Tauberbischofsheim

77 Firmungen in sechs Gottesdiensten

In sechs Gottesdiensten empfangen in diesem Jahr 77 Tauberbischofsheimer das Sakrament der Firmung. Das Bild zeigt Dekan Gerhard Hauk (Mitte) als Firmspender.
Foto: Kurt Baumann | In sechs Gottesdiensten empfangen in diesem Jahr 77 Tauberbischofsheimer das Sakrament der Firmung. Das Bild zeigt Dekan Gerhard Hauk (Mitte) als Firmspender.

Alle zwei Jahre steht für katholische Christen im Dekanat Tauberbischofsheim ein großes Ereignis an: die Firmung. Allerdings musste auch hier coronabedingt umgeplant werden: Die 77 Firmlingen feierten dieses große Ereignis in sechs Gottesdiensten, Firmspender waren Dekan Gerhard Hauk und Kaplan Dominik Albert. Die festlichen Gottesdienste wurden musikalisch von der „Band ohne Namen“ unter Leitung von Martina Wamser (St.Martinskirche) und der Rockband „smash“ (St.Bonifatiuskirche) mitgestaltet.

Dekan Gerhard Hauk freute sich in seinen Begrüßungsworten darüber, dass sich so viele junge Menschen hatten einladen lassen und zu diesem Fest des Glaubens in die Kirche gekommen waren. Natürlich bedauerte er, dass nur die engsten Verwandten und der Firmpate mitkommen durfte, die Abstandsregelungen erlaubten keine andere Möglichkeit.

In seinen Predigtworten ging er im Vergleich zu Vereinen, die Mitgliedsausweise erstellen, darauf ein, dass es bei der Firmung statt eines „Ausweises“ ein Kreuz mit Chrisamöl auf die Stirn gebe. Dies sei das Zeichen, dass Jesus Christus nun gemeinsame Schritte mit den Jugendlichen gehen wolle und sich die Jugendlichen damit auch entschieden hätten, ihre Talente für andere Menschen einzusetzen. Er sprach den Jugendlichen deshalb das Kompliment aus, mit diesem JA anders zu handeln, den Blick auch auf Menschen zu nehmen, die in Not sind.

Viele Wochen und Monate haben sich die Jugendlichen auf diesen Tag vorbereitet, sich mit dem Glauben auseinandergesetzt. Doch wie gehe der Weg nun weiter? Dies machte Dekan Hauk an seiner Lieblingsgeschichte deutlich: Eine Artistengruppe war in der Stadt und die Menschen schauten begeistert auf den Artisten mit seinen Kunststücken hoch oben auf dem Seil, das zwischen Kirche und Rathaus gespannt war. Niemand war jedoch bereit, sich in einen Schubkarren zu setzen, der hoch oben mit dem Artisten über das Seil gerollt werden sollte – außer einem kleinen Jungen. Anschließend wurde er gefragt, wieso er denn keine Angst gehabt habe. Es war sein Vater, zu dem er grenzenloses Vertrauen hatte. Dies war abschließend der große Wunsch von Pfarrer Hauk an die Firmanden, nämlich dass sie ein ebenso großes Vertrauensverhältnis zu Gott entwickeln mögen.

Kaplan Dominik Albert freute sich, dass so viele junge Menschen zu Jesus gehören, ihm folgen wollen. Auch er ging auf das Evangelium nach Matthäus mit den Talenten ein, die der Herr seinen Dienern gab und nach seiner Rückkehr wissen wollte, was sie damit getan hatten. Daraus ableitend rief er die Jugendlichen dazu auf, ihre Talente, ihre Begabungen zu nutzen und sie einzusetzen für Dinge, die sie gut können. In jugendgemäßer Sprache begeisterte er, am Reich Gottes mitzubauen, zu „Follower“ zu werden.

Viele werden sagen, „bin ausgebrannt, mache schon genug“, „noch kurz die Welt retten“. Sicher sei im Jahr 2020 irgendwie „die Luft raus“, damit seien die Anwesenden sicher auch ein „besonderer Firmjahrgang“ mit einem „Lock down“, aber deshalb sei es besonders wichtig, die „Powerbank“, also den Heiligen Geist „anzuzapfen“: der Geist Gottes begleite die Menschen durch Zeit und Raum, diese „Powerbank“ bleibe immer an. Sein Aufruf: „Macht was aus Eurem Leben, macht was aus dieser Welt mit Gottes Hilfe! Ihr seid nicht allein“.

Auch wenn es derzeit mit den Menschen sein muss – Gott wird nie auf Abstand gehen. Deshalb gehe es bei der Firmung darum: sei besiegelt durch die Kraft des Heiligen Geistes. An die Firmpaten gewandt appellierte er, die Begeisterung bei den Jugendlichen wach zu halten. Der abschließende Dank ging auch an die Wegbegleiter, die Firmhelfer, die „PersonalTrainer“ und die Eltern sowie mit kräftigem Beifall an die beiden Bands, die zusätzlich für schwungvolle Gottesdienste sorgten. 

Von: Kurt Baumann, für das Dekanat Tauberbischofsheim

Kaplan Dominik Albert bei der Firmenspendung.
Foto: Kurt Baumann | Kaplan Dominik Albert bei der Firmenspendung.
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