Gissigheim

Biber haben ganze Arbeit geleistet

Biber verändern die Landschaft.
Foto: Edgar Münch | Biber verändern die Landschaft.

Seit einigen Jahren verbreitet sich die Biberpopulation in der tauberfränkischen Region sehr stark zum Leidwesen mancher Landwirte, aber zur Freude vieler Naturfreunde. Gewaltige Arbeit haben die Biber in den vergangenen zwei Jahren am Brehmbach, einem Seitenzufluss der Tauber, verrichtet. Binnen weniger Monate verwandelten sie an der Kreisstraße 2884 zwischen Gissigheim und Brehmen ein Feuchtgebiet, zu dem ein kleiner Quellen-See gehörte, in eine Seenlandschaft. Mit einem Staudamm aus Bäumen, Ästen und anderem Pflanzenmaterial stauten sie das Wasser des Brehmbachs circa 1,80 Meter hoch, so dass dieser nun das gesamt Feuchtgebiet überflutet. Dabei fällten sie mit ihren scharfen Nagezähnen Bäume und Sträucher wie Weiden, Ahorn, Eschen, Apfelbäume und Weißdorn und bauten damit gekonnt den Staudamm. Durch das aufgestaute Wasser gelangen die Biber dann in ihren Bau, in dem sie ihre Jungen großziehen. Somit sind sie bestens vor Feinden geschützt.

Diese gravierende Landschaftsveränderung durch den Biber am Brehmbach lockt immer wieder Familien mit ihren Kindern an, um das Werk dieser Nagetiere in Augenschein  zu nehmen. Vor allem die Art, wie der Biber die Bäume fällen, stößt  auf höchstes Interesse. So staunt man über eine 40 Zentimeter starke Kopfweide direkt am Bachlauf, die so angenagt ist, dass sie aussieht wie ein auf die Spitze gestellter Bleistift, der kurz vor dem Umfallen steht. Von Weitem leuchten auch die abgenagten Äste der gefällter Bäume, deren Rind den Bibern anscheinend gut schmeckt. Durch die neu entstandene Wasserlandschaft entstand jedoch kein Problem für die Bauern, da die betroffene Fläche bisher landwirtschaftlich nicht genutzt wurde.

Anderorts machten Biber Probleme

Im Gegensatz dazu stand das Wirken der Biber im vergangenen Jahr unterhalb der neuen Seelandschaft, wo bisher mindestens fünf Paare jeweils ihre Staustufen errichtet hatten und die auch jetzt noch tätig sind. Damals wurden durch das aufgestaute Wasser Teile der umliegenden landwirtschaftlichen Nutzflächen geflutet, was zur starken Beeinträchtigung bei der Bewirtschaftung führte. Zusammen mit den betroffenen Landwirten, dem Landratsamt Tauberbischofsheim und der Gemeindeverwaltung Königheim hat man jedoch eine einvernehmliche Lösung gefunden, die anscheinend auch von den Bibern akzeptiert wird. So legte man bei einigen von den Bibern geschaffenen Wasseraufstauungen großdimensionierte PVC-Rohe in das obere Drittel des Dammes. Jetzt muss das Wasser das Bachbett nicht mehr verlassen.

Alles in allem kann man feststellen, dass die Anwesenheit der Biber am Brehmbach zur Bereicherung der Landschaft beiträgt. Die Arbeit des Bibers hier am Brehmbach geht somit konform mit den Vorstellungen des Naturschutzbundes, denn dadurch, dass viele Wassertiere und Vögel diesen Biotop nutzen und auch eine Pflanzenvielfalt entsteht, ist eine erwünscht Biodiversität gegeben. Bleibt nun zu hoffen ist, dass am Ende noch einige Bäume am Bachlauf vom Biber-Biss verschont bleiben.

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