Bad Mergentheim

Feine Nase und scharfer Blick

„Tarka“ erkennt Unterzuckerung sofort: Der Hund wurde beim Diabetikertreffen in Bad Mergentheim von Dr. Jolanta Wittek-Pakula vorgestellt  :
Foto: Diabetes-Akademie | „Tarka“ erkennt Unterzuckerung sofort: Der Hund wurde beim Diabetikertreffen in Bad Mergentheim von Dr. Jolanta Wittek-Pakula vorgestellt :

Überschrieben war das 29. Langzeitdiabetikertreffen an der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim mit „Heiße Themen 2016“. Aus Wetter an der Ruhr war Dr. Jolanta Wittek-Pakulo nach Bad Mergentheim gekommen. Begleitet wurde sie von dem durch sie ausgebildeten Diabetiker-Warnhund Tarka, wie die Diabetes Akademie in einer Pressemitteilung berichtet. Welchen Stellenwert Diabetikerwarnhunde besitzen, wird in Fachkreisen heiß diskutiert. Die Gegner lehnen Diabetikerwarnhunde ab, da sie kein standardisiertes technisches Hilfsmittel sind. Die Befürworter sehen in ihnen eine Ergänzung in der Therapie, die technische Geräte gar nicht leisten können.

Hunde haben einen fantastischen Geruchssinn, den sie bei Polizei und Rettungsdiensten, beispielsweise als Drogen-, Sprengstoff oder Menschenspürhunde einsetzen. „Hunde können im Gegensatz zu Menschen Gerüche trennen und in einem Geruchscocktail jeden einzelnen Bestandteil, auch wenn er nur in sehr geringer Konzentration vorliegt, erschnüffeln“, erläutert Dr. Jolanta Wittek-Pakulo, die als Diabetologin die Diabeteswarnhunde ausbildet.

Neben der feinen Nase haben Hunde einen scharfen Blick und erkennen auch kleinste körperliche Veränderungen an Menschen wie Muskelanspannung, Augenbewegungen, Zittern und ähnliches. Wenn der Hund gut ausgebildet ist, was rund drei bis sechs Monate dauert und etwa 4000 Euro kostet, kann er diese Veränderungen erkennen und deuten.

Da Hunde hartnäckig sind, lassen sie sich nicht einfach ausschalten wie ein technisches Gerät. Beharrlich melden sie ihrem Menschen die drohende Unterzuckerung, bis er in irgendeiner Form darauf reagiert. Darüber hinaus sei der Hund der beste Freund des Menschen und seine positive psychologische Wirkung auf den Menschen sei wissenschaftlich bewiesen, so Wittek-Pakulo.

„Hunde sind nicht als Ersatz für ein technisches Gerät zu sehen“, erläutert Wittek-Pakulo. „Viel mehr gehen Hunde mit technischen Geräten eine perfekte Symbiose ein“. Allerdings rät die Expertin dringend davon ab, den Hund nur als Hilfsmittel zu betrachten. Sofern man in der Familie keine Liebe zu Tieren oder gerade zu Hunden hat, so sollte auf keinen Fall ein Diabetikerwarnhund angeschafft werden.

Prof. Thomas Haak, Chefarzt im Diabetes-Zentrum Bad Mergentheim, der den Vortrag aufmerksam verfolgte und eigentlich ein Skeptiker war, zeigte sich ganz angetan von Tarka, der als Gebirgsschweißhund nicht nur erfolgreich Unterzuckerungen aufspüren konnte, sondern auch ein wohl erzogener Hund ist. Diese Fähigkeiten durfte er schon in der Fernsehsendung „Mensch und Tier“ mit Dr. Eckart von Hirschhausen vorführen. Weitere Information erhalten Interessierte unter www.diabdogs.de.

Prof. Dr. Reinhard Holl von der Uniklinik Ulm berichtete über die neuen Richtlinien zur Fahrerlaubnis bei Menschen mit Diabetes. Anders als früher dürfen Diabetiker Fahrzeuge aller Art führen, sofern der Blutzucker gut eingestellt ist und gefährliche Unterzuckerungen nicht auftreten. Moderne Medikamente, die den Blutzucker ohne die Gefahr von zu tiefen Werten gut einstellen, sollten daher bevorzugt benutzt werden.

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