Tauberbischofsheim

Corona-Maßnahmen: Welche Regeln nun im Main-Tauber-Kreis gelten

Die bundesweite Grenze des Inzidenzwerts von 50 hat der Main-Tauber-Kreis deutlich überschritten. Jetzt trifft das Landratsamt erste Maßnahmen.
Die Sieben-Tage-Inzidenz im Main-Tauber-Kreis hat den bundesweiten Schwellenwert von 50 überschritten. Ab Freitag gelten deshalb erste Beschränkungen.
Foto: Daniel Bockwoldt | Die Sieben-Tage-Inzidenz im Main-Tauber-Kreis hat den bundesweiten Schwellenwert von 50 überschritten. Ab Freitag gelten deshalb erste Beschränkungen.

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Mittwoch 50 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion gemeldet. Das ist die höchste Fallzahl an einem Tag seit Beginn der Pandemie, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts Main-Tauber-Kreis. Am Donnerstag kamen weitere zehn Fälle dazu. Der bisherige Rekord wurde am Samstag, 4. April, festgestellt und damals vorwiegend auf eine Ausbreitung des Virus an Klinikeinrichtungen in Bad Mergentheim zurückgeführt.

Sieben-Tage-Inzidenz deutlich über 50

Auch die Sieben-Tage-Inzidenz stieg zuletzt stark an. Am Donnerstag lag der Wert nach Angaben des Landratsamts bei 81,1. Die bundesweite Warnschwelle von 50 ist damit weit überschritten. Die neu Betroffenen leben im Gebiet von 14 der 18 Städte des Main-Tauber-Kreises. Es handelt sich überwiegend um Kontakte zu bereits bekannten Fällen. Keine neuen Fälle gab es nur in Ahorn, Assamstadt, Grünsfeld und Großrinderfeld. 

Eine der neu infizierten Personen muss stationär behandelt werden, die übrigen Personen befinden sich in häuslicher Isolation. Ihre Kontakte werden ermittelt. Für die Kontaktpersonen wird ebenfalls häusliche Isolation angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 760, als genesen gelten 595 Personen.

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Aufgrund von Infektionsfällen bei Schülern und Lehrkräften wurde das Matthias-Grünewald-Gymnasium in Tauberbischofsheim für den Rest der Woche bis einschließlich Freitag, 23. Oktober, für den Präsenzunterricht geschlossen, heißt es in der Mitteilung weiter. Anschließend beginnen die Herbstferien.

"Nun ist das geschehen, was wir alle noch vor einigen Wochen kaum für möglich gehalten haben: Wir zählen offiziell zu den Risikogebieten. Deshalb müssen wir eine Allgemeinverfügung mit weiteren Einschränkungen anordnen. Unser Ziel ist, den Anstieg der Infektionszahlen bestmöglich zu bremsen", wird Landrat Reinhard Frank in der Pressemitteilung zitiert. Rechtsgrundlage dafür sei das bundesweit geltende Infektionsschutzgesetz in Verbindung mit dem Stufenplan der Landesregierung zur Eindämmung der Pandemie.

Corona-Beschränkungen im Landkreis

Die Allgemeinverfügung gilt ab Freitag im ganzen Kreisgebiet. Zu den wesentlichen Regelungen gehört eine ausgeweitete Maskenpflicht. Sie besteht dann auch im Freien überall dort, wo der Mindestabstand von 1,50 Metern voraussichtlich nicht eingehalten werden kann. Dies gilt in Fußgängerzonen, auf Märkten, für Zuschauer auf dem Sportplatz oder in Sport- und Wettkampfstätten, an allen Bussteigen und Bushaltestellen und zusätzlich in allen sonstigen Bereichen, in denen es vor Ort bereits speziell angeordnet worden ist.

Im öffentlichen und im privaten Raum dürfen sich nur noch maximal zehn Personen treffen. Eine Ausnahme gilt nach Angaben für die reine Kernfamilie (Verwandtschaft in gerader Linie, Geschwister und jeweilige Partner). "Im Interesse des Gesundheitsschutzes bitte ich nochmals alle Bürgerinnen und Bürger, alle sozialen Kontakte, die nicht unbedingt sein müssen, in der nächsten Zeit auf ein Minimum zu beschränken", wird Landrat Reinhard Frank zitiert.

Sperrzeiten für die Gastronomie

An öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen dürfen nur noch maximal 50 Personen teilnehmen. Feiern aus privatem Anlass zählen ausdrücklich nicht zu dieser Kategorie. Dort gilt die Obergrenze von zehn Teilnehmern. Unter freiem Himmel dürfen maximal 100 Personen an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen. Das gilt auch für Trauerfeiern im Freien, heißt es in der Mitteilung weiter.

Für kulturelle Veranstaltungen mit fest zugewiesenem Sitzplatz sind maximal 150 Personen zugelassen. Ab 23 Uhr gilt eine Sperrzeit für alle Schank- und Speisewirtschaften, die bis 6 Uhr des Folgetags andauert. Bewohner von Pflegeeinrichtungen, die nach einem Krankenhausaufenthalt dort aufgenommen werden, müssen zuvor zwingend einen Corona-Test machen. Die Allgemeinverfügung tritt laut Pressemitteilung außer Kraft, sobald die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 im Main-Tauber-Kreis an sieben aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wird. 

Wo gibt es Neuinfektionen im Main-Tauber-Kreis?

Derzeit sind 154 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen: Ahorn: 0, Assamstadt: 0, Bad Mergentheim: 56 (+1), Boxberg: 22 (+1), Creglingen: 1, Freudenberg: 1, Großrinderfeld: 3, Grünsfeld: 3 (+1), Igersheim: 12, Königheim: 2 (+1), Külsheim: 3, Lauda-Königshofen: 5 (+1), Niederstetten: 6, Tauberbischofsheim: 13, Weikersheim: 11, Werbach: 2 (+1), Wertheim: 12 (+3) und Wittighausen: 2 (+1).
Quelle: Landratsamt Main-Tauber-Kreis
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