Großrinderfeld

Kindergarten Großrinderfeld: Neubau wird teuer

Wo jetzt noch Baumaterial für andere Baustellen in der Gemeinde lagert, soll bis spätestens 2026 eine neue Kindertagesstätte in Großrinderfeld fertiggestellt sein.
Foto: Matthias Ernst | Wo jetzt noch Baumaterial für andere Baustellen in der Gemeinde lagert, soll bis spätestens 2026 eine neue Kindertagesstätte in Großrinderfeld fertiggestellt sein.

Der Neubau der Kindertagesstätte im Ortsteil Großrinderfeld wird ein teures Unterfangen. Das ist dem Gemeinderat seit Anfang der Planungen klar. Man wird um eine europäische Ausschreibung bei der hohen Bausumme nicht herumkommen, bedauerte Bürgermeister Johannes Leibold. Doch um eine genaue Planung durchführen zu können, müssen zuerst die Grundlagen in Form von Fachplanungen geschaffen werden. Das wollte einigen Gemeinderäten und Gemeinderätinnen nicht in den Kopf.

Leibold verstand die Bedenken, aber man müsse diese Vorplanung mit den Leistungsphasen I und II der HOAI (Leistungsverzeichnis für Architekten und Ingenieurbüros) durchführen, um die definitive Planung des Gebäudes ausschreiben zu können. Vor allem Ralf Schieß hatte Probleme mit der Vorstellung, dass man bereits jetzt eine Fachplanung für die Elektroinstallation und die Heizung durchführen muss, obwohl es noch keinen Plan gibt, wie das Gebäude überhaupt aussieht. Das alles seien nur Vorplanungen, um dann definitiv planen zu können. Und auch die einzelnen Honorare der Fachbüros könnten erst nach dieser Vorplanung berechnet werden, ergänzte der Bürgermeister.

Der Gemeinderat will mit der Vorplanung im März 2022 fertig sein und die definitive Ausschreibung dann im April 2022 tätigen. Der Zeitplan ist sehr ambitioniert, aber die Zeit drängt, denn spätestens 2026 soll der Neubau stehen. "Wir haben wenig Chancen, an diesem Verfahren etwas zu verändern, aber wir wollen so gut wie möglich lenken und die Kosten im Blick behalten", äußerte der Bürgermeister, bevor der Gemeinderat geschlossen die einzelnen Fachplaner beauftragte.

Pläne für Neubaugebiet beauftragt

Eine weitere Vergabe war die Planung eines zusätzlichen Neubaugebietes. Das kleine Neubaugebiet mit seinen acht Bauplätzen auf dem Gelände des alten Fußballplatzes ist noch nicht fertig erschlossen, da plant die Gemeinde Großrinderfeld bereits eine Erweiterung in südwestlicher Richtung (Gewann Beund/Zündmantel) zu beiden Seiten der Staatsstraße L578.

Auch die Ausweisung eines Sondergebietes für Einzelhandel soll in diesem Gebiet verwirklicht werden. Da solche grundsätzlichen Planungen etwas Zeit beanspruchen, wolle man frühzeitig "zumindest die baurechtlichen Voraussetzungen schaffen", wie Bürgermeister Johannes Leibold in der Gemeinderatssitzung vortrug. Deshalb sei das Gebiet in zwei Lose aufgeteilt worden.

Beide Bebauungspläne werden vom Büro Klärle GmbH aus Weikersheim erarbeitet, welches die günstigsten Angebote abgegeben hatte. Zusätzlich beauftragte der Gemeinderat das Büro mit der Bereitstellung der Planungsunterlagen zur Einpflege in das digitale Datensystem der Gemeinde. Zukünftig sollen alle Bebauungspläne und auch der Flächennutzungsplan über das Internet für jeden Interessierten einsehbar sein.

Auch Thema: Kunstrasenplatz und Bestattungswald

Mit der restlichen Bepflanzung der Ausgleichsflächen für den Bau des Kunstrasenplatzes in Großrinderfeld wurde die Firma Uihlein Garten- & Landschaftsbau aus Königheim zu einem Angebotspreis von knapp 26 700 Euro beauftragt. Einen Teil der über 800 Pflanzen, darunter mehrere Bäume, hatten der gemeindliche Bauhof und ehrenamtliche Helfer des Nabu bereits gesetzt.

Heinz Schmitt gab zu bedenken, dass man mit der Vergabe der Pflanzung nicht aus dem Auge verlieren dürfte, dass auch eine Unterhaltspflege notwendig sei. Diese Aufgabe übernehme wieder der Bauhof. Diesem Umstand sei man sich bewusst, erwiderte Bürgermeister Leibold. Die Pflanzung sei im Bebauungsplan so vorgesehen und müsse auch durchgeführt werden. Das sei nun mal Fakt.

Um den zukünftigen Bestattungswald auch rechtlich einwandfrei betreiben zu können, müssen noch Bodenuntersuchungen durchgeführt werden. Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg hatte eine hydrogeologische und bodenkundliche Untersuchung gefordert. Mit den Kernbohrarbeiten wurde die Firma BauGrund Süd zu einem Angebotspreis von 15 660 Euro beauftragt. Der Vertragsabschluss mit der FriedWald GmbH als Verwaltungshelfer wurde auf die nächste Sitzung verschoben.

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