Aschaffenburg

Warum der ADFC viele Fahrrad-Stellplätze für ungenügend hält

Überfüllt, zu alt oder erst gar nicht erst vorhanden: Rad-Abstellplätze an unterfränkischen Bahnhöfen sind für den Radfahrerklub ADFC ein Problem. Woran es hakt.
Pickepackevoll: Abstellplätze für Fahrräder sind an unterfränkischen Bahnhöfen ein Problem, meint der ADFC. Das Bild zeigt die Situation am Würzburger Hauptbahnhof.
Foto: Thomas Obermeier | Pickepackevoll: Abstellplätze für Fahrräder sind an unterfränkischen Bahnhöfen ein Problem, meint der ADFC. Das Bild zeigt die Situation am Würzburger Hauptbahnhof.

Wer der Umwelt Gutes tun will und Fahrrad fährt, hat an unterfränkischen Bahnhöfen offenbar häufig ein Problem: Es gibt zu wenige Abstellplätze. Darauf hat der Verein "Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club" (ADFC) hingewiesen.

Auf einem Regionaltreffen in Aschaffenburg stellte der ADFC eine eigene Untersuchung vor, die allerdings nicht flächendeckend ist. Wie es in einer Mitteilung heißt, "sind in größeren Teilen Unterfrankens entweder keine Fahrradabstellanlagen an den Bahnhöfen vorhanden oder in einem sehr schlechtem Zustand". Der Mangel sei die Regel.

Was es mit den "Felgenkillern" auf sich hat

So werden in der Analyse unter anderem die Bahnhöfe in Lohr, Partenstein, Langenprozelten, Burgsinn (alle Landkreis Main-Spessart) sowie in Münnerstadt, Westheim (Landkreis Bad Kissingen), Bad Neustadt und Kitzingen genannt, wo das Angebot an Rad-Abstellplätzen mangelhaft sei. Entweder fehlten solche Plätze ganz oder sie seien überbelegt. Auch kritisiert der ADFC, dass mancherorts so genannte Felgenkiller zu finden seien, also Abstellvorrichtungen mit der Gefahr, die Felgen des Fahrrads zu beschädigen.

Allein in den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg will der Verein gute Ansätze erkannt haben. Aufgefallen ist ihm zudem, dass es auf modernisierten Bahnhöfen wie in Heigenbrücken oder Partenstein offenbar unterlassen worden sei, auch die Rad-Abstellplätze auf den neuesten Stand zu bringen.

Wo der ADFC das Problem im Problem sieht

Den bevölkerungsreichen Raum Würzburg hat der ADFC in der Analyse nicht berücksichtigt. Ein Thema ist es zumindest in der Stadt Würzburg trotzdem: Ende August war bekannt geworden, dass am Hauptbahnhof die Situation durch 280 neue Radstellplätze entschärft werden soll. Dem Würzburger Radverkehrskonzept zufolge sollen dort bis 2025 insgesamt 1200 Abstellplätze zur Verfügung stehen.

Der ADFC sieht in dem mangelhaften Angebot an Abstellplätzen ein generelles Problem: Pendler verzichteten dann doch darauf, mit dem Rad zum Bahnhof zu fahren - und steigen deshalb lieber ins Auto.

Was eine andere Untersuchung zeigt

Die Kritik des ADFC deckt sich in Teilen mit einer Untersuchung des Vereins "Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern" (AGFK) von 2018. Demnach erfüllen 40 Prozent der Abstellanlagen an Bahnhöfen im Freistaat nicht die aktuellen Anforderungen und müssten demnach modernisiert werden.

Der AGFK gehören unter anderem die Städte Würzburg und Schweinfurt an. Der Verein hatte für die Analyse nach eigenen Angaben ein Viertel der gut 1000 bayerischen Personenbahnhöfe unter die Lupe genommen, darunter 18 in Unterfranken.

Dabei stellte sich heraus, dass die Rad-Abstellplätze in Bayern im Durchschnitt 20 Jahre alt sind. Immerhin seien 75 Prozent überdacht. Als größtes Hemmnis für mehr Abstellplätze an Bahnhöfen stellte sich der Untersuchung zufolge heraus, dass es zu wenig Flächen für Erweiterungen gebe.

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