Grünsfeld

Städteförderung geht weiter

Das Seubert-Areal ist ein Bereich, um den das Stadtsanierungsprogramm erweitert wird. Wie die endgültige Nutzung aussehen soll, entscheidet der Gemeinderat zu einem späteren Zeitpunkt
Foto: Matthias Ernst | Das Seubert-Areal ist ein Bereich, um den das Stadtsanierungsprogramm erweitert wird. Wie die endgültige Nutzung aussehen soll, entscheidet der Gemeinderat zu einem späteren Zeitpunkt

Das dicke Buch der "Stadtsanierung" wird in Grünsfeld um ein Kapitel erweitert. Die Stadt hatte sich um eine Fortschreibung des Landesprogramms beworben und ist weiter mit im Spiel. "Wir sind Ende des letzten Jahres mit gemischten Gefühlen nach Stuttgart gefahren", berichtete Bürgermeister Joachim Markert in der Gemeinderatssitzung. Das Sanierungsprogramm ist reduziert worden, einige Kommunen sind komplett aus der Förderung gefallen.

In Grünsfeld ist die innerstädtische Sanierung schon seit gut 30 Jahren am Laufen, so dass die Befürchtung, andere Kommunen würden zum Zuge kommen, groß gewesen sei. "Zumal der katholische Kindergarten im Maßnahmenkatalog enthalten war und die Kirche aus diesem Topf keine Mittel bekommt." Hier sei hilfreich gewesen, dass die Kindertagesstätte an diesem Standort aufgegeben wird und die Stadt von der Kirchenverwaltung den Auftrag erhalten habe, das Areal zu vermarkten.

Das Sanierungsgebiet Stadtkern III in Grünsfeld wird also um vier Quartiere erweitert. "Insgesamt ist unser Konzept der Stadtsanierung auf offene Ohren gestoßen. Allerdings sollen die vier Quartiere nicht als neues Sanierungsgebiet ertüchtigt werden, sondern als Erweiterung des bestehenden", erläuterte Joachim Markert dem Gemeinderat. "Wir bekommen einen Landeszuschuss von 850 000 Euro, der uns ermöglicht, Dinge zu tun, die wir uns sonst nicht leisten könnten." In erster Linie nannte er hier den Abbruch der Möbelfabrik. "Die Erweiterung des Sanierungsgebiets ist ein wichtiger Entwicklungsschritt, der uns weit nach vorne bringt", freute sich das Stadtoberhaupt. "Ansonsten würde ein Schandfleck wie die ehemalige Möbelfabrik dauerhaft bestehen bleiben".

Neben dem Seubert-Areal östlich der Leuchtenbergstraße sind die anderen drei Quartiere: das Schulareal, der Kindergarten in der Hauptstraße 1 sowie das Gewerbegebiet Philipp-Holzmann-Straße/Gerlachsheimer Straße mit dem alten Lagerhaus. In allen Arealen sollen städtebauliche Missstände beseitigt werden. Der katholische Kindergarten "St. Marien" sei bekanntlich in einem baulich sehr schlechten Zustand. "An seiner Stelle können wir uns ein Gesundheitszentrum mit einer Physiotherapie-Praxis vorstellen", schlug Markert vor.

Der Entwicklungsschwerpunkt östliche Leuchtenbergstraße liegt auf der Beseitigung der Gewerbebrache der ehemaligen Möbelfabrik Seubert. Hier kann sich der Bürgermeister vorstellen, ein Sondergebiet "Werkstätten, Betreutes Wohnen für Senioren" einzurichten. Im Gewerbegebiet Philipp-Holzmann-Straße/Gerlachsheimer Straße sollen die leeren, ungenutzten Gebäude beseitigt werden, so dass eine Gewerbehalle für einen ortsansässigen Bahnbaubetrieb erstellt werden kann. In allen vier Entwicklungsbereichen ist der Zustand der Gebäude mangelhaft. Viele Gebäude sind abbruchreif. Öffentliche Grünflächen sind nicht vorhanden. In der Philipp-Holzmann-Straße sind auch die öffentlichen Verkehrsflächen mangelhaft.

Viola von Brunn merkte an, dass man sich gerade auf dem Areal Seubert noch nicht auf eine Nachfolgenutzung festlegen sollte. "Hier sollten wir eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, um die sinnvollste Nutzung herauszubekommen", so die Stadträtin. "Wir fassen heute nur den Aufstellungsbeschluss, was auf den Arealen passiert wird, wird der Gemeinderat in künftigen Sitzungen noch beraten und beschließen", entgegnete Bürgermeister Markert. "Auch die Bevölkerung wird, bevor wir eine endgültige Entscheidung fassen, ausführlich informiert."

Die förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets sei nur der erste Schritt eines langen Weges. Markert: "Wir haben keine Eile, wir müssen nichts übers Knie brechen". Man merkte aber deutlich, dass Markert froh war, dass die Förderung des Landes weiter fließt und die Stadt merklich entlastet beim Weg in die Zukunft.

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