Tauberbischofsheim

Zwei Volksbanken fusionieren

Zufriedene Gesichter nach der Beschlussfassung: Jürgen Fricke, Vorstandsvorsitzender Volksbank Vorbach-Tauber; Robert Haas, stellvertretender Vorstandsvorsitzender Volksbank Main-Tauber; Michael Schneider, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Main-Tauber und Dirk Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Volksbank Vorbach-Tauber.
Foto: Tilmann Fabig | Zufriedene Gesichter nach der Beschlussfassung: Jürgen Fricke, Vorstandsvorsitzender Volksbank Vorbach-Tauber; Robert Haas, stellvertretender Vorstandsvorsitzender Volksbank Main-Tauber; Michael Schneider, ...

Gleich in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich gestaltete sich die Vertreterversammlung der Volksbank Main-Tauber in der Main-Tauber-Halle in Wertheim, heißt es in einer Pressemitteilung der Bank. Stand die Veranstaltung zum einen doch unter den Vorzeichen der Pandemie, was sich in einem strengen Hygienekonzept und der Reduzierung der Tagesordnung auf das unbedingt Notwendige niederschlug. Zum anderen war die Versammlung auch deshalb außergewöhnlich, weil die 90 anwesenden Vertreter über die geplante Fusion der Bank mit der Volksbank Vorbach-Tauber zu entscheiden hatten, die mit der juristischen Fusion der beiden Häuser vollzogen werden soll.

Ein Projekt, das die beiden Genossenschaftsbanken schon länger beschäftigt und das am Vorabend mit der positiven Entscheidung der Vertreter der Volksbank Vorbach-Tauber (93 Prozent Zustimmung), auf die Zielgerade einbog. In Wertheim war das Votum sogar noch eindeutiger: 100 Prozent der Abstimmungsberechtigten sprachen sich für die Fusion aus und machten so den Weg frei für eine neue, starke Genossenschaftsbank im Main-Tauber-Kreis.

Zwei kerngesunde Banken

Eine Genossenschaftsbank, die in Zukunft unter dem Namen Volksbank Main-Tauber eG firmieren wird und sich aus zwei "kerngesunden" Banken zusammensetzt, die nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Michael Schneider "sehr gut am Markt etabliert" sind, sich in vielen Bereichen "hervorragend ergänzen" und darüber hinaus auch viele Gemeinsamkeiten in Aufbau, Strategie und Ausrichtung aufweisen, die sich zum Wohle der Kunden und Mitglieder auswirken würden. "Vor 18 Jahren haben wir uns mit dem Firmennamen Volksbank Main-Tauber einen zukunftsweisenden Namen gegeben" freute sich der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Robert Haas, für den mit dem Fusionsbeschluss "eine Vision Wirklichkeit" werde.

Neben positiven betriebswirtschaftlichen Synergieeffekten sorge die Fusion auch für spürbare Verbesserungen in der Betreuung von Privat- und Firmenkunden im Main-Tauber-Kreis.

Drei Prozent Dividende

Ein weiterer entscheidender Tagesordnungspunkt war die Frage, was in diesem außergewöhnlichen Jahr mit der Auszahlung einer Dividende geschehen sollte. Die Vertreterversammlung ist auch hier einstimmig dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat gefolgt, die für das Jahr 2019 beabsichtigte Dividende in Höhe von drei Prozent nicht im Jahr 2020 auszuschütten, sondern auf das Jahr 2021 vorzutragen. Im Jahr 2021 ist dann die Ausschüttung nach der dann hoffentlich wieder "unter normaleren Bedingungen" stattfindenden Vertreterversammlung geplant.

Damit folgt man der Aufforderung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die aufgrund der Corona-Pandemie und der sich daraus entwickelten Wirtschaftskrise, die Ausschüttung von Dividenden bis 30. September praktisch untersagt hat und auch danach die Banken nachdrücklich auffordert, auf eine Ausschüttung zu verzichten.

Neue Geschäftsfelder

Wie der Aufsichtsratsvorsitzende Bernhard Stahl zuvor erläutert hatte, stand das Gremium in engem und regelmäßigem Austausch mit dem Vorstand. Michael Schneider, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Main-Tauber, oblag es dann ein durchaus positives Bild der Entwicklung der Genossenschaftsbank zu zeichnen. Und das trotz vieler negativer Faktoren, die auch und gerade regionale Banken vor große Herausforderungen stellten. "Die ausufernde Regulatorik, die sich im Zuge der aktuellen WireCard-Affäre nochmals verschärfen wird, die Digitalisierung, der zunehmende Kostendruck in Zeiten der Nullzinsphase und ein sich änderndes Kundenverhalten" seien hier nur einige Faktoren, denen es Herr zu werden gelte.

Gerade der negativen Zinsentwicklung müsse man durch neue Geschäftsfelder entgegenwirken. Jetzt gelte es, weitere Ertragsfelder zu erschließen, um die Kundeneinlagen und Kundenkredite, die auch zum Ende des Geschäftsjahrs 2019 wieder gestiegen seien, ertragsbringend anzulegen

Hier nannte Schneider beispielsweise das Ertragsfeld der Immobilien oder eine Weiterentwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, der die Bank mit der Initiative "Cashless Taubertal" Rechnung trage. Sei doch der Trend zum bargeldlosen Bezahlen durch Corona nochmals deutlich beschleunigt worden, wie der Vorstandsvorsitzende erläuterte.

Die Personalien

Jürgen Fricke, bisher Vorstandsvorsitzender der Volksbank Vorbach-Tauber, zieht als Mitglied in den Vorstand der Bank ein. Vorstandsvorsitzender bleibt Michael Schneider, sein Stellvertreter Robert Haas. Robert Haas kündigte an, Ende 2021 auszuscheiden, so dass Dirk Schlenker, bisher Vorstand der Volksbank Vorbach-Tauber, nachrücken kann. Bis dahin erhält er Gesamtprokura und Generalvollmacht.

Dr. Lukas André (Bad Mergentheim), Prof. Dr. Wolfgang  Reinhart (Tauberbischofsheim) und Günter Treter (Hasloch) wurden für weitere drei Jahre in den Aufsichtsrat der Volksbank Main-Tauber gewählt. Sechs neue Mitglieder des Aufsichtsrates kommen von der Volksbank Vorbach-Tauber.

Die neue Volksbank Main-Tauber in Zahlen

Die Verschmelzung beider Kreditinstitute erfolgt rückwirkend zum 1. Januar 2020.
Das Geschäftsgebiet erstreckt sich von Schollbrunn bis Creglingen auf einer Strecke von rund 80 Kilometern.
Die Bilanzsumme liegt bei rund 2,5 Milliarden Euro. Zu den 408 Mitarbeitern der Volksbank Main-Tauber (alt) kommen 69 Beschäftigte der Volksbank Vorbach-Tauber hinzu.
Die Kundenzahl erhöht sich um etwa 15 500 auf 87 600. Das Kundenanlagenvolumen steigt um 500 Millionen auf 3,2 Milliarden Euro. Das Kundenkreditvolumen erhöht sich um 320 Millionen auf 2 Milliarden Euro. Somit beträgt das Gesamtvolumen künftig 5,2 Milliarden Euro.
Quelle: Volksbank Main-Tauber
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