Gemünden

Warum sich Lehrkräfte der ImpfPrio-Gruppe 3 gedulden müssen

Im Meldeportal für das Impfzentrum kann zwar die höhere Priorisierung auf 2 erreicht werden, doch hebelt das die gesetzlichen Bestimmungen bei der Impfreihenfolge nicht aus.
Symbolbild Impfen
Foto: Hauke-Christian Dittrich | Symbolbild Impfen

Lehrerin Petra Baur ist sauer. Als Vorsitzende der Mitarbeiter-Vertretung der Florentini-Schule in Gemünden spricht sie für viele Kollegen, denen es ihren Worten zufolge genauso geht. Erst am Montag, 5. Mai, hatte Kultusministerium Michael Piazolo erklärt, dass allen bayerischen Lehrerinnen und Lehrern, die in der Präsenzbetreuung tätig sind, ein Impf-Angebot gemacht wird. Das gelte nun auch für weiterführende und berufliche Schulen, hieß es. Zuvor hatten nur die Lehrerinnen und Lehrer an den Grund- und Förderschulen die Möglichkeit einer bevorzugten Impfung gehabt.

"Diese Mitteilung von Piazolo habe ich und meine Kollegen so verstanden, dass wir jetzt an der Reihe sind", sagt Baur. Eine Anfrage beim Impfzentrum sei aber ernüchternd gewesen. Lehrkräfte, die über die Angabe "Mittagsbetreuung" im Impfzentrum eine Priosierung in die Kategorie 2 erhalten haben, würden abgewiesen, heißt es in einer Mail, die der Redaktion vorliegt.    

Lehrer gehören bevorzugt geimpft

Man könne sich auf die Politik nicht verlassen, schimpft Petra Baur und so würden viele ihrer Kolleginnen und Kollegen denken. Aufgrund des Kontakts der Lehrkräfte mit vielen Schülern hält sie eine bevorzugte Impfung ihrer Berufsgruppe für gerechtfertigt. Es seien bisher nur wenige ihrer Kolleginnen und Kollegen geimpft. Die, die geimpft sind, sind es nicht, weil sie im Lehrberuf arbeiten, sondern bei ihnen liegen andere Gründe vor, die zu einer Priorisierung geführt haben.

Auf Anfrage der Redaktion teilt die Pressestelle des Landratsamtes mit, dass sowohl das Staatsministerium für Unterricht und als auch das Staatministerium für Gesundheit und Pflege darauf hingewiesen haben, dass den Lehrkräften weiterführender Schulen innerhalb der Prioritätsstufe 3 ein bevorzugtes Impfangebot gemacht werden soll. Dies betreffe in erster Linie Lehrkräfte, die regelmäßig in Präsenz unterrichten, in der Notbetreuung tätig sind oder bei anstehenden Abschlussprüfungen eingesetzt werden.

Pressesprecherin Tina Starck: "Lehrkräfte von Grund- und Förderschulen sowie Personen, die in der Mittagsbetreuung tätig sind, werden in die Priorität 2 eingeordnet. Aktuell befinden sich im Landkreis Main-Spessart immer noch ca. 2100 Personen in der Prioritätsstufe 2." Bei Registrierungen über das Internet im Programm BayIMCO sei es durch Eingabe bestimmter Kombinationen (hier beispielsweise die Mittagsbetreuung) möglich, eine höhere Prioritätsstufe zu erreichen, als dies die CoronaImpfVerordnung vorsieht.

Einstufung muss beim Impfzentrum belegt werden

Starck erklärt: "Die Gründe, die zur jeweiligen Einstufung führen, müssen aber am Impftag im Impfzentrum belegt bzw. nachgewiesen werden. Um sowohl unnötige Ärgernisse und Diskussionen im Impfzentrum zu vermeiden und zur Sicherstellung einer den gesetzlichen Bestimmungen entsprechenden Impfreihenfolge, haben wir die Lehrkräfte der weiterführenden Schulen auf die erforderlichen Angaben und Nachweis hingewiesen. Mit diesem Hinweis folgt das Landratsamt ausdrücklich den gesetzlichen und ministeriellen Vorgaben, wonach die Lehrkräfte weiterführender Schulen in die Prioritätengruppe 3 und nicht in die Prioritätengruppe 2 eingruppiert sind."

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