Lohr

Leerstandsmanagement in Lohr ist stark gefragt

In den Seitengassen der Fußgängerzone wie der Sterngasse sollen 'Gestaltungsdefizite' beseitigt werden.
Foto: Thomas Josef Möhler | In den Seitengassen der Fußgängerzone wie der Sterngasse sollen "Gestaltungsdefizite" beseitigt werden.

Bürgermeister Mario Paul hat Citymanagerin Simone Neubauer bescheinigt, ein Netzwerk aufgebaut zu haben. In der Sitzung des Stadtratsausschusses für Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur stellten Neubauer und Projektleiterin Eva-Maria Jörg von der Beratungsfirma Imakomm Akademie einen Zwischenbericht ihrer Tätigkeit vor.

Nach ihren Angaben ist ein Unternehmensnewsletter derzeit im Aufbau. Das erste Lohrer Netzwerkfrühstück sei wegen der Corona-Pandemie am 24. März nur virtuell über die Bühne gegangen. Neubauer und Jörg hoffen, dass die zweite Auflage am 6. Oktober wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden kann.

Schaufenster-Offensive geplant

CSU-Stadträtin Brigitte Kuhn erfuhr auf Nachfrage, dass etwa die Hälfte der Teilnehmer aus dem Einzelhandel der Innenstadt gekommen ist. Die übrigen Teilnehmer seien "bunt gemischt" gewesen.

Noch im Mai wird voraussichtlich die Leerstands-Schaufenster-Offensive starten. Derzeit hängen in den Schaufenstern leer stehender Geschäfte noch Teile der Schneewittchen-Geschichte.
Foto: Thomas Josef Möhler | Noch im Mai wird voraussichtlich die Leerstands-Schaufenster-Offensive starten. Derzeit hängen in den Schaufenstern leer stehender Geschäfte noch Teile der Schneewittchen-Geschichte.

In Kürze umgesetzt werden soll die "Leerstands-Schaufenster-Offensive" als Teil des Leerstandsmanagements. Dabei sollen die Schaufenster leerstehender Geschäfte mit einheitlich gestalteten Folien beklebt werden, um auf den Leerstand aufmerksam zu machen. Damit die Folien auch klebenbleiben, habe man erst besseres Wetter abwarten müssen, so Neubauer.

Wahnsinnig viele Anfragen

Derzeit noch aufgebaut werden die Internetseiten für das Leerstandsmanagement, mit deren Hilfe Geschäfte an neue Nutzer vermittelt werden sollen. Nach Neubauers Angaben dümpelte die Zahl der Interessentenanfragen 2019 und 2020 zwischen zwei und drei pro Halbjahr. Seit Februar kämen jedoch "auf einmal wahnsinnig viele Anfragen".

Laut Citymanagerin waren es heuer bereits 13 Anfragen. 33 Prozent seien aus dem Einzelhandel mit Lebensmitteln gekommen, 19 Prozent aus der Gastronomie, zehn Prozent aus dem Einzelhandel ohne Lebensmittel. Der Rest seien "sonstige Branchen" gewesen.

Noch in Planung seien die "Lohrer Lieblingsplätze". Dabei sollten "schöne Orte geschaffen" und "Stadtmobiliar" aufgestellt werden, dazu kämen Spielmöglichkeiten für Kinder. An die Umsetzung werde man voraussichtlich ab Juni oder Juli gehen können.

Dadurch soll die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessert werden. Die Ist-Analyse der Imakomm bescheinigt etwa dem oberen Marktplatz eine "unzureichende Aufenthaltsqualität". Seitengassen wie die Sterngasse hätten "Gestaltungsdefizite".

Gemeinsame Vermarktung

Die gemeinsame Vermarktung der Innenstadt ist nach Neubauers Worten durch das Internetangebot Mainlokalshop längst angelaufen. In konkreter Planung sei ein Gutscheinheft für junge Fachkräfte nach dem Vorbild anderer Städte. Lohrer Unternehmen könnten sich dabei zweifach einbringen: Sie könnten Rabatte und Gutscheine anbieten und die Gutscheinhefte an ihre jungen Fachkräfte verteilen.

Warum das Citymanagement kein Gutscheinheft für alle plane, wollte Frank Seubert (CSU) wissen. Laut Neubauer würde das Heft dadurch "zu weit". Zielgruppe seien junge Fachkräfte, die für Lohr gewonnen werden sollten. Das Heft solle den Standort Lohr für sie attraktiver machen.

Auf Nachfrage von Wolfgang Weis (Grüne) zum Inhalt nannte die Citymanagerin Gutscheine für den Einzelhandel, Freizeitgestaltung und Tourismus.

"Welche Rolle spielt die Werbegemeinschaft?", fragte Peter Sander (FDP). Nach den Worten von Bürgermeister Mario Paul ist die Stadt eher für das "Bespielen des öffentlichen Raums" und das Leerstandsmanagement verantwortlich. Veranstaltungsformen, bei denen es mehr um den Umsatz der Betriebe gehe, wie etwa beim "Tag der Mode", seien Aufgabe des Interessenverbandes Werbegemeinschaft.

Das Citymanagement sei eine freiwillige Aufgabe, betonte Paul. Die Mittel würden aber gut eingesetzt, wie man sehen könne. Man dürfe nicht vergessen, dass man sich nach wie vor erst in der Aufbauphase befinde.

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