Gemünden

Scherenburgfestspiele: Schranke soll Zufahrt zur Scherenburg versperren

Damit Bau- und Feuerwehrfahrzeuge zur Scherenburg fahren können, wird eine Zufahrt mit Ausweichbuchten benötigt. Auch eine Wendeplatte soll entstehen.
Festspielvorsitzender Hans Michelbach (rechts) im Sommer im Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Patricia Lips und Lothar Stürzebecher vom Bundeskulturministerium hinter der Scherenburg. Im Hintergrund soll die Wendeplatte für Bau- und Feuerwehrfahrzeuge entstehen.
Foto: Björn Kohlhepp | Festspielvorsitzender Hans Michelbach (rechts) im Sommer im Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Patricia Lips und Lothar Stürzebecher vom Bundeskulturministerium hinter der Scherenburg.

Zu den Gemündener Scherenburgfestspielen gibt es eine gute und ein paar ein bisschen weniger gute Nachrichten. Die gute: Die Festspiele sollen dieses Jahr wieder stattfinden, und zwar vom 9. Juli bis 15. August. Die ein bisschen weniger guten: Wegen Corona ist eine begrenzte Zuschauerzahl von 200 vorgesehen – und dieses Jahr wird es noch nichts mit der neuen Tribüne hinter der Scherenburg. Deren Bau soll inklusive der Nebengebäude 1,6 Millionen Euro kosten.

Im Sommer war der Vorsitzende des Verwaltungsrates der neuen Scherenburgfestspiele Main-Spessart gGmbH, der ehemalige Gemündener Bürgermeister Hans Michelbach, noch optimistisch, dass die neue Tribüne schon rechtzeitig zur Spielsaison 2021 steht. Doch daraus wird nun nichts. Am Montag hat Christoph Michel, neben Bianca Ditterich ein Teil des neuen Geschäftsführungstandems der Festspiele, dem Stadtrat den aktuellen Bauzeitenplan für die Tribüne vorgestellt. Die soll demnach von September bis November entstehen. Die Erdarbeiten sollen schon im April beginnen. Im Frühjahr 2022 dann sollen neben der Tribüne die Funktionsgebäude mit Garderobe, Requisiten und Toiletten gebaut werden.

Zufahrt übers Mühltorviertel geplant

Viele Wege führen hinauf zur Scherenburg, nur sind bislang keine wirklich für Fahrzeuge der Feuerwehr oder Baufahrzeuge geeignet. Und außer Google kommt niemand ernsthaft auf die Idee, mit seinem Auto erst den Mühltorberg und dann den Waldweg zur Scherenburg und schließlich den engen Burgweg hinunter in die Altstadt zu fahren. Der abenteuerliche Burgweg oberhalb des Ronkarzgartens und des Gemündener Stadtweinbergs war laut Michel bei den Überlegungen für eine Zufahrt der Feuerwehr und der Baufahrzeuge zwar im Gespräch, aber offenbar dann auch schnell aus dem Rennen. Hingegen ist jetzt eine Zuwegung über den Röderweg im Mühltorviertel geplant und von dort durch den Wald hinauf zur Ruine. Dazu haben mehrere Ortstermine mit der Feuerwehr stattgefunden.

Die Lösung sieht nun vor, dass am Rand des Wegs "minimalinvasiv" drei Ausweichbuchten für Gegenverkehr zwischen dem Mühltorberg und der Scherenburg entstehen sollen. Im Grunde müssten dafür nur ein paar Büsche weichen, so Michel. Der Weg an sich ist schon breit genug, nur muss er noch entsprechend befestigt werden.

Für eine Wendeplatte an der Burg war ein Grundstückskauf nötig

Außerdem soll kurz vor der Burg eine Wendeplatte mit einem Durchmesser von 16,5 Metern entstehen. Dafür muss an der Böschung oberhalb etwas abgetragen und an der darunter Material aufgetragen werden. Hauptsächlich Gebüsch und ein paar wenige Bäume müssten dafür weichen. "Zwei große Eichen konnten wir retten", sagte Michel. Für die Wendeplatte hat der Festspielverein eine Fläche aus Privatbesitz erworben, andere Flächen dafür befinden sich im Eigentum der Stadt.

Dass künftig Besucher der Festspiele den Rettungsweg hinauf zur Scherenburg benutzen, ist aber nicht vorgesehen. Nur mit Ausnahemegenehmigung sollen Fahrzeuge die verbesserte Zufahrt zur Scherenburg nutzen, um die Beeinträchtigung des Wohngebiets im Röderweg so gering wie möglich zu halten. Auf Anfrage von Stadtrat Matthias Risser (CSU) sagte Geschäftsführer Michel, dass künftig eine Schranke am Mühltorberg zwei Stunden vor Veranstaltungen geschlossen werden solle, um Besucherverkehr zu verhindern.

Ob denn für die Anwohner des Mühltorviertels, die ja Wochen und Monate mit dem Baustellenverkehr einer Großbaustelle leben müssten, eine Infoveranstaltung vorgesehen sei, wollte Stadträtin Monika Poracky (SPD) wissen. "Das wird's auf jeden Fall geben", sagte Christoph Michel.

Ausweichbuchten und Wendeplatte sollen irgendwann in den städtischen Unterhalt übergehen

Auf die weitere Frage Rissers, wer die Kosten trage, entspann sich ein Disput zwischen Risser und dem Bürgermeister über die Frage der Nichtöffentlichkeit, der schließlich mit der Antwort Michels endete, dass der Festspielverein, nicht die Stadt, für die Zuwegung, die Wendeplatte und einen Hydranten aufkomme. Forstmitarbeiter sollen aber mithelfen. Michel betonte außerdem, dass die Zuwegung künftig allen Veranstaltungen auf der Scherenburg diene, nicht nur den Scherenburgfestspielen. Bürgermeister Jürgen Lippert sagte dazu, dass sich die Stadt und der Festspielverein zum Unterhalt einigen müssen, da der irgendwann in die Verantwortung der Stadt übergehen müsse. Die Zuleitung für Wasser und Abwasser ist laut Michel noch in Planung. Sie könnte entlang des Ronkarzgartes oder des Burgwegs führen.

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Einstimmig beschloss der Stadtrat die notwendigen städtischen Flächen für die Ausweichstellen und die Wendeplatte zur Verfügung zu stellen und für die Baumaßnahmen vorzubereiten.

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