KARLSRUHE

Wenn Fön und Toaster in Flammen aufgehen

Armin Mahl, Mitarbeiter bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) in Karlsruhe im Referat Geräte- und Produktsicherheit, zeigt verschmorte Haarföns, die die Tests nicht bestanden haben. In ihrer zehnjährigen Geschichte nahm die Behörde rund 1200 verdächtige Stücke eingehend unter die Lupe.
Foto: FOTO Uli deck | Armin Mahl, Mitarbeiter bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) in Karlsruhe im Referat Geräte- und Produktsicherheit, zeigt verschmorte Haarföns, die die Tests nicht ...

(lsw) „Alle Jahre wieder“, kann unterm Weihnachtsbaum auch das Risiko im Geschenkpapier eingewickelt sein. Während die Beschenkten sich etwa über einen neuen Videorecorder oder die lang ersehnte Holzeisenbahn freuen, kann das derweil Armin Mahl und seinen Kollegen tiefe Sorgenfalten ins Gesicht treiben.

Denn Mahl und sein Team setzen in der Karlsruher Geräteuntersuchungsstelle der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) tagein tagaus Haartrockner in Brand, sie bringen Bollerwagen zum Bersten und schmeißen Kettensägen an. Und in vielen Fällen schlagen sie nach den Tests Alarm: „Jedes dritte Produkt fällt wegen Sicherheitsmängeln durch“, warnt Mahl.

In ihrer zehnjährigen Geschichte nahm die Behörde rund 1200 verdächtige Stücke eingehend unter die Lupe. Im vergangenen Jahr wurden 163 von 198überprüften Produkten beanstandet, 63 davon wegen schwerer Sicherheitsmängel, darunter Toaster, die in Flammen aufgingen, Mehrfachsteckdosen mit Kurzschluss und Himmelslaternen, die zu schnell Feuer fingen.

Geben Mahl und sein Team Alarm, so können die zuständigen vier Regierungspräsidien den Verkauf der angekreideten Produkte stoppen. Sie können aber auch einen Rückruf starten oder sogar die Vernichtung der mangelhaften Ware anordnen. Neben dem Imageschaden entstehen den betroffenen Unternehmen dadurch hohe Folgekosten, die bis in den Millionen-Euro-Bereich gehen könnten. Meistens allerdings sei der Hersteller selbst an den Ergebnissen interessiert und nehme die Produkte vom Markt, bevor die Behörde tätig wird, meint Margaretha Barth, Präsidentin der LUBW.

Natürlich steigt nach Ansicht der Tester die Zahl der Mangelwaren mit der Produktflut aus den Ländern wie China, die die deutschen Sicherheitsstandards nicht besitzen. Dennoch könne auch nicht generell gesagt werden, dass die billigen Sachen schlecht sind und die teureren gut. „Man darf sich also auch nicht der Illusion hergeben, dass Markenprodukte immer sicher sind“, sagt Barth.

Der Rat der Experten: Verbraucher sollten das Produkt vor dem Gang zur Kasse immer auspacken. „Das ist erlaubt und die Möglichkeit sollte auch wahrgenommen werden“, meint Barth.

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