Tauberbischofsheim

Fusion: Volksbank Main-Tauber und Vorbach-Tauber werden eins

Gehen zukünftig gemeinsame Wege, die Volksbank Main-Tauber mit (von links) dem stellvertretenden Vorsitzenden Robert Haas und Vorstandsvorsitzenden Michael Schneider und die Volksbank Vorbach-Tauber mit Vorstandsvorsitzendem Jürgen Fricke und Stellvertreter Dirk Schlenker.
Foto: Matthias Ernst | Gehen zukünftig gemeinsame Wege, die Volksbank Main-Tauber mit (von links) dem stellvertretenden Vorsitzenden Robert Haas und Vorstandsvorsitzenden Michael Schneider und die Volksbank Vorbach-Tauber mit ...

Eigentlich sollten die Vertreterversammlungen der Volksbank Main-Tauber und der Volksbank Vorbach-Tauber die Fusion der beiden Genossenschaftsbanken schon beschlossen haben, aber Corona mit dem erfolgten Versammlungsverbot machte den Plänen der Vorstandsvorsitzenden Jürgen Fricke (Vorbach-Tauber) und Michael Schneider (Main-Tauber) einen Strich durch die Rechnung.

Seit Februar 2020 verhandeln die beiden Banken über eine Fusion und am 26. Juni soll nun der Verschmelzungsvertrag unterzeichnet werden, so Fricke bei einem Pressetermin in den Geschäftsräumen der Volksbank Main-Tauber in Tauberbischofsheim. Sollten bis November dieses Jahres wieder Präsenzversammlungen möglich sein, will man sich die Beschlüsse zur Fusion dort holen. Falls Versammlungen dieser Größenordnung noch nicht möglich sind, soll dies auf schriftlichem oder digitalem Weg erfolgen. "Doch diese Wege nur, wenn es wirklich nicht anders geht", führte Vorstandsvorsitzender Schneider aus.

Man blickt hoffnungsvoll in die Zukunft, nicht nur wegen der Fusion der beiden bisher selbständigen Genossenschaftsbanken. "Wir kommen bisher recht gut durch die Krise", sagte Schneider zu den Zahlen von 2019 und den Auswirkungen von Corona auf das Bankengeschäft. Aber "es ist auch eine der größten Herausforderungen seit dem 2. Weltkrieg", ergänzte er.

Vorstandsvorsitzende bezeichnen 2019 als gutes Jahr

Die Unsicherheit in der Bevölkerung sei groß und darum gelte es jetzt die Folgen mit vereinten Kräften in den Griff zu bekommen. "Starke Gemeinschaften sind in der jetzigen Zeit gefragt", warb er für das Genossenschaftsprinzip der Volksbanken. Die Genehmigung von Krediten habe bis jetzt "hervorragend funktioniert". Die Not habe gezeigt, dass es mal auch schnell gehen kann in Deutschland, lobte er die Zusammenarbeit von staatlichen Stellen und den Banken.

Jürgen Fricke fügte hinzu, dass nicht jede Branche von der Krise gleich betroffen sei. Die Wirtschaftszahlen lassen erwarten, dass es bald wieder bergauf geht. Die kurzzeitige Talfahrt des Dax habe sich schnell umgekehrt. Mut macht auch, dass nicht nur "Corona-Kredite" nachgefragt werden, sondern auch das normale Kreditgeschäft der Bank weiterläuft.

Beide Vorstandvorsitzenden bezeichneten das Jahr 2019 als ein gutes Jahr. "Wir sind nah am Kunden dran und haben eine hohe Akzeptanz bei den Menschen in der Region". Diese besondere Rolle der Volksbanken will man durch die Fusion noch stärken. Mit einem betreuten Kundenvolumen von 4,8 Milliarden Euro (2019) wird die Volksbank Main-Tauber, wie man nach der Fusion gemeinsam heißen wird, ein großer Partner in der Region sein, ist sich Michael Schneider sicher.

Fusion bringt keine Verringerung der Mitarbeiter

Er wird Vorstandsvorsitzender bleiben und sein bisheriger Stellvertreter Robert Haas zusammen mit Jürgen Fricke die weiteren Mitglieder des Vorstandes sein. Dirk Schlenker wird Generalbevollmächtigter und soll nach dem Ausscheiden von Robert Haas Ende 2021 zum Vorstand bestellt werden.

Wichtig war es beiden Vorständen zu betonen, dass es durch die Fusion keine Verringerung der Mitarbeiter geben wird, das bestehende Filialnetz soll erhalten bleiben und auch das soziale Engagement wird weiterhin für Unterstützung von Vereinen und Organisationen in der Region fortgeführt.

Geplant ist auch die Auszahlung einer Dividende für die jeweiligen Mitglieder, sofern die Vertreterversammlungen zustimmen. Allerdings ist die Zahlung derzeit nach einer Anweisung der EZB nicht möglich.

Stammkunden weiter vor Ort betreuen

Schneider und Fricke sehen auf die Banken große Herausforderungen zukommen. Die jüngere Generation messe die Bank nicht mehr an ihren Filialen, sondern an ihren Internetangeboten. Gleichzeitig will die Stammkundschaft weiter individuell vor Ort betreut werden. Diesen Spagat will man gerne gehen.

Die Fusion der beiden Banken bringe vor allem im IT-Bereich Synergieeffekte und außerdem die Möglichkeit höhere Kredite für die Kunden zu ermöglichen, da man mit der gemeinsamen Eigenkapitalquote bessere Konditionen bieten kann. Wenn alles normal läuft, so die beiden Vorstandsvorsitzenden ist der ganze Fusionsprozess im Juli 2021 abgeschlossen und tritt rückwirkend zum 1. Januar 2020 in Kraft.

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