Lohr

Themenwoche über Dietrich Bonhoeffer

Die Ausstellung 'Dietrich Bonhoeffer. Sein Leben. Sein Werk.' im Ev. Gemeindezentrum Ulmer-Haus wurde auch von einer Gymnasialklasse für den Unterricht genutzt. 
Foto: Till Roth | Die Ausstellung "Dietrich Bonhoeffer. Sein Leben. Sein Werk." im Ev. Gemeindezentrum Ulmer-Haus wurde auch von einer Gymnasialklasse für den Unterricht genutzt. 

Dietrich Bonhoeffer fordert heraus - das stellten Besucherinnen und Besucher fest, die sich während der Themenwoche der Ev. Kirchengemeinde Lohr mit Person und Werk des evangelischen Theologen und Pfarrers beschäftigten. "Ich wusste gar nicht, dass Bonhoeffer aus solch großbürgerlichem Hause kam", sagte ein Besucher. Dass er ein sehr enges Verhältnis zu seiner Familie hatte, war einem andern neu. Eine Dame stellte überrascht fest, wie weit gereist Bonhoeffer war. Andere entdeckten seinen Einsatz für die junge Generation: Konfirmandenarbeit in sozialen Brennpunkten, Nachwuchsförderung, Predigerausbildung. Dass sein spirituelles Vorbild und seine Zivilcourage auch heute zum Nachdenken und Handeln anregen können, war einhellige Meinung.

"Es ist wichtig, Menschen wie Bonhoeffer in den Mittelpunkt zu stellen. Sie sind es, die junge Menschen motivieren. Sie sind Vorbilder", betonte ein Herr, der selbst als Jugendlicher Zeitzeuge des Unrechtsregimes im Dritten Reich war. In diesem Sinne war es erfreulich, dass auch eine Schulklasse des Lohrer Gymnasiums die Ausstellung für den Unterricht nutzte. "Bonhoeffer war mutig, überzeugt von seinem Glauben und inspirierte so Tausende von Menschen" - so war auf einem Gedankenzettel nach dem Ausstellungsbesuch zu lesen. Und ganz persönlich: "Ich bin stolz auf ihn." "Ich habe Respekt vor Bonhoeffer." Zur Konzeption wurde positiv rückgemeldet, dass Audio-Beiträge per QR-Code abgerufen werden konnten, die die Text- und Bildtafeln ergänzten.

Die Ausstellung umrahmte zwei Abendveranstaltungen: Als "berührend und bewegend" wurde die Lesung aufgenommen. Biographische Passagen, gelesen von Pfarrer Michael Kelinske und Kirchenvorsteherin Renate Gauly, und eine Gedichtbetrachtung "Von guten Mächten" durch Pfarrer Heinrich Spittler boten ergänzt mit vielen Originalzitaten einen persönlichen Zugang. Heike Brandl übernahm u.a. die Stimme Dietrichs Zwillingsschwester Sabine, befragte als Kirchenvorsteherin von heute zudem Bonhoeffer - gesprochen von Dekan Till Roth - zu Spiritualität, Weitergabe des Glaubens und Bibelverständnis. Musik, so wichtig im Leben Bonhoeffers, wurde von Till Roth am Klavier und von Dekanatskantor Mark Genzel an der Orgel eingebracht. Mark Genzel variierte eine der Vertonungen von "Von guten Mächten" und ließ weitere musikalischen Vorlieben Bonhoeffers dabei erklingen. Ein gesprochenes Zitat Bonhoeffers, unterlegt von einem warmen, dunklen Grundton der Orgel, unterbrochen von melodischen Passagen, hallte abschließend in der Kirche nach. Das Team wurde von Erik Schwarz für die Technik und Carolin Esgen für die Lesungskonzeption vervollständigt.

Die zweite Veranstaltung war ein sehr gut besuchter Filmabend. Hier leitete Dekan Roth mit einer Einführung von der Lesung hinüber zum Film "Die letzte Stufe", der den Widerstandskämpfer in den Blick nahm. "Ich bin dankbar, dass die Bonhoeffer-Themenwoche in der Gemeinde, aber auch darüber hinaus wahrgenommen wurde", so Dekan Till Roth abschließend.


Von: Carolin Esgen

Heike Brandl, Dekan Till Roth, Pfarrer Heinrich Spittler, Renate Gauly und Pfarrer Michael Kelinske (von links) bei der Lesung im Rahmen der Bonhoeffer-Themenwoche in der Ev. Auferstehungskirche, Lohr.
Foto: Carolin Esgen | Heike Brandl, Dekan Till Roth, Pfarrer Heinrich Spittler, Renate Gauly und Pfarrer Michael Kelinske (von links) bei der Lesung im Rahmen der Bonhoeffer-Themenwoche in der Ev. Auferstehungskirche, Lohr.
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