Bad Mergentheim

NIDA unterstützt rasche Versorgung von Notfallpatienten

Das Krankenhaus Tauberbischofsheim und der Rettungsdienst sind jetzt auch digital vernetzt. J.F. Rastani, Dr. Diana Siedler, Standortleitung der Notärzte in Tauberbischofsheim sowie Ärztin des MVZ Anästhesie am Krankenhaus Tauberbischofsheim, Josef Groß und die Notfallsanitäter Julia Silbermann, Markus  Trinks und Michael Schäfer (von links), stellvertretender Rettungsdienstleiter des Kreisverbands Tauberbischofsheim, nahmen das System gemeinsam in Betrieb.
Foto: Jansen/KHTBB | Das Krankenhaus Tauberbischofsheim und der Rettungsdienst sind jetzt auch digital vernetzt. J.F. Rastani, Dr. Diana Siedler, Standortleitung der Notärzte in Tauberbischofsheim sowie Ärztin des MVZ Anästhesie am ...

Bei Notfalleinsätzen zählt oft jede Minute. Mit einem neuen digitalen Datenübertragungssystem sorgt jetzt das Krankenhaus Tauberbischofsheim mit den Rettungsdiensten der Region dafür, dass alle wichtigen Informationen über einen Patienten schon im Krankenhaus bekannt sind, bevor der Rettungswagen dort eintrifft. Die zielgerichtete Behandlung kann so schneller beginnen und wertvolle Zeit für die Eingabe von Daten oder die Anmeldung im CT entfällt, heißt es in einer Pressemitteilung des Krankenhaus Tauberbischofsheim.

Das Display des großen Bildschirms in der Notaufnahme beginnt rot zu blinken – Zeichen, dass der Rettungsdienst mit einem neuen Notfallpatienten auf dem Weg ins Krankenhaus Tauberbischofsheim ist. Ein Klick auf die Zeile am Computer im Stützpunkt und schon öffnet sich ein Fenster mit vielfältigen Informationen: Name und Alter des Patienten, Vitalzeichen wie Blutdruck, Blutzucker, Sauerstoffsättigung, Puls, die vermutliche Diagnose bzw. der Anlass, der zum Transport ins Krankenhaus führt – und vor allem die geplante Zeit für die Ankunft in der Notaufnahme verbunden mit einer Nummer des Rettungswagens oder der Leitstelle. Auch eine Telefonnummer des Angehörigen ist hinterlegt.

Telemedizinische Anbindung der Rettungsdienste ans Krankenhaus

„Das System ist genial für die Ressourcenplanung im Haus und hilft uns enorm bei der raschen und effektiven Patientenversorgung“, sagt J. F. Rastani, Chefarzt der Unfallchirurgie des Krankenhauses Tauberbischofsheim begeistert. „Wir wissen jetzt, wann ein Patient mit welcher Verdachtsdiagnose kommt und können hier schon alles zeitgenau für die Aufnahme vorbereiten.“ Wenn der Rettungswagen ankommt, steht schon eine Trage bereit und der Patient kann umgehend weiterversorgt und falls erforderlich ins Röntgen oder ins CT gebracht werden. Wartezeiten entfallen, Diagnostik und Therapie können sofort zielgerichtet beginnen.

Möglich macht dies seit Ende Januar das neue Computersystem NIDA (Notfall-Informations- und Dokumentations-Assistent), das die telemedizinische digitale Anbindung der Rettungsdienste an das Krankenhaus Tauberbischofsheim sicherstellt. Dazu gehören stabile Computer-Tabletts, in die die Notfallsanitäter während der Fahrt alle wichtigen Informationen eingeben können. Nach den Ampelfarben wird den Patienten eine Dringlichkeitsstufe zugeteilt. Aktualisierungen während der Fahrt sind möglich.

Moderne Technik dient besserer Versorgung der Patienten

Die Tabletts sind außerdem per Bluetooth mit allen Geräten im Rettungswagen gekoppelt und können so unmittelbar auch die Daten eines 12-Kanal-EKGs erfassen. Per Knopfdruck werden diese Daten an das aufnehmende Krankenhaus geschickt. Die Daten sind dann anonymisiert auf dem großen „Arrivalboard“ in der Notaufnahme und personalisiert an einem PC zu sehen.

„Hier dient moderne Technik direkt der besseren Versorgung von Patienten“, betont Chefarzt J.F. Rastani. „Wir können den Patientennamen mit unserem Archiv abgleichen und so bei wiederkehrenden Aufnahmen eventuell vorliegende Vorerkrankungen erkennen. Wir schaffen so echten Zeitgewinn, der bei vielen lebensbedrohlichen Erkrankungen entscheidend sein kann.“ Umgekehrt könne man bereits wartende Patienten noch behandeln, wenn klar ist, dass der Rettungsdienst mit dem nächsten Patienten erst in 20 Minuten eintreffen wird und eine Behandlung voraussichtlich nicht die höchste Dringlichkeitsstufe hat.

Administrativer Aufwand bei der Ankunft entfällt

Auch für die Rettungsdienste bringt NIDA Vorteile. Denn über eine Abfragemaske können die Notfallsanitäter die Erstdiagnose strukturiert und standardisiert eingeben und bei Bedarf aktualisieren. „Die Zeit für Telefonate mit der Notaufnahme entfällt weitgehend“, erklärt Josef Groß, leitender Notarzt und leitender Oberarzt der Inneren Medizin des Krankenhauses Tauberbischofsheim. „Außerdem entfällt der administrative Aufwand bei der Ankunft im Krankenhaus: die Versichertendaten werden über NIDA direkt eingelesen und der Patient ist im Kliniksystem bereits angemeldet, wenn die Notfallsanitäter kommen. Auch das spart wieder Zeit, die schon für die Behandlung der Patienten verwendet werden kann. Zudem steht das Team im Rettungswagen schneller wieder für neue Einsätze zur Verfügung“, erklärt Josef Groß.

Weiterer Vorteil für die Rettungsdienste: NIDA erstellt automatisch ein Protokoll des Einsatzes, das sowohl im Krankenhaus wie beim Rettungsdienst abgespeichert wird. Das steigere die Effizienz und Qualität der Versorgung und das komme am Ende vor allem dem Patienten zugute.   

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