ZELLINGEN

Weiber in illustrer Runde

Seinen über fünf Jahre andauernden Schöpfungsprozess präsentiert Wieland Jürgens eindrucksvoll in der Zellinger Kunsthalle. „Göttinnen und andere Prachtweiber“ sind hier in überwiegend großformatigen Bildern ein Zeugnis Jürgens neuer realistischen Malerei.
Gemeinsam mit Frau Arwide präsentiert Wieland Jürgens in der Zellinger Kunsthalle seinen neuen Zyklus „Göttinnen und andere Prachtweiber“. Starke Frauen – insbesondere der Mythologie – stehen im Mittelpunkt.
Foto: FOTO Kristina Ackermann | Gemeinsam mit Frau Arwide präsentiert Wieland Jürgens in der Zellinger Kunsthalle seinen neuen Zyklus „Göttinnen und andere Prachtweiber“.

Schon der Kerzenlichterweg zur Galerie ließ erahnen, dass dem Ganzen ein besonderer Zauber innewohnen würde. In seiner Begrüßung ging der Künstler zunächst auf die ausgestellten Bilder ein, die nach seinen abstrakten Schaffensphasen nun wesentlich gegenständlicher, oder besser gesagt, figürlicher sind.

Er bewege sich von Serie zu Serie, denn Kunst müsse für Wieland Jürgens ein Abenteuer bleiben und dies beinhalte nun einmal auch Veränderung und dies wird sich nicht nur auf den künstlerischen Bereich auswirken. So heißt Berlin die neue Adresse des Malers. Auch wenn er ab November in einem Atelier am Prenzlauer Berg wirken wird, kehrt er Zellingen nicht den Rücken. Der Künstler wird pendeln, was ihm der ganz offizielle Ruhestand jetzt ermöglicht.

Eine Einführung in seine Werke gab der freie Schriftsteller Dr. Hans Jürgen Stahl. „Wieland hat fette Lunte ausgelegt – welch sinnliche Freuden sind da zu erwarten?“ So philosophierte er über die benannten Damen, die überwiegend der Mythologie entnommen den künstlerischen Auseinandersetzungspunkt darstellen. Wieland Jürgens habe ihnen Zeichenhaftes beigegeben, was insbesondere im Bild „Nut“ exemplarisch dafür stehe.

Wer sich nun nicht ganz so gut im Reich solcher „Weibsbilder“ auskannte, dem bot sich die Gelegenheit vor Ort über Aphrodite, Thisbe oder Lilith, die babylonische Sturmgöttin, Informationen einzuholen. Dazu gesellt sich auch ein Werk, welches „Schneewittchen“ zeigt und so erweitert sich der Kreis der Damen um die Märchenfigur.

Die beiden starken Motive der Bilder von Wieland Jürgens sind Verlockung und Zurückweisung – also das „Weib“ als solches. Inspiriert durch die Sehnsucht nach dem Gegenstand, dem Figürlichen, zeigt der Blick auf die Bilder, dass der Künstler bei spirituellen Prachtweibern angekommen ist, die auf abstraktem Grund posieren, wobei die Farben Grün und Rot dominieren.

Geleitet wurde Jürgens von seinem immer schon großen Interesse an der Geschichte und Archäologie, die ihn dann schließlich in Richtung weiblicher Gottheiten und anderer Frauenfiguren lenkte, was unsere Kultur, so der Künstler, mitgeprägt und oftmals entscheidend beeinflusst habe. Den Besucher erwarten dennoch keine realistischen Abbilder, wie man sie auf Titelseiten finden würde, was auch gut sei, so Jürgens, denn nicht nur der neue Inhalt, sondern immer auch die Malerei selbst müsse spannend bleiben, wobei die Formfindung die wichtigste Aufgabe der Bildenden Kunst sei.

Für alle, die sich gerne in Wieland Jürgens Welt des Mythenreiches entführen lassen wollen, wird die Ausstellung in der Zellinger Kunsthalle bis 8. November jeweils samstags und sonntags zwischen 14 Uhr und 18 Uhr offen stehen. Zudem können auch außerhalb der Öffnungszeiten Termine mit dem Künstler vereinbart werden.

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