Pflegenden und medizinisch Tätigen vorbehalten sein", führt sie aus. Deshalb animiert sie Hobbynäherinnen, sich eine der Anleitungen zum Selbernähen im Internet zu besorgen und selbst tätig zu werden, etwa wie  Petra Hertlein aus Burgsinn

Dieser Mundschutz sei anders als die FFP-2-Masken, die bei der Behandlung von Coronavirus-Erkrankten benötigt werden, erläutert Gehrsitz. Die Normalbevölkerung brauche keine solchen Masken, die auch in der Industrie als Staubschutzmasken verwendet werden. 

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Main-Spessart und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren / Autorinnen
Karlstadt
Roland Pleier
Allgemeinmediziner
Coronavirus
Infektionskrankheiten
Infektionsrate
Krankheiten
Schutz
Schutzmaßnahmen
Tröpfcheninfektionen
Ärzte
Öffentlichkeit
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (4)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!