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Zeitweise jeder fünfte Arbeitnehmer in Main-Spessart in Kurzarbeit

Die Zahlen sind enorm: Tausende Main-Spessarter sind oder waren in den vergangenen Monaten in Kurzarbeit. Im November nahm der Umfang wieder zu.
Symbolbild Arbeitsamt.
Foto: Frank Leonhardt/dpa | Symbolbild Arbeitsamt.

So etwas hat es noch nicht gegeben. Tausende Arbeitnehmer in Main-Spessart sind oder waren in den vergangenen Monaten in Kurzarbeit. Im Mai lag die Zahl sogar über der Marke von 10 000, was einem Fünftel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Main-Spessart entspricht. Dies teilt Wolfgang Albert, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Würzburg, auf Anfrage mit.

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Aktuelle Zahlen, wie viele Arbeitnehmer gerade tatsächlich in Kurzarbeit sind, gibt es noch nicht. Denn tatsächlich abgerechnet wird zwischen Betrieben, die Kurzarbeit anmelden, und der Arbeitsagentur immer erst ein paar Monate später. Deshalb liegen der Behörde derzeit nur Zahlen bis zum Juni vor. Daraus zeigt sich, dass der Höchststand der Kurzarbeit im Landkreis mit 10 240 Arbeitnehmern im Mai erreicht wurde. Die Betroffenen arbeiteten in insgesamt 715 Betrieben.

Kurzarbeit spiegelt Entwicklung der ersten Coronawelle und der Gegenmaßnahmen wider

An der Anzahl der betroffenen Betriebe und Arbeitnehmer zeigt sich deutlich der Verlauf der ersten Coronawelle mit den scharfen Maßnahmen im Frühling. Waren es im März noch 459 Betriebe, in denen es Kurzarbeit gab (für insgesamt 3125 Arbeitnehmer), schnellte die Zahl im April auf 865 Betriebe und 9193 Arbeitnehmer hoch. Interessanterweise sank zwar im Mai die Zahl der Betriebe, aber gleichzeitig stieg die Zahl der Kurzarbeiter noch einmal deutlich. Die Kurzarbeitsquote betrug im Mai 21,3 Prozent.

Arbeitsagentur-Sprecher Albert erklärt sich den Umstand, dass im Mai weniger Betriebe, aber mehr Beschäftigte in Kurzarbeit waren, folgendermaßen: Aufgrund des ersten Lockdowns ab 13. März mussten zahlreiche Betriebe, etwa in der Gastronomie, im Gesundheitsbereich oder große Teile des Handels, vorübergehend schließen. Vom ersten Lockdown waren sehr viele Betriebe mit nur wenigen – oftmals nur ein, bis zwei – Beschäftigten betroffen. Dies könnte laut Albert die hohe Anzahl an Betrieben erklären. "Mit den schrittweisen Lockerungen Ende April, Anfang Mai hat das wirtschaftliche Leben wieder Fahrt aufgenommen und die Kurzarbeit wurde in dem einen oder anderen Betrieb hinfällig, so dass im Mai die Anzahl der betroffenen Betriebe rückläufig war", so Albert.

Im Mai verließen viele Betriebe die Kurzarbeit, aber in größeren fing sie erst an

Vor allem im verarbeitenden Gewerbe hätten größere Betriebe trotz des Lockdowns zunächst noch Aufträge, sofern möglich, abgearbeitet oder Überstunden abgebaut. Kurzarbeit wurde dann oftmals nicht sofort mit dem Lockdown, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt, z.B. ab Mai, angezeigt, so der Sprecher der Arbeitsagentur. "Da es sich hierbei oftmals um Betriebe mit größeren Belegschaften gehandelt hat, war zwar in der Gesamtbetrachtung die Anzahl der Betriebe rückläufig, jedoch waren insgesamt mehr Arbeitnehmer in Kurzarbeit."

Im Juni sank die Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Betriebe auf 540 Betriebe und die der betroffenen Beschäftigten auf 8804 Beschäftigte.

Teil-Lockdown im November macht sich bei Kurzarbeit bemerkbar

Aktuell hat der Teil-Lockdown seit November wieder zu einem Anstieg bei den Anzeigen für Kurzarbeit geführt. Im gesamten Monat Oktober haben 22 Betriebe für 107 Arbeitnehmer in Main-Spessart neu Kurzarbeit angezeigt. Vom 1. bis zum 25. November sind jedoch 44 Anzeigen für 237 Personen neu eingegangen. Die Anzeigen für Kurzarbeit von Unternehmen zeigen eine Tendenz auf, aber sagen nichts über die Gesamtzahl der tatsächlich in Kurzarbeit befindlichen Beschäftigten aus, da sie von Betrieben kommen, die zuletzt keine Kurzarbeit hatten. Betriebe, die durchgängig Kurzarbeit hatten, stellen keine neue Anzeige.

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