Steinfeld

Steinfeld hat 2021 viel vor

Nach Einschätzung von Bürgermeister Günter Koser ist die Corona-Pandemie dem staatlichen Bauamt entgegengekommen, "da es ungestört planen konnte".
Foto: Wolfgang Dehm | Nach Einschätzung von Bürgermeister Günter Koser ist die Corona-Pandemie dem staatlichen Bauamt entgegengekommen, "da es ungestört planen konnte".

Weil das Coronavirus in diesem Jahr keine feierliche Jahresabschlusssitzung zulässt, blickte Bürgermeister Günter Koser in der regulären Gemeinderatssitzung auf das ablaufende Jahr zurück. Gleich zu Beginn der Pandemie habe die Gemeinde reagiert und ihren Haushalt entsprechend den zu erwartenden Mindereinnahmen angepasst, so Koser. Aktuell habe man Rücklagen von rund 3,65 Millionen Euro und Verbindlichkeiten von 1,74 Millionen Euro, also ein Guthaben von 1,91 Millionen Euro. Damit sah der Bürgermeister die Gemeinde für die anstehenden Aufgaben "finanziell sehr gut aufgestellt".

Aus seiner Sicht seien die wichtigsten Vorhaben der Gemeinde im kommenden Jahr die Erschließung des Gewerbegebiets Strüth für den geplanten Verbrauchermarkt, den Umbau der alten Schule für die geplante Tagespflegeeinrichtung, die Verbesserung der Wasserversorgungseinrichtung in Waldzell, die Umsetzung des geplanten Baugebietes in Waldzell sowie ein Vorankommen bei der geplanten Ausweisung eines Naturschutzgebietes.

Verbrauchermarkt: Der geplante Netto im Gewerbegebiet Strüth, der voraussichtlich im Herbst 2021 eröffnet werden soll, werde für eine weitere Verbesserung und Sicherstellung der Nahversorgung der Bevölkerung sorgen, sagte Koser.

Tagespflege: Die geplante Tagespflegeeinrichtung in der alten Schule, die im Herbst 2022 eröffnet werden soll, bringe den Angehörigen Entlastung und ermögliche Pflegebedürftigen in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben, so der Bürgermeister. Mit der Caritas habe man einen idealen Betreiber und mit dem Ärztehaus am Kirchplatz einen idealen Standort gefunden.

Wasserversorgung: Sobald die Förderzusagen des Wasserwirtschaftsamtes vorlägen, könne mit der Anbindung der Waldzeller Wasserversorgung an die Quelle Dicker Busch und dem Bau eines neuen Hochbehälters in Waldzell begonnen werden, so Koser.

Bauplätze: Für das geplante Baugebiet in Waldzell, in dem nach einer Umplanung nun sämtliche alten Obstbäume erhalten werden können, warte man auf die Genehmigung seitens des Landratsamtes, sagte der Bürgermeister. In den Baugebieten Schindersberg (Steinfeld) und Forst (Hausen) seien innerhalb von vier Jahren alle Bauplätze verkauft worden. Die rege Bautätigkeit der vergangenen Jahre sah er als Hauptgrund dafür, dass die negative Bevölkerungsentwicklung umgekehrt werden konnte. Für den zweiten Bauabschitt am Schindersberg werden laut Koser die Grundstückseigentümer bereits angeschrieben; er ging allerdings davon aus, dass zum Teil schwierige Verhandlungen zu erwarten seien.

Naturschutzgebiet: Koser bedauerte, dass man in Sachen der geplanten Ausweisung des Waldgebietes Kohlplatte als Naturschutzgebiet noch nicht richtig weitergekommen sei. Coronabedingt habe bislang noch kein Termin mit der zuständigen Regierung von Unterfranken stattfinden können. Das von der Gemeinde in Auftrag gegebene ornithologische Gutachten sei allerdings bereits fertig.

Altortsanierung: Mit rund 180 000 Euro an Eigenmitteln habe die Gemeinde zwischen 1997 und 2020 mehr als 50 Baumaßnahmen von Bürgern in den Altorten gefördert, sagte der Bürgermeister. Seit Jahresanfang seien Sanierungssatzungen für die Altorte von Steinfeld und Waldzell in Kraft, die es ermöglichten, Investitionen in dortige Anwesen steuerlich abzusetzen. Dass die Gemeinde nun ins Dorferneuerungsprogramm aufgenommen wird freute Koser, allerdings müsse man davon ausgehen, dass die ersten Fördergelder frühestens 2023 fließen.

Breitband: Dem Bürgermeister zufolge will die Telekom im kommenden Jahr viele Gebäude mit Glasfaser anschließen, unter anderem die Schule.

Schulkindbetreuung: Nachdem die Schulkindbetreuung über den Johanniszweigverein im Kindergarten nicht mehr erfolgen konnte, habe man mit EAL einen professionellen Partner gefunden und die Betreuung ins Schulhaus verlegt, so der Bürgermeister.

Buchenbachquelle: Die neu gestaltete Buchenbachquelle erfreut sich laut Koser großer Beleibtheit, "nicht nur bei der Ortsbevölkerung".

Wald: Auch der Steinfelder Wald habe unter der Trockenheit der vergangenen Jahre gelitten, sagte der Bürgermeister. Beim Laubholz habe man deshalb den Einschlag um mehr als 60 Prozent reduziert.

B 26n: Der Initiative Bürger und Kommunen gegen die B 26n, der auch Steinfeld angehört, sind laut Koser zurzeit etwas die Hände gebunden, da coronabedingt keine Aktionen durchgeführt werden dürften. Dem planenden staatlichen Bauamt hingegen sei die Pandemie seines Erachtens nach entgegengekommen, "da es ungestört planen konnte".

Statistik: Aktuell hat die Gemeinde Steinfeld 2269 Einwohner (2162 mit Haupt- und 107 mit Nebenwohnsitz) – das sind 21 mehr als im Vorjahr. 2020 gab es 85 Anmeldungen und 66 Abmeldungen; 14 Sterbefälle standen 16 Geburten gegenüber.

Bürgermeister Koser dankte allen am Wohl der Gemeinde Beteiligten und insbesondere dem Gemeinderat für eine "hervorragende Zusammenarbeit". Man habe im ablaufenden Jahr viele Projekte anstoßen oder verwirklichen können, sagte Zweite Bürgermeisterin Marion Gröbner. "Das ist auch ein Verdienst von dir", sagte sie mit Blick auf Koser, dem sie für "unermüdlichen Einsatz für die Gemeinde" dankte.

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