Himmelstadt

Nach abgesagten Konzerten: Crowdfunding für "Queenz of Piano"

Die Himmelstadterin Jennifer Rüth ist mit ihrer Partnerin auf den Bühnen der Welt unterwegs.  Doch Corona verhagelt die Pläne der beiden. In Lohr soll es einen Auftritt geben.
'Queenz of Piano', das sind Ming (links) und  Jennifer Rüth.
Foto: Ben Wolf/Artwork: Dirk Rudolph | "Queenz of Piano", das sind Ming (links) und  Jennifer Rüth.

Sie stecken voller Energie: Jennifer Rüth und Ming. Die eine stammt aus Himmelstadt. Die andere ist als Tochter koreanischer Eltern in Hamburg aufgewachsen und tritt nur unter ihrem Künstlernamen in der Öffentlichkeit auf. Zusammen zünden sie als die "Queenz of Piano" auf den Bühnen der Welt ein musikalisches Feuerwerk mit zwei Klavieren und mehr – normalerweise. Doch seit dem Lockdown im März 2020 ist alles anders. Um ihre Arbeit zu unterstützen und ihnen den schwierigen Weg durch die Coronazeit zu erleichtern, plant die Raiffeisenbank Main-Spessart ein Crowdfunding-Konzert mit den beiden Stars – eventuell noch diesen Herbst oder spätestens kommendes Frühjahr.

Im März war gerade das Album der Pianistinnen fertig, das genauso heißt wie das Duo selbst – "Queenz of Piano". Zwei Jahre lang hatten die beiden darauf hingearbeitet. Jennifer Rüth: "Wir haben mit Mousse T. und René Möckel richtig gute Produzenten gefunden und die CD bei der Plattenfirma Edel Kultur herausgebracht. Sie war auf Platz drei der Amazon-Classic-Charts."

Riesig auf die Konzerte gefreut

Und weiter: "60 Konzerte waren geplant an tollen Spielorten wie der Münchner Philharmonie oder dem Tipi am Kanzleramt in Berlin, auch eine fünfwöchige Tour durch China, wo wir 2017 schon waren." Auch ein Programm mit dem Leipziger Symphonieorchester war arrangiert. "Auf so etwas arbeitet man lange hin. Wir haben uns riesig darauf gefreut." Vorgesehen waren auch Auftritte beim Neuseenland-Musikfest bei Leipzig und bei den Elblandfestspielen in Wittenberge. 

Die 'Queenz of Piano' mit Jennifer Rüth (links) und Ming.
Foto: Ben Wolf/Artwork: Dirk Rudolph | Die "Queenz of Piano" mit Jennifer Rüth (links) und Ming.

Das Duo hofft, dass all das heuer nachgeholt wird. Beim Blick auf den Terminkalender der "Queenz" finden sich der 29. und der 30. Januar, der 6. Februar, der 12. März und viele mehr. Teilweise werden die Auftritte erst auf den letzten Drücker abgesagt. "Im Oktober war das bei einem Konzert in der Schweiz erst am Abend zuvor der Fall", berichtet Jennifer Rüth. Da war ein neuer Lockdown beschlossen worden. Tags zuvor hatte das Duo noch geprobt. Alles war aufgebaut. Die Flügel waren gestimmt.

Der CD-Verkauf ist weggebrochen 

Immerhin gab es vergangenes Jahr einige Fernsehtauftritte, so im ZDF-Morgenmagazin, in der Pierre-M.-Krause-Show und in einem Porträt bei RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg), wenn diese auch keine Einnahmen in die Kasse spülten. "Bei den Überbrückungshilfen fallen wir durch viele Raster und sind wie viele andere Künstler ziemlich auf uns selbst gestellt", sagt Jennifer Rüth. „Zwar hätten die ,Queenz' über Spotify und Amazon-Music 50 000 Hörer weltweit, doch wirkliche Einnahmen generiere man hauptsächlich durch Konzerte."

Momentan nutzen sie die Zeit, um an neuen Ideen zu arbeiten und neue Stücke zu arrangieren. Auch ein Weihnachtsalbum ist in Arbeit. "Wie machen weiter und hoffen, bald wieder auf der Bühne zu stehen", zum Beispiel bei dem Konzert der Raiffeisenbank in Lohr. Die "Queenz" versprechen ein Showkonzert an zwei Flügeln mit Moderation, Gesang und Entertainment.  Aber für die Durchführung brauche es auch Unterstützer.

Auftritt in Main-Spessart geplant

Seit 2017 betreibt die Raiffeisenbank Main-Spessart eine Crowdfunding-Plattform, die bis vor einem Jahr nur gemeinnützigen Projekten zugutekam, also in erster Linie Vereinen im Landkreis. Erst mit Corona hat sich die Plattform auch für kommerzielle Projekte geöffnet, bisher für die Soccerhalle Lohr und die Martinsbräu Marktheidenfeld, der mit den ausgefallenen Festen Einnahmen weggebrochen sind.

Nun also die "Queenz of Piano". Susanne Schreck, die bei der Raiba das Crowdfunding betreut, sagt, sie seien ein Sonderfall. Die Bank kann ihnen nicht einfach eine Spende zukommen lassen, sondern wird die Organisation des Konzerts übernehmen, von der Halle über die Werbung bis zum Verkauf der Eintrittskarten. Gedacht ist momentan an VIP-Tickets, mit denen die Inhaber Blicke hinter die Kulissen werfen oder mit den Künstlerinnen einen Sekt trinken können. Auf der Plattform kann man sich neben Tickets auch signierte CDs und vieles mehr aussuchen.

Die Einnahmen daraus kommen den Künstlerinnen zugute. Die wollen das so erspielte Geld in ihr weiteres Fortkommen stecken. Wer sich einmal auf ihrer Homepage umgesehen hat, stellt fest, dass sie keinen Aufwand für ihre international konkurrenzfähige Show scheuen. Eine der nächsten Ideen ist, zwei Flügelgehäuse auf die Zugspitze zu transportieren, um vor dieser Kulisse Aufnahmen zu machen.                 

Die Aktion geht noch bis zum 24. Februar 2021. Mehr Infos: https://raiba-msp.viele-schaffen-mehr.de/queenzofpiano

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