Lohr

Stationenweg statt Prozession

Schätzungsweise 10 000 Menschen, teilweise dicht gedrängt, betrachteten in den Jahren vor der Pandemie (hier im Jahr 2017) die etwa 365 Jahre alte Lohrer Karfreitagsprozession.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand | Schätzungsweise 10 000 Menschen, teilweise dicht gedrängt, betrachteten in den Jahren vor der Pandemie (hier im Jahr 2017) die etwa 365 Jahre alte Lohrer Karfreitagsprozession.

Wegen der Corona-Pandemie muss die traditionsreiche Karfreitagsprozession in Lohr das zweite Jahr in Folge ausfallen. Die Pfarreiengemeinschaft "12 Apostel am Tor zum Spessart" mit Sitz in Lohr hat statt dessen für die Zeit von Palmsonntag bis Karfreitag (28. März bis 2. April) einen Stationenweg in der Stadt und ihren Stadtteilen mit den Stationen der Prozession vorbereitet.

Schätzungsweise 10 000 Menschen, teilweise dicht gedrängt, betrachteten in den Jahren vor der Pandemie die etwa 365 Jahre alte Lohrer Karfreitagsprozession. Die lebensgroßen Prozessionsstationen aus Holz erzählen die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu Christi nach. Getragen werden sie abwechselnd von rund 600 Menschen, vor allem Handwerkern, Vertreter des Stadtrats sowie Klerikern und Ministranten.

Dass die Prozession in zwei aufeinander folgenden Jahren nicht in gewohnter Weise begangen werden könne, "ist wohl ein Präzedenzfall", sagte Lohrs Stadtpfarrer Sven Johannsen im Gespräch mit dieser Redaktion. Vorausgesetzt, dass ein zu erhoffendes Wunder nicht eintritt und völlige Normalität bis zum Karfreitag zurückkehrt, habe die Pfarreiengemeinschaft also wieder mit einer "Alternative" planen müssen.

Alle einbeziehen

Im letzten Jahr seien am Karfreitag einige Figuren in der Stadtpfarrkirche aufgestellt worden, verbunden mit einer Meditation. Viele Menschen hätten diese Möglichkeit genutzt, so Johannsen. In diesem Jahr "wollen wir diese Idee erweitern und mehrere Orte einbeziehen, so dass alle Stationen einen Platz finden, an dem sie besucht werden können".

Über die Altstadt und mehrere Stadtteile verteilt, würden in verschiedenen Kirchen und öffentlichen Gebäuden die Stationen der Karfreitagsprozession von Palmsonntag bis Karfreitag ihren Platz finden und zur Meditation und zum Gebet einladen. Plakate und Hinweisschilder zeigten den Weg. Konkret sind das:

Evangelische Auferstehungskirche (Station Das letzte Abendmahl),

Seniorenzentrum St. Martin (Jesus am Ölberg),

St. Peter und Paul Wombach (Gefangennahme),

St. Josef Sendelbach (Verspottung),

St. Bonifatius Sackenbach (Geißelung),

St. Pius Lindig (Kreuzschlepper),

Altes Rathaus Lohr (Ecce Homo und Kleiderberaubung),

Fischerhaus am Kirchplatz (Das Kreuz unserer Zeit),

Stadtpfarrkirche St. Michael (Das heilige Kreuz und Das Zeichen des Jona),

Kapuzinerkirche am Kirchplatz (Pieta).

"In diesem Jahr wird die Prozession also tatsächlich als Weg der Beter stattfinden, die sich aufmachen, um die Geschehnisse des Leidens und Sterbens Jesu zu betrachten", betonte Johannsen. Nach seinen Angaben wird ab Mitte März eine Broschüre in den Kirchen ausliegen, die den Weg und die Aufstellung der Figuren erläutert: "Wir verfassen kurze Impulse und Anregungen zum Nachdenken zu jeder Station."

Die Gläubigen seien aufgerufen, so ihre Verbundenheit mit der Karfreitagsprozession zu zeigen und die Möglichkeit zu nutzen, "sich mit der Bedeutung des Leidens und Sterbens Jesu für uns auf diesem Weg auseinanderzusetzen". Der Lohrer Stadtpfarrer kündigte an, am Abend des Karfreitags (2. April) werde es um 18 Uhr eine Andacht auf dem Kirchplatz geben in Anlehnung an den sonst üblichen Abschluss der Prozession am Mittag.

Dabei gälten selbstverständlich die Corona-Sicherheitsregeln, also "Abstand halten und keine Blasmusik". Jedenfalls hoffe die Pfarreiengemeinschaft, dass diese Andacht am 2. April möglich sei, "es ändert sich ja ständig etwas".

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