TAUBERBISCHOFSHEIM

Barmherzige Brüder übernehmen die Krankenhaus und Heime Main-Tauber gGmbH

Übernahme durch die Barmherzigen Brüder: Das neue Team der Krankenhaus und Heime Main-Tauber gGmbH .
Foto: Sara Schmitt | Übernahme durch die Barmherzigen Brüder: Das neue Team der Krankenhaus und Heime Main-Tauber gGmbH .

„Das ist ein Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte des Krankenhauses“, sagt Landrat Reinhard Frank überzeugt.

Gemeint ist die Übertragung der Geschäftsführung der Krankenhaus und Heime Main-Tauber gGmbH an den Barmherzige Brüder Trier (BBT) e.V. zum 1. Oktober 2010.

Von nun an teilen sich vier Mitglieder der BBT die Geschäftsführung: „In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass es von Vorteil ist, die spezifischen Aufgabenbereiche aufzuteilen“, so Bruder Alfons Maria Michel, einer der zukünftigen Geschäftsführer.

Aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Situation im Klinikbereich allgemein und des stetig wachsendes Drucks, war dieser Schritt nötig geworden, um den Krankenhaus-Standort Tauberbischofsheim auch in Zukunft zu sichern.

„Wir möchten im Kreis weiterhin eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe medizinische Versorgung gewährleisten. Gleichzeitig wollen wir die Arbeitsplätze und die Wirtschaftlichkeit des Krankenhauses erhalten“, begründet Frank diese Maßnahme.

Keine Gesundheitsfabrik

Ein Ziel, das auch die neuen Geschäftsführer anstreben. Wichtig sei ihnen dabei, dass die Krankenhaus und Heime Main-Tauber gGmbH trotz wirtschaftlichen Drucks keine Gesundheitsfabrik werde. Moralische und ethische Ansprüche der medizinischen Behandlung seien demnach auch weiterhin gewährleistet, so Michel.

In zwei anderen, wichtigen Bereichen wird die Übernahme ebenfalls zu keinen Veränderungen führen. Zum einen ist der Kreis auch in Zukunft zu 100 Prozent Gesellschafter der gGmbh und damit Eigentümer der Krankenhaus und Heime Main-Tauber. Eine Tatsache, die auch die neue Geschäftsführung begrüßt: „So bleibt der Landkreis in der Verantwortung und kann das Gesundheitssystem in seiner Wichtigkeit unterstützen“, sagt Bruder Alfons Maria Michel.

Zum anderen können die Patienten sicher sein, dass es für sie keine negativen Veränderungen ihrer medizinischen Versorgung gebe, versicherte die neue Geschäftsführung. Veränderungen wird es dennoch geben: „Langfristig ist eine organisatorische Verbindung in Form einer Gesundheitsholding mit dem Caritas Krankenhaus Bad Mergentheim geplant“, erklärt die neue Geschäftsführung. Kooperation statt Konkurrenz lautet dabei das Motto.

Umfassende Analyse

Bis dahin ist es jedoch noch ein langer Weg, gepflastert von diversen weiteren Maßnahmen. Der erste Schritt: Nach der offiziellen Übernahme folgt eine umfassende, sechsmonatige Analyse des Krankenhauses.

Dazu wollen die neuen Geschäftsführer eng mit der Belegschaft zusammenarbeiten: „Niemand weiß besser, welche Stärken oder Schwächen ein Unternehmen hat und wo noch Ausbaupotenzial schlummert“, betont Martin Fuchs, Pressesprecher der Barmherzigen Brüder Trier.

Bei möglichen Maßnahmen werde keine vorgefertigte Schablone angelegt, betont Bruder Alfons Maria Michel und fügt hinzu: „Unsere Aufgabe wird vielmehr sein, dieses Konzept mit allen Verantwortlichen vor Ort zu entwickeln.“

Trotz dieser Offenheit der neuen Führung – manch einer steht dieser Übernahme mit gemischten Gefühlen gegenüber. So auch die Physiotherapeutin Maria Bopp: „Ich weiß nicht, was auf mich zukommt. Einerseits habe ich Angst um meine Arbeitsstelle, andererseits erwarte ich mir durch die bessere Strukturierung einen Aufschwung.“

Skepsis gegenüber neuer Führung

So wie sie sehen auch einige Kollegen die zukünftige Geschäftsführung mit Skepsis. Aus diesem Grund versucht das neue Leitungsteam direkt zu Beginn, mögliche Bedenken auszuräumen.

Bereits einen Tag vor der offiziellen Übernahme wurde eine Art Tag der offenen Tür veranstaltet, bei dem die Mitarbeiter die Möglichkeit hatten, in direkten Kontakt mit ihren neuen Vorgesetzten zu treten und auf Augenhöhe mit ihnen zu sprechen.

Eine Maßnahme, die auf reges Interesse bei der Belegschaft stieß. „Viele Mitarbeiter nutzen die Gelegenheit, bei einem persönlichen Gespräch mögliche Fragen, Sorgen und Anliegen zu diskutieren“, so Bruder Alfons Maria Michel.

Das neue Team

Bruder Alfons Maria Michel: Pressesprecher der Geschäftsführung und zuständig für Unternehmensstrategie sowie die Koordination.

Andreas Latz: zuständig für Leistungsplanung, Finanzen und Logistik der Krankenhäuser. Werner Hemmes: verantwortlich für Recht, Personal, Unternehmensentwicklung sowie Grundsatzfragen.

Günther Mosen: zuständig für den bereich soziale und berufliche Sozialisation, Psychiatrie und Altenhilfe.

Matthias Warmuth: Primärer Ansprechpartner vor Ort.

Unterhalb der Geschäftführungsebene gibt es keine weiteren Veränderungen. Das bewährte Krankenhausdirektorium bestehend aus Bernhard Moll (kaufmännischer Direktor), Dr. Michael Schneider (ärztlicher Direktor) und Manfred Wiesler (Pflegedirektor) bleibt.

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