Karlburg

Linksmainische Wirtschaftswälder gut fürs Klima

Die Forstflächen zwischen Karlburg und Laudenbach haben nur wenige biologische Raritäten. Sie leisten aber einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Holzversorgung.
Zwischen den Baumstümpfen der vom Borkenkäfer vernichteten Fichten wurden Laubbäume nachgepflanzt.
Foto: Karlheinz Haase | Zwischen den Baumstümpfen der vom Borkenkäfer vernichteten Fichten wurden Laubbäume nachgepflanzt.

Der Karlburger Wald ist eine runde Sache – nicht nur von der Form her. Er ist der größte zusammenhängende Forst im Stadtgebiet von Karlstadt. "Er bietet alles, was man sich vorstellen kann", sagt die für die Karlstadter Wälder zuständige Försterin Claudia Stiglbrunner, "Edellaubhölzer, Buche, Eichen, Fichten, Douglasien." Zu den Besonderheiten, die dort vorkommen, gehören unter anderem viele Speierlinge, die bayernweit zu den seltensten Baumarten gehören.

Ansonsten handelt es sich um einen ausgesprochenen Wirtschaftswald. Da gibt es kein Gebiet, das als Flora-Fauna-Habitat ausgewiesen wäre, keinen Schutzwald und kein Naturschutzgebiet. Die 252 Hektar leisten also vor allem einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz sowie zur Versorgung mit Holz aus heimischer Herkunft.

Es geht darum, den Wald fit zu machen für die Zukunft. Försterin Stiglbrunner zeigt eine Stelle im westlichen Karlburger Wald, an der einst Fichten standen, die aber vom Borkenkäfer befallen waren. Die Borkenkäferarten wie Buchdrucker oder Kupferstecher machen sich ausschließlich über Fichten her. Die müssen dann schleunigst aus dem Wald geschafft werden. Ein Teil der Fläche wurde inzwischen eingezäunt. Dort wurden vornehmlich Buchen und Eichen gepflanzt. Auf der anderen Seite des Wegs wurden die Edellaubhölzer Speierling, Mehlbeere und Kirsche gesetzt und mit Verbissschutz versehen.

In der Zäunung wächst der Jungwald nach.
Foto: Karlheinz Haase | In der Zäunung wächst der Jungwald nach.

Im Karlburger Wald finden sich auch ehemalige Mittelwälder, die durchgewachsen sind. Mittelwälder waren früher solche, aus denen immer wieder Bauholz entnommen wurde. Es gibt dort einige natürliche Feuchtstellen, die allerdings im Sommer austrocknen. Ansonsten gelten die üblichen Regeln, wonach Biotopbäume, Spechtbäume und Horstbäume stehen bleiben. 

Übergang nach Laudenbach und Rohrbach

Der Mühlbacher Wald mit seinen 37 Hektar bildet eine Art Brücke zu dem nordwestlich von Laudenbach und anschließend von Rohrbach. Auch dort handelt es sich um Wirtschaftswälder. Im Rohrbacher Forst mit seinen 146 Hektar sind Eiche und Buche beherrschend. Dort sind gut zwei Hektar "außer regelmäßigem Betrieb" genommen, werden also nicht bewirtschaftet. Bei den kleinen Splitterflächen rund um Rohrbach herum summieren sich die Flächen "a.r.B." sogar auf 16 Hektar.

Ein junger Ahorn treibt aus vor einem alten Blatt vom vergangenen Jahr.
Foto: Karlheinz Haase | Ein junger Ahorn treibt aus vor einem alten Blatt vom vergangenen Jahr.

Zusammen mit den Forstabteilungen Richtung Duttenbrunn hat Laudenbach eine Waldfläche von beachtlichen 285 Hektar. "Die Abteilung ,Brünnleinsrain' (am Eselsberg) wird aber wegen des Steinbruchs vom Zementwerk jedes Jahr ein Stück kleiner", sagt Claudia Stiglbrunner. Ein Abschnitt in diesem Wald ist geschützt als Jagdrevier der Laudenbacher Fledermäuse.

Auch Richtung Duttenbrunn geht es mit Wirtschaftswäldern weiter. Die Försterin schwärmt von den "tollen Laubhölzern" im dortigen "Schafgrund". Dort wurden in jüngerer Zeit einige Bergahorn- und Spitzahornbäume beerntet, also Samen für Baumschulen gewonnen. Beim Weidleinsberg und Rotreisig – die die große Photovoltaikanlage auf der Höhe einrahmen – überwiegt die Buche gegenüber der Eiche.   

Nördlich der großen Photovoltaikanlage auf  dem Weg nach Duttenbrunn spitzen die Kiefern heraus
Foto: Karlheinz Haase | Nördlich der großen Photovoltaikanlage auf  dem Weg nach Duttenbrunn spitzen die Kiefern heraus
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